Luisa Pace: Mit drei Jahren ging es los!

In welchem Alter darf man sich eigentlich dem Pferd so nähern, dass man es als Reiten bezeichnen kann? Sieben? Sechs? Fünf? Früher? Im Falle von Luisa Pace ging es mit drei Jahren los! Klingt vielleicht a bisserl früh, hat aber den Vorteil, dass man sich schon vor Beginn der Schule mit Herausforderungen auseinandersetzen muss, die andere Normalsterbliche erst viel später erleben. Am 12. April ist Luisa Pace schon fünfzehn Jahre auf diesem Planeten und das ist Grund genug, ein wenig mehr über sie zu erfahren.

Luisa kommt aus Berlin-Spandau; hat Vater, Mutter und einen Bruder. Der Vater Giovanni züchtet in seiner Freizeit Kanarienvögel und der Bruder ist mit seinen zwölf Jahren als Fußballer beim SV Dallgow aktiv. Nix mit Reitsport. Bleibt noch die Mutter. Und dann wissen wir auch, wer den Pferdevirus an Luisa vererbt hat. Als Reiterin mit Trainer C-Lizenz im Leistungssport erging es ihr wie so vielen Horse-Mams mit dem Nachwuchs: Das kleine Kind kommt mit zum Pferd! Und dort saß die kleine Lisa auch das erste Mal im Sattel. Wie sollte es anders sein. Die hier erwähnte Rappstute Graciella stand damals beim RSV Am Maifeld und hatte an Luisa bestimmt nicht viel zu tragen.

Lange dauerte es allerdings nicht, bis sich die ersten Erfolge einstellten. Beim Turnier in Dallgow im Jahre 2007 konnte sie sich den Sieg in der Führzügelklasse erkämpfen. Aber es war nicht irgendeine, sondern die Hippo Mini Masters Trophy. Nebenbei bemerkt erhielt sie die Wertnote 8,0. Das war offensichtlich Ansporn genug um weiter zu machen. Bereits zwei Jahre später stellte sie ihren  allgemeinen sportlichen Leistungswillen erneut unter Beweis: Sie siegte beim Vierkampf in der Mini Tour in Neustadt (Dosse). Seitdem folgten noch unzählige Siege und vordere Platzierungen bis zum heutigen Tage. 2013 war es die Bronzemedaille bei den Pony-Springreitern in Tremsdorf. Ein Jahr später war es ebenfalls Bronze bei den Landesmeisterschaften in Neustadt (Ponyreiter Springen). Dort erhielt sie zudem den Fair Play Preis. Nach eigener Aussage reitet sie in Neustadt am liebsten. Groß Viegeln zählt außerdem zu ihren Favoriten, wenn es um Turniere geht.

So langsam geht nun die Pony-Zeit zu Ende. Im Moment sind es noch die etwas kleineren Kaylady und Nora A, mit denen sie unterwegs ist. Chaccari Blue als Großpferd rückt mit zunehmendem Alter immer mehr in den Fokus der Reiterin. Man bleibt nicht ewig klein…

Warum eigentlich der Pferdesport, wollte pferdefreunde.co von Luisa wissen. „Es macht mir Spaß, mit den Pferden zu arbeiten und ihre Fortschritte mitzuerleben“, gibt sie zu. Luisa arbeitet also gerne mit ihren Vierbeinern und lässt sich auf sie ein. „Ohne Vertrauen und Liebe wird man nicht vorankommen“, stellt sie im gleichen Atemzug fest. Das nimmt man der jungen Dame ab.

Die Frage nach dem sportlichen Vorbild ist schnell beantwortet. Es ist der italienische Springreiter Luca Maria Moneta. Der Grund: Luca Maria Moneta kauft oft schwierige Pferde aus schlechten Trainingsbedingungen und schafft es mit Vertrauen und Liebe in den großen Springsport. Man kann bei aufmerksamem Zuhören somit schnell feststellen: Der Sport kommt bei ihr erst an zweiter Stelle. Vom Ehrgeiz zerfressen wie so manche ihrer Altersgenossen ist sie jedenfalls nicht. Auch mag sie die Überheblichkeit mancher Reiter nicht. Und unfaires Verhalten am Pferd. Luisa Pace kommt, so wie es aussieht, selbst aus einem guten Stall. Und so lautet ihr Lebensmotto auch: Mit Kopf und Gefühl sein Pferd und sich voran bringen!

Und wie geht es weiter? Mit fünfzehn hat man ganz nebenbei natürlich Ziele. Mal abgesehen vom Abitur möchte sie mit Chaccari Blue in der schweren Klasse reiten. Wohlgemerkt „mit“ Chaccari Blue - nicht „auf“! Diesen kleinen aber feinen Unterschied macht sie immer wieder deutlich.

Bei all den Erfolgen und Zielen hat sie etwas nicht vergessen, was so manchem schwer fällt: Dankbarkeit. Luisa Pace nennt da gleich mehrere Personen. Da ist ihr Trainer Günter Till. Bei dem ist sie bereits acht Jahre. Er unterstützt sie in all ihrem Tun und brachte sie dorthin, wo sie jetzt ist - und bestimmt auch noch weiter. Günter ist für Luisa nicht nur ein Trainer, sondern ein Familienmitglied. Außerdem fällt ihr im gleichen Augenblick Gabi Selke-John ein, bei der sie ebenfalls trainiert und die sie bei Turnieren unterstützt - egal ob nun mit Pony oder Großpferd.

Den allergrößten Dank verspürt sie aber gegenüber ihren Eltern, die den Reitsport überhaupt erst ermöglichen. Neben dem finanziellen Support ist es vor allem der seelische Beistand, den die Mutter oft leisten muss. Sie spricht ihr immer wieder den Mut zu, den man braucht, wenn es mal nicht so rund läuft. Das ist oftmals mehr wert als eine gute Platzierung.

Luisa Pace hat es in ihrem noch kurzen Leben schon weit gebracht. Und damit ist nicht in erster Linie der Reitsport gemeint. Von ihr wird man noch viel zu hören bekommen, aber vor allem kann man von ihr bereits viel lernen. Herzlichen Glückwunsch zum 15.!

Fotos: privat oder wie angegeben

Hast du auch eine oder deine schöne Geschichte aus dem Pferdesport oder der Pferdezucht zu erzählen, dann melde dich in der Redaktion unter info(at)pferdefreunde.co !