LPO-Anpassungen ab 1. Januar 2014

Warendorf (fn-press). Neue Einstufungskriterien für die Optionen A oder B, halbe Noten in der Dressur und der Einsatz sechs- und siebenjähriger Pferde in Aufbauprüfungen: Das sind die Neuerungen, die die Leistungs-Prüfungs-Ordnung für das Jahr 2014 bereithält.

Die wichtigste Änderung betrifft den Einsatz junger Pferde. So konnten im vergangenen Jahr sechsjährige Pferde nur dann an Spring- oder Dressurpferdeprüfungen der Klasse A teilnehmen, wenn sie bis zum Nennungsschluss keine Platzierung in einer solchen Prüfung hatten. „Wer also vielleicht im Februar einmal platziert war, konnte mit dem Pferd das ganze Jahr nicht mehr in Dressur- oder Springpferdeprüfungen der Klasse A starten. Diese Regelung soll nun wieder rückgängig gemacht werden. Demnach dürfen Sechsjährige ganzjährig in Dressur- oder Springpferdeprüfungen der Klasse A starten, wenn sie im Anrechungszeitraum (als bis zum 30. September des Vorjahres) nicht mehr als eine Platzierung in einer solchen Prüfung hatten. Dasselbe gilt analog für Siebenjährige in Dressur- und Springpferdeprüfungen der Klasse L und M.

Neu ab 1. Januar ist auch die Verwendung „halber Noten“ in Dressurprüfungen. Bei Vergabe von Einzelnoten standen bislang nur „glatte“ Zahlen. Künftig kann auch eine 6,5 ebenso im Protokoll auftauchen wie die 8,5. Diese Regelung gilt auch für Dressurprüfungen in der Vielseitigkeit und im Fahren.

Die LPO-Anpassungen in der Vielseitigkeit betreffen in erster Linie den Tätigkeitsbereich des 2013 auch national eingeführten Technischen Delegierten (TD). Unter dem Aspekt Sicherheit steht die Verpflichtung, künftig nach jedem Geländeritt ein gemeinsame Analyse der Prüfung vorzunehmen, an der der TD, die Richter, der Parcourschef und mindestens ein erfahrener Reitervertreter teilnehmen. „Das Ziel ist es, ein kurzes Protokoll darüber zu erstellen, wo im Aufbau und in der Streckenführung gegebenenfalls Verbesserungsbedarf besteht. Das geht unmittelbar nach der Prüfung am besten und kann damit ggf. auch anderen Veranstaltern wertvolle Optimierungshinweise geben“, erklärt Vielseitigkeits-Koordinatorin Philine Ganders-Meyer die Hintergründe.

Auch in der Disziplin Fahren gibt es verschiedene Änderungen, die die Sicherheit betreffen. So führt beispielsweise das Umkippen einer Kutsche während der Prüfung künftig zum Ausschluss.

Alle Neuerungen wurden kurz vor Weihnachten vom FN-Beirat Sport verabschiedet. Bereits im Mai 2013 hatte der Beirat neuen Einstufungskriterien zugestimmt, die über den Zugang zu „offenen“ und geschlossenen“ Prüfungen entscheiden. Hier wurde der Anrechnungszeitraum verkürzt. Ab 1. Januar 2014 werden statt wie bisher die Erfolge der letzten zwei Jahre nur noch die der letzten Saison (in der Zeit vom 1. Oktober des vorletzten bis 30. September des zurückliegenden Jahres) zur Kategorisierung angerechnet. Reiter, die in diesem Zeitraum mehr als drei verschiedene Pferde in der betreffenden Disziplin (inklusive Aufbau-LP) platziert haben und in die Leistungsklasse vier (LK 4) und höher eingestuft sind, sind in „geschlossenen“ Prüfungen Dressur beziehungsweise Springen nicht teilnahmeberechtigt. Eine Ausnahme machen Platzierungen in reinen Pony-LP oder – auf Antrag – in Mannschafts-LP und mit Ponys. Weiterhin nur in „offenen“ Prüfungen startberechtigt sind außerdem Reiter, die in Leistungsprüfungen der Klasse S*** und/oder höher teilgenommen haben, sowie Reiter der Leistungsklassen D1 oder S1 in der jeweiligen Disziplin. Weiterhin gilt, dass 20 Prozent der Leistungsprüfungen (LP) als „geschlossen“ ausgeschrieben werden müssen, als nur für Teilnehmer mit einem Reitausweis (Jahresturnierlizenz) mit der Option „A“. Um die Zahl der auszuschreibenden „geschlossenen“ LP zu ermitteln, werden zunächst von allen Leistungsprüfungen eines Turnieres die reinen Junioren- und Junge-Reiter-Prüfungen sowie neu ab 2014 auch alle Prüfungen, die nur für die Leistungsklassen fünf und sechs (LK 5 und 6) ausgeschrieben sind, abgezogen. Die verbleibende Zahl an Prüfungen gilt als Basis zur Berechnung der geforderten 20 Prozent.                   Hb

Alle LPO-Neuerungen in der Übersicht gibt es unter

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