Hoffest beim Reitsportzentrum Waldesruh: Vier Stunden Werbung für Pferde

Es ist ja schon ein wenig gemein: Da hat man einen guten Standort am Stadtrand von Berlin und lockt an einem Brückentag nach Christi Himmelfahrt die Familien zum Pferd. Und weil der Vati am tags zuvor seinen Spaß hatte, waren einen Tag später die Kleinen dran. Da gab es keine Ausrede.

Und es traf sich gut, dass die Waldesruher ihr Hoffest auf diesen Termin legten. Die Sonne schien. Es war nicht zu heiß und trocken, aber vor allem gab es jede Menge für die zukünftigen Reiter zu erleben. Da wurde das angebotene Kinderschminken schnell zur Nebensache, wenn man selbst auf einem Hottchen sitzen konnte. Trotz der vielen Pferde, die für das Kinderreiten zur Verfügung standen, war die Schlange lang und die Ungeduld groß.

Um die Lücke zwischen den ganz kleinen, zukünftigen und den schon älteren Reitern zu schließen, durfte sich in Waldesruh der Nachwuchs im Sattel präsentieren. Der erfahrene Teil des Vereins hatte Aufsicht und musste alles am Laufen halten. Das ist vier Stunden lang bestens gelungen. Die Besucher hatten sich köstlich unterhalten. Und das alles bei freiem Eintritt.

Neben einigen Angeboten auf dem Flohmarkt wurde übrigens pädagogisch wertvoll gehandelt: Es gab nicht einmal für die Erwachsenen alkoholischen Getränke und selbst auf Cola wurde verzichtet. Da lernt man nicht nur etwas über Pferde, sondern ist ebenso in Sachen Ernährung in besten Händen! Es sah nach einiger Beobachtung nicht so aus, als wenn es die Kleinen stören würde. Lautstarke Proteste gab es nur, wenn das Absteigen beim Kinderreiten anstand. Beste Stimmung da auf dem Hof des Turnierstalls Lyck-Piehl.

Gabriela Lyck-Piehl und Wolfgang Piehl selbst waren nicht mit von der Partie. Die Vereinsmitglieder haben das Kind trotzdem ansprechend und erfolgreich geschaukelt. Das lag vielleicht auch daran, dass ein echter Fernsehstar zum Programm gehörte: Das schicke Schimmel-Pony Kassandra von Anna Ziebart war vor zwei Jahren die Zugmaschine von Michael Kessler, der mit der Kutsche die unendlichen Weiten Brandenburgs erkundete. Und wenn man genau hinsah, konnte man noch ein wenig von dem Starglanz in den Augen Kassandras entdecke. Kassandra mit Anna an den Leinen gewann nämlich den Fahrwettbewerb und stand mal wieder im Rampenlicht. So wie früher…

Nach dem all dem großen Pferdesport musste der Platz wieder hergerichtet werden. Das geschah nach alter Väter Sitte mit einem Pferd am langen Zügel und einer kleinen Schleppe. Das Hoffest in Waldesruh war nicht nur kindgerecht, sondern auch noch öko. Und bestimmt wurden bei der Werbung wieder ein paar Nachwuchskräfte gewonnen. Hut oder besser Reithelm ab!

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Fotos von Jan-Pierre Habicht ©