Letzter Renntag Berlin-Mariendorf 2013: Schnieder vor der Krönung, Bock und Nimczyk vor dem Schlagabtausch

 

Der neue Mariendorfer Amateur-Champion Werner Schnieder gilt beim Winter-Pokal um 7.000 Euro Preisgeld als Favorit. Marisa Bock fordert Cathrin Nimczyk zum Duell der Trabreiter heraus.

Berlin-Mariendorf, 29. Dezember 2013 (Beginn 13.30 Uhr / Start des 1. Rennens um 14 Uhr).

Der Titel als neuer Mariendorfer Amateur-Champion ist ihm bereits sicher: Für Werner Schnieder verlief die Saison 2013 einfach optimal. Auf seiner Heimatbahn absolvierte der Routinier in diesem Jahr bisher einunddreißig Starts und münzte die Fahrten in neun Siege und zehn Platzierungen um. Mit dieser Bilanz löst Schnieder Sarah Kube an der Spitze ab, für die es mit aktuell sechs Mariendorfer Jahreserfolgen nur noch um Platz zwei geht.

Der im Hauptberuf als Hufschmied tätige Berliner ist natürlich auch beim großen Finale dabei, dem mit 7.000 Euro Preisgeld dotierten Winterpokal der Amateure. Ein über 2.000 Meter führendes und aus zwei Bändern gestartetes Rennen, in dem Werner Schnieder im Sulky des mit zwanzig Meter Zulage bedachten Bolero R.A. als Favorit gilt. Für Beide ist es der erste gemeinsame Auftritt und die Vorzeichen sehen gut aus. Denn mit bisher nur zwanzig Einsätzen gilt der für die Farben von Angelika Jost-Schick laufende Wallach als unverbrauchtes, zugleich aber höchst zuverlässiges Pferd. Eine Disqualifikation erlaubte sich Bolero R.A. nur bei seinem allerersten Lebensstart, danach sprangen sechs Siege und elf Platzierungen für den Hellbraunen heraus, der sich schnell in höhere Gewinnklassen voran arbeitete und sich stets mit guten Gegnern maß.

Zuhause ist der Favorit aber noch lange nicht. Denn seine sieben Konkurrenten verweisen ebenfalls auf vorzügliche Referenzen. Vier von ihnen sind im ersten Band aufgestellt. Der von Michael Schreiber gesteuerte Apollon ist als Stallgefährte von Bolero R.A. mehr als nur eine zweite Wahl – dem eher klein gewachsenen Vierjährigen gelangen in diesem Jahr bereits fünf Volltreffer und er ist ein treuer und unermüdlicher Kämpfer. Jimmy Blue darf auf die zarte Hand des Shooting Stars der deutschlandweiten Amateurfahrerszene vertrauen: Sina Baruffolo gelingt momentan einfach alles. Auch der dem beliebten Berliner Schauspieler Herbert Köfer gemeinsam mit der Familie Radde gehörende Romanelli hat mit André Pögel ein Driver-Ass im Ärmel. Lediglich für Need for Speed und Stefan Dahl ist die Aufgabe von der Papierform her schwer – doch auch den von Klaus Detlefs trainierten Wallach darf man nicht vorzeitig abschreiben. Denn der Rechtskurs kommt ihm entgegen, was ein im März in Mariendorf erzielter Erfolg unterstreicht. .

Und wie sieht es im zweiten Band mit den neben Bolero R.A. postierten drei weiteren Pferden aus? Die in dieser Saison bereits achtmal siegreiche Stute Rhinestone und Katharina Kramer sind ein eingespieltes Gespann. Auch Ariba Boshoeve und ihre Besitzerin Nina Burgard kennen sich aus dem Effeff. Das ganz große Fragezeichen im Feld ist der von Christoph Pellander gesteuerte Hengst Pokerface Diamant aus dem Rennstall von Ulrich Mommert. Von seiner zweifellos vorhandenen Klasse her ist der Vierjährige weit mehr als nur ein Außenseiter – aber seine letzten beiden Auftritte verliefen enttäuschend und Pokerface Diamant stand das Tempo auf den letzten Metern nicht durch. Entschuldigt ist der Braune allerdings durch eine lange Rennpause – der Sohn der achtzehnmaligen Siegerin Michelle Diamant hat nach seiner einjährigen Auszeit erst fünf Starts bestritten.

Der als achtes Rennen ausgetragene Winterpokal der Amateure ist nicht das einzige Highlight der insgesamt neun Prüfungen umfassenden Mariendorfer Veranstaltung, bei der ein frühzeitiges Erscheinen unbedingt zu empfehlen ist. Nicht nur, um gleich bei der um punkt 14 Uhr mit dem Start des ersten Rennens beginnenden großen Prämienausspielung um Preise im Gesamtwert von 3.500 Euro erfolgreich teilzunehmen, sondern weil sich bereits um 13.40 Uhr ein überaus prominenter Traber in einem Probelauf präsentiert: Der Breeders-Crown-Triumphator Shoemaker und sein Trainer Heinz Wewering üben für ihr geplantes Engagement in Paris, das entweder am 21. Januar in dem mit 58.000 Euro dotierten Prix de Pont-Audemer oder eine Woche später im Prix Jean et André de la Vaissiere um 52.000 Euro Preisgeld erfolgen wird.

Spannung herrscht also vom Fleck weg und das Fieberthermometer wird vor allen Dingen bei zwei jungen Damen mächtig ausschlagen, die im 6. Rennen zu einem Showdown aufeinandertreffen - nämlich Marisa Bock und Cathrin Nimczyk. Für Beide geht es ums Ganze: das Bundes-Championat der Trabreiter. Aktuell liegt Cathrin Nimczyk mit einem Zähler Vorsprung an der Spitze – doch Marisa Bock, die zwischenzeitlich noch am 26. Dezember in München chancenreich in einem Trabreiten an den Start geht, könnte das Blatt mit einem Erfolg in Berlin noch einmal zu ihren Gunsten wenden oder zumindest gleichziehen. Im Sattel von Bon Ami sehen die Chancen der amtierenden Monté-Championesse verlockend aus. Der Wallach trat in dieser Spezialdisziplin zweimal in Straubing an und gewann mit überlegenem bzw. Weile-Vorsprung. Doch Cathrin Nimczyks Schützling, die Stute Minou Columbus, trumpfte ebenfalls schon unter dem Sattel auf. Das Duell der attraktiven Sportlerinnen wird also alles andere als ein vorsichtiges Abtasten, sondern ein beinharter Schlagabtausch.          

Unsere Tipps:

1.Bachmann – Sixpack – Halliwell

2.Torpedo As – Rock of Gibraltar – Gibson

3.Itsibitsy – Alicante – Julius Southwind

4.Herana – Il Lamborghini – Nereide d’Esi

5.Goetmals Best – Geta – Sandro HS – Annabel Charisma

6.Bon Ami – Minou Columbus – Crime Time

7.Michigan Venus – Pershing Shadow – San Siro BR

8.Bolero R.A. – Jimmy Blue – Rhinestone

9.Vulkan – Disney As – Dynamite Goal Ass