Lyon – Mannheim, die aktuelle Achse des Reitsports – Teilnehmer Dressur und Springen

 

Lyon/Mannheim – Besser hätte das diesjährige Weltcup-Finale der Springreiter über Ostern in Lyon aus deutscher Sicht nicht enden können – und aus Mannheimer ebenfalls kaum. Mit einer Doppel-Nullrunde sicherten sich der aus Hessen stammende, heute in Belgien lebende Daniel Deußer mit Cornet d’Amour und der für den Reiter-Verein Mannheim an den Start gehende Ludger Beerbaum mit Chiara den Sieg und Platz zwei mit zwei beziehungsweise vier Punkten in der Gesamtwertung. Beide Paare siegten in der dritten Finalprüfung mit ihrer Doppel-Nullrunde gemeinsam mit dem „Badenia“-Sieger von 2012, Marcus Ehning mit Cornado NRW, und dem Dritten des Endstandes, dem britischen Weltranglisten-Ersten Scott Brash mit Ursula XII. Mit sechs Punkten im Gesamtklassement kam der dreifache Weltcup-Champion Marcus Ehning hinter dem Briten (5) auf den undankbaren vierten Platz.

Selten hat man Ludger Beerbaum, dem Reiter-Vereins-Präsident und DOKR-Springaussschuss-Vorsitzender Peter Hofmann ganz besonders die Daumen drückte, so strahlend über einen zweiten Platz gesehen wie in der Stadt an der Rhône. Ludger Beerbaum stellte fest: “Vor einer Woche hatte ich erst erfahren, dass ich nach dem Verzicht von Europameister Roger-Yves Bost fürs Weltcup-Finale nachrücken würde. Ich hatte meine Pferde schon begonnen, auf die Freilandsaison vorzubereiten. Dass ich nun hier auf dem Podium stehe, kann ich selbst noch kaum glauben. Ich freue mich auch für Daniel Deußer. Er und Cornet d’Amour sind ein so tolles Paar. Sie haben den Sieg verdient.“ Grund zum Freuen hatte Ludger Beerbaum gleich zweimal, denn am Abend zuvor hatte er mit Chaman den Großen Preis von Lyon gewonnen. Wie seine weitere Turnierplanung angesichts des unerwarteten Starts in Lyon aussieht, so Beerbaum, müsse er sich nun im Laufe der Woche noch Gedanken machen.

Für einen Moment hätte Ludger Beerbaum sogar zum zweiten Mal nach 1993, damals mit Ratina Z, Weltcup-Gesamtsieger werden können, nachdem er als drittletzter Starter im entscheidenden zweiten Umlauf mit der elfjährigen Holsteiner Schimmelstute Chiara fehlerfrei geblieben war und der ihm nachfolgende Schweizer Olympiasieger Steve Guerdat mit dem 13-jährigen französischen Wallach Nino des Buissonnets einen Abwurf hatte. Daniel Deusser durfte sich keinen Fehler erlauben, ohne den Sieg zu verspielen. Gleich am ersten Hindernis wackelte es zwar bedenklich, aber den weiteren Kurs sprang Cornet d’ Amour ohne eine Stange zu berühren.

Zur Freude des Mannheimer Turnierchefs Peter Hofmann hat ihm während der Veranstaltung in Lyon die in Deutschland lebende Portugiesin Luciana Diniz ihren Start in Mannheim zugesagt, wo ab dem 2. Mai sowohl die internationalen Spring- als auch Dressurprüfungen des 51. Maimarkt-Turniers (2. bis 6. Mai 2014) auf dem Programm stehen.

Gleich zwei Reiter der Top-Fünf des ebenfalls in Lyon ausgetragenen Dressur-Weltcup-Finales werden zu den nationalen und internationalen Dressurprüfungen des Maimarkt-Turniers in Mannheim erwartet. Erwartungsgemäß sicherten sich bei ihrer ersten Weltcup-Finalteilnahme die britischen Doppel-Olympiasieger Charlotte Dujardin und Valegro den Sieg und damit den Titel in der allein entscheidenden Grand Prix-Kür mit 92,179 Prozentpunkten für eine tadellose Vorstellung.

Mit einem in der Grundtendenz hervorragenden Ritt, aber zwei teuren Patzern und einer Note von 87,339 Prozent ritten die Titelverteidiger Helen Langehanenberg und Damon Hill NRW auf Platz zwei vor dem Niederländer Edward Gal und Undercover (83,696). Die Einzel-Doppel-Vize- und Mannschafts-Europameisterin war auch mit Platz zwei höchst zufrieden. „Ich war mit dem Verlauf des Wochenendes sehr glücklich. Schon im Grand Prix und noch mehr in der Kür war Damon Hill so leicht zu reiten gewesen wie nie zuvor. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wenn man viel riskiert, passieren zwei Fehler immer sehr schnell.“ Erneut unter die Top-Fünf wie in den beiden Vorjahren ritt die fünffache Olympiasiegerin und zweimalige Weltcup-Championesse Isabell Werth. In diesem Jahr wurde sie mit dem rheinischen Ehrentusch-Sohn El Santo NRW mit einer überzeugenden Vorstellung und 79,089 Prozent Fünfte.

Während die Rheinbergerin plant in den internationalen Dressurprüfungen mit ihrem EM-Teamgold-Pferd Don Johnson und ihrem Nachwuchsstar Bella Rose an den Start zu gehen, wird Helen Langehanenberg ihren westfälischen Dunkelfuchshengst erst einmal ein paar Wochen Turnierpause

geben und zwei ihrer Nachwuchspferde im Nürnberger Burg-Pokal vorstellen, wo sie erneut auch wieder auf Isabell Werth mit einem jungen Pferd treffen wird. Auf höchstem Niveau befindet sich auch das Mannheimer Dressurrichterkollegium. So wird die in Lyon im Grand Prix als Chefrichterin fungierende Dr. Evi Eisenhardt auch in Mannheim mit wachsamen Augen am Richtertisch sitzen.

Foto © Birgit Popp: Helen Langehanenberg

Das 51. Maimarkt-Turnier im Internet: www.maimarkt-turnier-mannheim.de