LM Distanzreiten Baden-Württtemberg 2012: Ludwig Quarter Horses Gstgeber

 

(Hans-Peter Viemann). Die Baden-Württembergischen Meisterschaften im Distanzreiten werden vom 29. Juni bis 1. Juli auf der Schwäbischen Hochalb in Bitz ausgetragen. Wie der stellvertretende Landesbeauftragte des Vereins Deutscher Distanzreiter und –Fahrer, André Schaudt, mitteilte, hat er sich besonders gefreut, dass das Gestüt Ludwig Quarter Horses (LQH) „zur Ausrichtung des Landes-Championats einen Teil seiner Anlage zur Verfügung gestellt hat“. Der Veranstalter augenzwinkernd weiter: „Jetzt habe ich als Bitzer einen ganz klaren Heimvorteil.“ Nach 2006 und 2007 in Hechingen werden somit ein weiteres Mal die regionalen Meisterschaften im Zollern-Alb-Kreis ausgetragen. Die Schirmherrschaft hat der Bürgermeister der Gemeinde Bitz, Hubert Schiele, übernommen.

Die Besitzer vom Schwantelhof in Bitz, Sylvia Maile und Grischa Ludwig, haben nach der Anfrage von André Schaudt gerne ihre Bereitschaft erklärt, einen Teil ihres Anwesens zur Verfügung zu stellen. Grischa Ludwig: „Als große Pferdesportfreunde haben wir gerne ja gesagt und hoffen, dass es ein tolles Event wird“. Sylvia Maile stellte zudem die Frage: „Wo kann man denn schon besser reiten als bei uns auf der Schwäbischen Alb?“ Zugleich be-dauerte es der 38-jährige Trainer jedoch, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht daheim sein kann, „da auf meinem Turnierplan das Derby in Kreuth eingetragen ist“.

Neben den BW-Titelkämpfen über 120 Kilometer – mit Junioren- und Seniorenwertung – werden vier weitere Streckenlängen (LDR 90 km, MDR 72 km, KDR 49 km, EFR 31 km) angeboten. „Somit ist für jeden Reiter und jeden Vierbeiner das Richtige dabei“, erklärte Schaudt, der weiterhin ausführt, dass „die Strecken in Runden von 23, 18 und acht Kilome-tern um das zentrale Veterinär-Lager auf dem Hof von Ludwig Quarter Horses führen“. Die Distanzen führen zu einem großen Teil über Schotterwege, die jedoch sehr fein geschottert sind, und für Pferde mit Hufschutz ideal zum Reiten sind. Wiesenwege sind dabei, und die Abschnitte mit Asphalt halten sich sehr in Grenzen. Da die Streckenführungen auf der Hoch-fläche verlaufen, sind kaum Steigungen zu bewältigen, jedoch summieren sich die Höhen-meter fast unmerklich („für den Reiter, nicht das Pferd“, sagt Schaudt), so dass taktisches Reiten erforderlich ist.

Auch an die Trossfahrzeuge wurde gedacht und ein exaktes Routenbuch erstellt. Alle Punkte sind leicht zu erreichen, und keiner ist mehr als zehn Kilometer vom Vet-Punkt auf dem LQH-Schwantelhof entfernt. „Da alle Trosspunkte mit Wasser versorgt werden und erfahrene Hel-fer mit Eimern und Schwämmen vor Ort sind, ist das Reiten auch ohne eigenes Gefolge ohne Probleme möglich“, erklärte der erfahrene Organisator, Reiter und FEI-Richter André Schaudt. Der 50-Jährige beschäftigt sich seit 44 Jahren mit Pferden – und seit mehr als zwölf Jahren nachhaltig mit dem Distanzreiten.

„Mit den Ritt-Tierärzten Martina Zink, Klaus Kimmich und Dr. Uli Schwyn steht auf der Veran-staltung ein Vet-Team mit höchster Distanzkompetenz zur Verfügung“, fährt André Schaudt fort, der seinerseits größten Wert auf eine übersichtliche und professionelle Organisation legt, sowie darüber hinaus auf Reitstrecken die Spaß machen – und „auf eine freundliche, kameradschaftliche Atmosphäre“ setzt. Jährlich werden bundesweit über 200 Distanzritte und -fahrten ausgerichtet. Die Streckenlängen betragen zwischen 25 und 160 Kilometer pro Tag, auch Mehrtagesritte erfreuen sich großer Beliebtheit. Der Verein Deutscher Distanzreiter und –Fahrer (VDD) ist ein Anschlussverband der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Und laut einer Statistik des Dachverbandes, die Fédération Equestre Internationale (FEI), ist das Distanzreiten weltweit die zweitgrößte Disziplin nach dem Springreiten.

Foto: © Miriam Lewi - Endurance Photo