Interview mit Meredith Michaels-Beerbaum: Beim ersten Aachen-Start flogen die Stangen

 

Meredith Michaels-Beerbaum ist der Liebling des Aachener Publikums. Im Interview erzählt die Springreiterin von ihren Erfolgen, ihrer Familie und ihrer doch eher desaströsen Aachen-Premiere.

Frage: Zuletzt waren Sie 2009 in der Mannschaft – was bedeutet es für Sie, wieder Teil des Teams zu sein?

Michaels-Beerbaum: Ich bin wahnsinnig froh, dass ich in diesem Jahr beim Mercedes-Benz Preis am Donnerstagabend reiten darf. Bei keiner Prüfung sonst trifft man als Reiter auf ein dermaßen begeistertes Publikum, auf eine so gigantische Atmosphäre. Das ist ein wahnsinniger Anreiz. Und meine Nachwuchsstute Bella Donna ist in Spitzenform – es wird spannend!

Frage: Ihr erster Start in Aachen war Anfang der 90er-Jahre für die USA. Wie war das damals?

Michaels-Beerbaum: Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich habe zu Fuß das Stadion betreten, mich auf den „Heiligen Rasen“ gesetzt und einfach nur gestaunt. Ich weiß noch, dass ich einfach nur wahnsinnig beeindruckt war – wie übrigens auch heute noch. Beim anschließenden Nationenpreis war ich allerdings nicht sonderlich erfolgreich – ich kann mich noch erinnern, dass die Stangen flogen. Aber immerhin bin ich ins Ziel gekommen (lacht). Damals habe ich mir geschworen, dass ich wieder nach Aachen kommen werde – und einen besseren Auftritt hinlege.

Frage: Sie starten in Aachen mit Bella Donna. Wie ist sie drauf?

Michaels-Beerbaum: Mit Bella Donna habe ich ein sehr gutes Gefühl, sie ist topfit. Bereits im letzten Jahr haben wir beim CHIO Aachen den dritten Platz beim Rolex Grand Prix erreicht. Ich bin wahnsinnig stolz auf sie. Mal sehen, was der diesjährige CHIO Aachen bringt…

Frage: 2005 haben Sie den Rolex Grand Prix in Aachen gewonnen. Wie fühlt sich das an?

Michaels-Beerbaum: Damals ist ein Riesentraum in Erfüllung gegangen. Mit mir waren vier Reiter im Stechen. Die Entscheidung fiel erst beim letzten Ritt. Letztendlich war der Zweitplatzierte nur einen Tick langsamer als ich. Den eigenen Namen auf der Siegertafel zu sehen, ist ein tolles Gefühl und ich habe mich nur gefragt: Ist das wahr oder einfach nur ein schöner Traum?

Frage: Das Aachener Publikum hat sie ins Herz geschlossen. Hilft Ihnen das in den Prüfungen?

Michaels-Beerbaum: Das motiviert mich unheimlich und ich bin sehr stolz, dass das Publikum in Aachen mich so sehr unterstützt. Das gibt mir Kraft, motiviert mich noch mehr und sorgt dafür, dass ich noch konzentrierter an den Start gehe.

Frage: 2011 haben Sie und das Publikum zusammen sehr emotional Ihr Top-Pferd Shutterfly verabschiedet. Wie geht es ihm?

Michaels-Beerbaum: Shutterfly geht es super! Er ist zurzeit sehr happy, denn er ist frisch verliebt: In eine vierjährige Pferdedame. Auch jetzt ist er noch wahnsinnig beliebt. Nachdem wir eine Fanseite für Shutterfly auf Facebook eingerichtet haben, hat diese Seite innerhalb von zwei Tagen 11.000 Likes bekommen.

Frage: Ihre Erfolgspferde Shutterfly, Quick Star und Checkmate stehen Pate für die Mercedes-Benz Sonderedition „CHIO Aachen exclusive“, die in der Aachener Niederlassung angeboten wird. Das ist auch etwas ganz Besonderes für Sie, oder?

Michaels-Beerbaum: Diese Idee ist unglaublich! Ich habe gehört, dass bereits viele Autos aus dieser Serie verkauft worden sind. Ich bin sehr stolz darauf, dass die Namen meiner Pferde für diese edlen Fahrzeuge verwendet werden.

Frage: Sie sind seit vielen Jahren hocherfolgreich im Pferdesport unterwegs. Gibt es ein Geheimnis hinter Ihrem Erfolg?

Michaels-Beerbaum: Ich hatte das Glück, immer wieder gute und junge Pferde zu bekommen, zu denen ich von Anfang an ein gutes Vertrauensverhältnis aufbauen konnte. Denn das wichtigste ist es, Das Vertrauen der Pferde zu gewinnen. Das ist wie in einer Partnerschaft – Vertrauen ist das A und O eines eingespielten Teams.

Frage: Ihre Familie stärkt Ihnen aber mit Sicherheit auch den Rücken…

Michaels-Beerbaum: Na klar! Meine Tochter Brianne Victoria ist die Freude meines Lebens und natürlich auf Turnieren mein absoluter Glücksbringer. Meine Tochter und mein Mann versuchen so oft bei Turnieren dabei zu sein wie möglich. Das gibt mir ein gutes Gefühl.

Foto: Meredith Michaels-Beerbaum beim CHIO Aachen 2012 (CHIO Aachen/Andreas Steindl)