Kimberley Alexandra Gibson: Mein Turniertagebuch zum Salut-Festival

 

 

Kimberley Alexandra Gibson: Mein

Turniertagebuch zum Salut-Festival

 

Hallo Leute, damit ihr mal seht, wie es so in Aachen gelaufen ist, hier meine Notizen der vier Tage. War ganz schön anstrengend. Hätte in den Ferien bestimmt mehr Spaß gemacht… Aber wer mal die Chance bekommt, an so einer Sache teilzunehmen, der sollte das auf jeden Fall machen, auch wenn es dort eine richtige Herausforderung ist. Das Salut-Festival in Aachen ist die Deutsche Hallenmeisterschaft der Ponyreiter, Junioren und Jungen Reiter.

 

Salut-Festival Aachen Tag 1:

07. Dezember 2011

- Aufstehen 07.30 Uhr - das war auf jeden Fall eine humane Zeit

- Abfahrt 10.00 Uhr; vorher alles zurecht legen und bloß nichts vergessen, einmal die komplette Turnierausstattung einpacken, Apanatschi fertig machen, sie ließ sich gut verladen, hätte ich vorher nicht gedacht, sie war ein bisschen aufgeregt, aber das ist sie ja immer, wenigstens regnete es nicht, aber kalt war es schon, die Freistellung für das Gym erfolgte vom Lehrer über den LPBB

- vor uns lagen 680 km Autobahn, keine Langeweile, hatte das ganze Schulzeug mitgenommen, um zwischendurch lernen zu können, toll…, war aber auch genug Zeit dafür, die Fahrt dauerte 9 Stunden, so mit Stau und Platzregen und allem drum und dran

- im Anhänger bei Apanatschi war während der Fahrt alles ruhig, sie war die ganze Zeit damit beschäftigt, das Heunetz leer zu fressen

- Ankunft 19.00 Uhr in Aachen, Beeilung, denn die Meldestelle schließt eigentlich um diese Zeit, da ist alles perfekt organisiert, der Pförtner wollte nur die Namen von Reiter und Pferd haben und schon gab es alle Informationen, ein Betreuer begleitete uns zur Box von Apanatschi und zeigte uns alle Wege,

- das sind die Boxen, in denen sonst die CHIO-Pferde stehen…

- mit Beeilung zur Meldestelle und gleich das erste Mal durch die Albert-Vahle-Halle, da gehen bestimmt zweitausend Leute rein, alles festlich und weihnachtlich geschmückt mit Tannenzeug und Lichterketten, wie ein Weihnachtsmarkt, habe viel mit dem Handy fotografiert

- Meldestelle alle super nett, haben orangefarbene Bändchen bekommen, die man am Arm trägt, mit dem Aufdruck des Salut Festivals 2011, schöne Erinnerung, außerdem bekam jeder gleich vorneweg eine Stallplakette, das kam auch gut, Umschlag mit allen Infos zum Salut Festival und Freikarten für das Thermalbad nebenan

- zurück zum Pferd und füttern mit Einstellen in die Box, dann ab ins Hotel, war halbwegs um die Ecke, nebenan ist das Tivoli von Alemannia Aachen und ein Eishockey-Stadion, alles zusammen viele Hektar groß und unüberschaubar, gigantisch

- im Hotel um 20.30 Uhr, noch ist keine Aufregung zu spüren, Apanatschi war auch den ganzen Tag entspannt

 Salut-Festival Aachen Tag 2:

08. Dezember 2011

- Aufstehen um 07.00 Uhr, unchristliche Zeit, komme wie immer nicht aus der Hüfte, Frühstück um 08.30 Uhr, vorher Pferd füttern und versorgen, Apanatschi geht es sehr gut, Hunger und Durst ausreichend vorhanden, und weil es heute schon fast ernst wird, haben wir Apanatschi „Championatspony“ getauft, klingt irgendwie lustig, wenn man sie dabei so anguckt…

- vormittags gelernt bis zum Mittag, für die kommende französisch-Klausur

- um 13.00 Uhr zum Stadion, „Championatspony“ vorbereiten,  ab zum Abreiteplatz

- um 15.15 Uhr war Warm Up geplant, konnte in einer Minute jeder Teilnehmer einmal durch den Parcours, habe bis auf einen alle Sprünge gemacht-wobei man da auch nur zum Zeigen mit dem Pony reinkonnte, habe bis auf einen alle Sprünge gemacht, war aber auch alles keine Pflicht, deshalb auch noch kein Stress, ist aber cool, wenn man vorher mal durchreiten kann, macht sicherer, die Halle war noch fast leer und somit ziemlich ruhig, das wird bestimmt noch anders

- Apanatschi fand das alles anscheinend auch ganz in Ordnung

- nach dem Warm Up wieder Pferd versorgt und auf zu einer keinen Erkundungstour durch das CHIO-Gelände gestartet, auf jeden Fall musste ich mal einen Fuß auf den „Heiligen Rasen“ setzen, das ist ein echt großes Gelände so mit allem, was dazu gehört, beste Ausstattung, alles vom Feinsten, und wird eigentlich echt wenig genutzt, das ganze Gelände ist so sauber und gepflegt, da liegt kein Krümel Schmutz herum, auch nicht, wo die ganzen Transporter stehen, selbst wenn es mal regnete, war alles immer ordentlich,

- auf den Parkplätzen standen jede Menge große Pferdetransporter herum, Monstertrucks mit Platz für zehn Pferde und einer Eigentumswohnung oben drin, Hotels verdienen da kein Geld

- am Abend waren wir mit Familie Lesemann unterwegs, haben uns in der Halle noch einige Springen angeguckt, war schön ruhig, morgen geht es los mit dem ersten Wertungsspringen

 

Salut-Festival Aachen Tag 3:

09. Dezember 2011

- Aufstehen mit Ausschlafen um 10.00 Uhr, das war gut!!!, Papa hat sich um Apanatschi gekümmert, so kann es immer sein, mit Frühstück wurde es eng im Hotel, bis um 13.00 erst mal wieder schön Hausaufgaben gemacht und gelernt, dann ab zum Turniergelände

- die Prüfung war für 15.00 Uhr angesetzt, ich war 6. Starterin, Apanatschi war noch immer merkwürdig ruhig, da weiß man vorher nicht, was man davon halten soll, also am besten nicht drüber nachdenken…

- so etwa um 14.30 Uhr war Parcoursbegehung, Vater Lesemann hat mein Pony gehalten, das war sehr nett-Danke!-

- Der Parcours war schwer gebaut und hoch, und dann kommt auch gleich die Aufregung hinterher,

 

- die Aufregung habe ich aber bis zum Aufsteigen wieder halbwegs in den Griff bekommen, sonst hätte ich Apanatschi bestimmt angesteckt

- und außerdem muss man ja auch an den Rest denken, da waren 13-jährige Mädchen, die schon zum zweiten oder dritten Mal dabei waren, da darf man sich doch keine Blöße geben!

- aber einen Konkurrenzdruck gab es nicht, alle waren gut drauf und nett zueinander, eher so wie in einer Community, es war eine ganz tolle Atmosphäre, eine angenehme Gemeinschaft

- Einreiten: Tribünen waren schon so etwa halbvoll besetzt und die Musik laut, alles war hell erleuchtet, die Lichterketten und Deckenstrahler waren alle im Einsatz, ich war beim Einreiten aufgeregter als Apanatschi, da bin ich mir sicher,

- habe Apanatschi vorher ein paar Sprünge gezeigt, die ich mir vorher rausgesucht hatte, damit sie nicht ganz so überrascht ist,

- die Sprünge waren 1,25m hoch, 13 Hindernisse mit 2 Kombinationen,Mauer ,Wasser,es war ein Fehler-/Zeit-Springen, eigentlich mein Ding und das von Apanatschi

- am Ende hatte ich zwei um und wurde 19., bis Platz 11 hatten alle null, Ivana Lesemann wurde auf Mondrian 11. und hatte 0,25 Strafpunkte für Zeitüberschreitung, wir haben es wohl beide eher ruhig angehen lassen, es sollten schließlich noch zwei Wertungsprüfungen kommen und wer weiß, was da für Anforderungen sind, die werden bei solchen Turnieren nicht kleiner!

- es gab auch jede Menge Reiter, die ausgeschieden sind, aufgegeben haben oder disqualifiziert wurden, das traf mich schon mal nicht, gottlob

- Anspannung lässt erst nach, wenn man wieder aus dem Sattel steigt, Apanatschi war brav, der erste Stein fiel also spät vom Herzen

Zuerst mit Mama telefoniert und Papa hat mit der Landestrainerin Gabriele Selke-John gesprochen, sie ließ mich an den richtigen Sitz erinnern..

- dann zurück zum Parcours und die letzten Starter angeguckt, waren sehr gute dabei, konnte man noch was lernen,

- Abendbrot zusammen mit Familie Lesemann und noch ein paar Springen von den Großpferden angeguckt, war ein Mannschafts-S

- ins Bett um 22.00 Uhr, geschafft, aber noch im Rennen, habe mir für morgen mehr vorgenommen

 

Salut-Festival Aachen Tag 4-

10. Dezember 2011

- Aufstehen um 08.00 Uhr, da war gestern schon Luxus, die Devise des Tages lautet auch nach der Nacht noch „weniger als zwei Fehler“, ich wollte mich verbessern, wenn das mal gut geht, dachte ich so bei mir…

- nach dem Frühstück war wieder „Lieblingsbeschäftigung“ angesagt: Lernen, Lernen…

- um 10.30 Uhr zum Gelände und Apanatschi vorbereiten, bis 12.00 Uhr

- diesmal war die Startreihenfolge in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung, ich war 16.

- so um 12.15 war Parcoursbegehung, der Vater von Ivana hielt wieder mein Pferd, auch heute wieder DANKE!

- beim Parcoursabgehen kam es schon durch die Lautsprecher, Hindernisse bis zu 1,30 m Höhe waren gebaut worden, mit 3fach Kombi, wegen des Niveaus auf nationaler Ebene und so werden die Anforderungen von Tag zu Tag höher, krass hoch!

- es waren insgesamt 11 Hindernisse mit 15 Sprüngen

- dann ging irgendwie alles ganz schnell, aufs Pferd, einreiten, durch den Parcours und wieder raus, am Ende war es ein Fehler im Einsprung an der Kombi, aber ich war gerade noch so platziert!, beim Salut Festival in Aachen!, das war ein gutes Gefühl, ehrlich, es bekamen auch alle die gleiche Schleife, würde mich nur als Siegerin stören…, auf jeden Fall platziert, mehr geht nicht und alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte, auch wenn ich es nicht gedacht hätte

- und wieder mit Mama telefoniert, Papa mit Gabi Selke-John, gefreut haben sich alle, dann noch den Rest angeschaut, waren wieder sehr gute Leistungen von einigen dabei

- am Nachmittag gab es zur Belohnung Schlittschuhlaufen in der großen Eishockey-Halle nebenan zusammen mit Lea Ercken, Celine Tillmann, Franziska Wora, Kathrin Stolmeijer, Sabrina Bruhns und Mylene Kruse, bin nicht hingefallen, war aber auch vorsichtig, hatten alle viel Spaß gehabt

- abends war Pferd füttern und Reiterparty im Stable Inn an der Halle, war nur für Teilnehmer und geladenen Gäste, trotzdem sehr voll und laut, die Jugendlichen waren in der Disko und die Alten unten beim Glühwein ein bisschen abseits, Musik war gut,

- und selbstverständlich erst um 01.00 Uhr ins Bett, morgen wird es nochmal richtig hart und ernst und anstrengend

 

Salut-Festival Aachen Tag 5-

Der Tag der Entscheidung-

11. Dezember 2011

- aufstehen um 08.00 Uhr, Frühstück, aber wenigstens kein Lernen am Vormittag, so fängt der Tag gut an, vor dem Frühstück Apanatschi gefüttert, irgendwie aufgeregt, aber eher gespannt, was kommt, müssen aus dem Hotelzimmer, nach dem Springen geht es nach Hause

- bis 10.30 Apanatschi fertig gemacht, sie ist eigentlich fast die ganze Zeit ruhig und ausgeglichen, kommt selten vor

- 11.15 Uhr Parcoursbegehung, Apanatschi bleibt in der Box, bin 18. Starter, der Parcours ist heftig, bis 1,35m Höhe, 11 Hindernisse,14 Sprünge, eine zweier und eine 3er Kombi, Mauer ,Wasser - meine Aufregung kam spätestens beim Anblick der Hindernisse, die Halle war voll und es war laut von den vielen Menschen und der Musik,

- als ich dran war, lief alles ganz gut an, bis zur 3er Kombi hatte ich nur zwei Fehler, das war ok

- das Grauen fing am Aussprung einer Dreierdistanz an und hörte nicht mehr auf, Apanatschi ging dreimal dran vorbei, da war nichts zu machen, vielleicht hätte ich…, vielleicht sollte ich…, war dann auch egal,

- raus aus dem Parcours, große Enttäuschung und deshalb gleich alles zusammen gepackt, Apanatschi sah nicht so aus, als wenn sie sich schuldig fühlt, sie wollte bestimmt auch nur nach Hause

- trotzdem haben wir uns noch die letzten Starter angeguckt, kann man ja wenigstens noch etwas lernen,

- Mama fand es schade, Papa und die Landestrainerin fand tröstende und motivierende Worte, hat mich wieder ein wenig aufgebaut, habe ich gebraucht

- Abfahrt um 14.30 Uhr, mussten uns beeilen, denn nebenan auf dem Tivoli spielte Alemannia Aachen, den Stau wollten wir vermeiden,

- die Fahrt war relativ kurz, 7 Stunden und ein bisschen, Mathe gelernt für den Test am nächsten Tag

- trotz Enttäuschung am letzten Tag war es schön, am Ende bin ich im Gesamtranking 25. geworden von 35 Startern, Ivana wurde 29., nach dem zweiten Tag lag ich auf Platz 14, nach dem ersten auf 19, freue ich mich eben über die Platzierung am zweiten Tag

- eigentlich war es eine gute Erfahrung und die positiven Eindrücke haben am Ende überwogen, das Turnier war beeindruckend, wenn ich nochmal die Chance bekomme, würde ich wieder hinfahren, so muss das Motto lauten „nächstes Mal wird alles besser“

- wenn ich vorher gewusst hätte, wie der Tag wird, wäre ich gleich morgens zur HIPPO gefahren, dann hätte ich wenigstens bei meinen Berufungen in die Landeskader Pony Springen, Pony Dressur und Junioren Dressur dabei sein können, aber Aachen war trotz allem eine Reise wert,

- morgen geht das Gym wieder los, nächste Woche liegt schon wieder Warendorf an

Salut!!!

 

 Die Texte wurden in Zusammenarbeit mit Jan-Pierre Habicht erstellt
Fotos: Kimberley und Alexander Gibson