Interview mit Dorothee Schneider: Stammgast im NÜRNBERGER BURG-POKAL

Nürnberg. Der NÜRNBERGER BURG-POKAL wird in diesem Jahr zum 25. Mal ausgetragen. Dieses Silberjubiläum nehmen wir zum Anlass, Interviews mit allen bisherigen Finalsiegern zu führen. Dorothee Schneider gehört seit Jahren zu den Stammgästen im NÜRNBERGER BURG-POKAL. Im vergangenen Jahr konnte sie bei ihrer achten Teilnahme erstmals das Jahresfinale der prestigeträchtigen Serie für sich entscheiden. Die Reiterin stand uns in einem Interview Rede und Antwort:

Frage: Sie starten seit Jahren regelmäßig im NÜRNBERGER BURG-POKAL, 2016 haben Sie in der Frankfurter Festhalle das Finale für sich entschieden. Welchen Stellenwert hat dieser Erfolg in ihrer bisherigen Karriere?

Dorothee Schneider: Der Nürnberger Burg-Pokal ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil meiner sportlichen Entwicklung. Das zeigt schon das Dutzend zum Finale qualifizierter Pferde. Die Finalteilnahme ist immer ein Beweis für die Qualität von Pferd, Reiter und Ausbildung. Zugleich ist sie Bestätigung für gute Arbeit, woran man sich auch selbst weiterentwickelt. Zum Sieg in der Frankfurter Festhalle, die jedes Jahr ein Saisonhighlight ist, habe ich über einige Jahre "Anlauf" genommen. Oft wurde es ein Platz zwischen Platz 2 und 5, aber gewonnen hatte ich bisher noch nie. Die Freude über den Erfolg im Finale 2015 war somit extrem groß und ein gebührender Saisonabschluss. Davon kann man noch etwas zehren!

Frage: Die Serie feiert in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestehen. Was macht den NÜRNBERGER BURG-POKAL so einzigartig?

Dorothee Schneider: Es sind aus meiner Sicht mehrere Facetten: Zum einen ist die Nürnberger ein verlässlicher, von der Liebe zum Pferd und dem artgerechten Sport geprägter Sponsor. Des Weiteren sind 25 Jahre Sponsoring einer so großen Serie an sich schon einzigartig. Schließlich füllt es eine entscheidende Lücke in der Entwicklung von Spitzenpferden. Im Grunde fehlt weltweit ein Wettbewerb, in dem sich junge Pferde beim Wechsel in die schwere Klasse messen können. Die fünf- und sechsjährigen Dressurpferde haben eine eigen Weltmeisterschaft, die Grand Prix-Pferde ihre Championate. Für das Alter dazwischen ist der Burg-Pokal genau richtig und verhindert einen übereilten Schritt in den Sport auf Grand Prix-Niveau.

Frage: Was zeichnet ihr Siegerpferd Santiago aus?

Dorothee Schneider: Santiago hat einen sehr lieben und nervlich stabilen Charakter. Kombiniert mit einem sehr elastischen Bewegungsablauf und immenser Präsenz im Viereck ist das eine begehrte Mischung! Er möchte sich präsentieren und sogar die feierliche Atmosphäre in der Frankfurter Festhalle unterstützt diesen Ehrgeiz auf positive Weise. Eine ziemlich einzigartige Mischung aus sportlicher Qualität, Rittigkeit. Selbstbewusstsein und innerer Ruhe!

Beim täglichen Paddockgang ist der "Star" auch noch in der Lage, die Seele "baumeln" zu lassen....Er ist eben in jeglicher Hinsicht ein Genießer!

Frage: Sie gehören zu den bekanntesten Ausbilderinnen junger Pferde bundesweit. Ist der NÜRNBERGER BURG-POKAL ein ideales Bindeglied zwischen Zucht und Sport?

Dorothee Schneider: Natürlich ist jeder Wettbewerb mit einer derartigen öffentlichen Präsenz und Aufmerksamkeit ein Bindeglied zwischen Sport und Zucht. Beim Burg-Pokal zeigt sich erstmals, welche Hengste oder Nachkommen von ihnen es in die schwere Klasse schaffen. Insofern bekommt diese Serie in der sportlichen Beurteilung der Zucht einen hohen Stellenwert.

Frage: Was wünschen sie dem NÜRNBERGER BURG-POKAL für die Zukunft?

Dorothee Schneider: Ich wünsche dieser Prüfung einen langfristigen Fortbestand. Mehr kann ich ihm und mir als Sportler nicht wünschen.

Frage: Was macht Dorothee Schneider, wenn sie nicht im Sattel sitzt?

Dorothee Schneider: Nun, das kommt für mich als Selbstständige nicht so häufig vor. Ein eigener Betrieb möchte natürlich auch außerhalb des Trainings der Pferde gemanagt und geführt werden. Wenn sie mit ihrer Frage die wenige Freizeit meinen, dann genieße ich diese Zeit natürlich mit meinem Mann oder lese ein gutes Buch.

Frage: Was sind ihre Ziele für die Saison 2016?

Dorothee Schneider: Ich peile natürlich die Olympischen Spiele in Rio an, versuche mein Pferd und mich reell auf die Qualifikationen vorzubereiten. Für die jüngere Garde erhoffe ich mir mindestens einen Teilnehmer im Finale um den Nürnberger Burg-Pokal