Jubiläums-Renntag in Mariendorf: Wild Viking-Ein absoluter Siegertyp

 

Marie Lindinger steuert den Hengst zu einem großartigen Triumph im Mariendorfer Jubiläumsrennen. Heinz Wewering und Shoemaker gewinnen den Adbell-Toddington-Trial  

Mariendorf, 12. Mai 2013. Ein großer Tag und ein großer Sieger: Mariendorf feierte das 100-jährige Jubiläum mit dem Geburtstagsrennen I um 35.000 Euro Preisgeld. Der Löwenanteil der genannten Summe ging an den bayrischen Stall Wieserhof, der einen würdigen Triumphator präsentierte: Marie Lindinger gewann das Topereignis mit dem Hengst Wild Viking.

Schon in seinem Vorlauf hatte Wild Viking angedeutet, dass er an diesem Tag wohl kaum zu bezwingen sein würde. Denn die erste ganz große Hürde, der achtmal hintereinander erfolgreiche Jag Heuvelland (Josef Franzl), war für den edel ausschauenden Hengst kein wirkliches Hindernis. Nach einem Rennen in der Außenspur setzte sich Wild Viking in der Tagesbestzeit von 14,8/1.900m deutlich von seinem Gegenspieler ab, der zu allem Überdruss das Geläuf verlor und aus der Wertung genommen wurde.

Trotz des Ausfalls seines Favoriten blieb Josef Franzl der Hauptkonkurrent für das Finale. Denn der Spitzenfahrer holte sich den zweiten Vorlauf des Jubiläumsrennens mit einem Pferd, das ebenso imponierend wie Wild Viking auftrumpfte: Offenbach Bigi. Der Wallach, der in der letzten Saison mit Alfred Winzig die Derby-Meisterschaft der Amateure gewonnen hatte, lag unterwegs stets an dritter Position und zog seinen langgezogenen Schlussangriff in 15,0/1.900m souverän durch.

Unmittelbar vor dem Finale konzentrierte sich das Interesse des Wettpublikums natürlich auf die beiden Vorlaufssieger – und da Wild Viking zwanzig Meter günstiger stand, wurde der Fünfjährige bei 22:10 gehandelt. Den ersten Bänderstart seiner Rennkarriere absolvierte Wild Viking mit Bravour. Der Dunkelbraune stürmte sofort nach vorne, ließ dann aber überraschenderweise zunächst Vic Timberlake (Thorsten Tietz) und im Gefolge auch den großen Gegenspieler Offenbach Bigi vorbei. Erst als es zum ersten Mal am Zielpfosten vorbeiging, nahm Wild Viking mit einem energischen Zwischenspurt die Verfolgung auf.

Kopf an Kopf ging es dann die gesamte Gegenseite herunter und noch bis in den Einlauf hinein schien das Duell zwischen Wild Viking und Offenbach Bigi eine offene Angelegenheit zu sein. Doch zweihundert Meter vor der Linie musste sich Josef Franzl im Sulky immer mehr rühren, während Marie Lindinger ihren Schützling lediglich bei Laune hielt. Die Würfel waren gefallen. In 16,7/2.000m spurtete Wild Viking zwei Längen Vorsprung heraus und die Erklärung, warum seine Fahrerin ganz bewusst die Außenspur gewählt hatte, folgte bei der anschließenden Siegerehrung. Marie Lindinger: „Wenn er in Führung liegt, ist Wild Viking stets ein wenig phlegmatisch. Ganz anders schaut es aber in einem direkten Zweikampf aus. Wenn er seinen Gegner unmittelbar neben sich spürt, geht Wild Viking immer weiter und gibt zu keinem Zeitpunkt auf.“

Auch der zweite große Sieger des Nachmittags stand auf den entscheidenden Metern vor keinerlei Problemen. Der von Heinz Wewering präsentierte Shoemaker gewann den mit 7.000 Euro dotierten Trial II des Adbell-Toddington-Rennens quasi im Schongang. Der 29-malige Deutsche Meister hatte mit dem Hengst sofort das Kommando übernommen und auf der Zielgeraden machte sich Shoemaker in 17,0/ 1.900m entscheidend von seinem Widersacher Easy Lover (Michael Nimczyk) frei. Im Anschluss strahlte Wewering gemeinsam mit Shoemakers Mitbesitzer Johann Holzapfel um die Wette und lobte den neuen Hoffnungsträger mächtig: „Shoemaker erinnert mich an seinen Vater Oscar Schindler Sl. Mein Trainerkollege Wolfgang Bayer hat den Hengst mit viel Geduld und großer Sorgfalt an eine erfolgreiche Zukunft herangeführt. Das Pferd hat sich prächtig in seiner neuen Heimat Berlin eingeführt. Wir werden nun die kommenden Wochen bis zum Derby weiter nutzen und schauen, was am Ende dabei herauskommt.“

Im Rahmenprogramm des Jubiläumsrenntages stellte sich ein weiterer hochtalentierter Dreijähriger vor: Der von Michael Schmid gesteuerte Most Wanted As gewann für die Farben von Marion Jauß überaus leicht. Auch die Auftritte der siegreichen Traber Letsgoagain (Josef Franzl), Ivanhoe (Dennis Spangenberg) und Jaqueline (Michael Nimczyk) sowie der beim Monté erfolgreichen Evita (Saskia Krause) verliefen eindrucksvoll. Am hellsten strahlte allerdings der Stern des Berliner Champions Thorsten Tietz. Der 35-jährige Berufsfahrer landete drei Volltreffer und führte Michigan Venus, Zora Island und Envie de Paris auf die Ehrenrunde.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 146.883,46 Euro – Bahnumsatz: 52.695,00 Euro – Außenumsatz: 94.188,46 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Montag dem 27. Mai statt. Beginn ist um 18.30 Uhr!