Lyon erwartet ersten chinesischen Weltcupfinal-Teilnehmer

FEI World Cup China League spannend bis zum Schluss

(Peking) - In einem packenden Stechen beim dritten und finalen Event der World Cup China League im noblen Chaoyang Park in Peking zeigten die heimischen Reiter dass sie auf einem guten Weg zur Weltspitze sind.

Gleich sechs von ihnen schafften in dem anspruchsvoll gestaltetem Parcours eine fehlerfreie Runde, während der Weltranglistenerste Ben Maher, der am Tag zuvor noch mit dem von "Peppi" Dahlmann geliehenem Wallach "Ziemar" überlegen die Qualifikation gewann, einen leichten Abwurf in Kauf nehmen musste und auch Mannschaftweltmeisterin Janne Frederike Meyer, Siegerin des ersten Springens der großen Tour mit der von Mei Mei Zhu zur Verfügung gestellten Stute "Centana", das Stechen durch zwei Abwürfe verpasste.

Eine kleine Überraschung war so der Sieg des jungen Reiters Qin Lin aus Shanghai auf dem Hannoveraner Chinzano vor Liu Tongyan aus der Provinz Inner Mongolia und Kenneth Cheng aus Hong Kong.

Liu Tongyan konnte sich mit dem zweiten Platz den Gesamtsieg sichern und verkündete stolz, dass er nun den Start in Lyon plane.

Ein wenig enttäuscht war der Gesamtzweite Kenneth Cheng, der bereits einige Jahre in Europa u.a. bei Ludger Beerbaum und Jos Lansik trainiert und schon an den Olympischen Spielen 2008 teilnahm. Ein leichter Patzer im Stechen am Aussprung der Kombination verhinderte seinen Traum vom Weltcup Finale.

Überrascht war Team-Olympiasieger Ben Maher über das große Medieninteresse. "Ich habe hier so viele Interviews gegeben wie auf fast keinem Turnier zuvor, die Begeisterung die einem das Publikum entgegenbringt ist überwältigend".

Tatsächlich berichtete der chinesische Hauptsender CCTV5 erneut 210 Minuten live von allen drei Turniertagen.

Zum ersten Mal besuchte FEI Weltcup Director John Roche die China League. "Ich hätte nicht mit solch guten Bedingungen gerechnet. Durch diese Veranstaltung wird ein Meilenstein gelegt, China ist definitiv der größte Wachstumsmarkt für den Pferdesport" lobte der " FEI Head of showjumping".

So zeigte sich Volker Wulff, der mit seiner Agentur En Garde nunmehr seit drei Jahren als Partner für den Weltcup in China tätig ist, äußerst zufrieden. "Die Teilnehmerzahlen in den Junioren und Amateurprüfungen haben sich seit 2011 verdoppelt, das unterstreicht die wachsende Popularität des Sports hier. Und die Übertragungszeiten im landesweiten chinesischen Fernsehen steigen jedes Jahr. Das sind hier Reichweiten und Werbewerte davon träumt jeder Vermarkter in Europa" schwärmt Wulff, der bereits auf dem Heimweg zu seiner nächsten Großveranstaltung den Munich Indoors ist, die Planungen für die Weltcup China League 2014 aber schon fest im Auge hat.