HIPPOLOGICA Freikarten-Foto-Wettbewerb 2012: Nummer 9 mit richtiger Reaktion

Wo nun also hin mit der Pferdesteuer? Aus der Sicht der Befürworter: Die Pferde fressen die blühenden Landschaften kahl und verwüsten sämtliche Wege, die bisher alle 1A gepflegt waren und jedem Nordic Walker die Freudentränen in die Augen trieben. Gnadenlose Kruppstahl-Hufeisen zertrampeln Beete, Felder, Wälder und frisch asphaltierte Straßen. Pferdeäppel türmen sich überall zu Fichtelberg-ähnlichen Gebilden auf. Die mit Geld, Gold und Edelsteinen reichlich gesegneten Reiterinnen und Reiter zerstören bei der Anfahrt mit der S-Tonne zum Reiterhof noch zusätzlich die alten Kopfsteinpflasterstraßen auf dem Land. Es muss mancherorts gruselig sein.

Obwohl doch der Tierschutz in diesem Land ein relativ hohes Ansehen genießt, gibt es wohl kaum Tiere, auf denen so sehr herumgehackt wird, wie auf den Pferden - und natürlich ihren Besitzern. Das Totilas-Syndrom mit den noch immer herumgeisternden Fantasiesummen, die angeblich gezahlt wurden, breitete sich vor Einführung des Pferdesteuergedankens schneller aus, als die Pest im Mittelalter. Am Ende ist es so, wie es in dieser Welt üblich ist: Was einem lieb ist, muss einem auch teuer sein. Die Kommunen warfen das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus und suchen sich neue Opfer zum Stopfen von Haushaltslöchern. Dafür eignen sich Tiere besonders gut; vor allem, wenn es sich um täglich betreute Vierbeiner handelt. In diesem Fall sind die Pferdebesitzer die einzigen, die in der langen Kette der Besteuerten nach Pferdezüchter, Pferdeverkäufer, Boxenmiete, Tierarzt, Futtermittelhändler, Zugfahrzeugverkäufer, Transportanhängerverkäufer, Zubehörverkäufer usw. noch fehlten. Es ist eigentlich völlig unverständlich, warum sich aus diesen Reihen niemand so richtig zu Wort meldet.

Warum unterschreiben die offene Petition gegen die Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf nur etwa 38.000 Reiter bei etwa einer Million Betroffener in Deutschland? Das sind stolze drei Prozent und ein Keks… Im Fall von Bad Sooden-Allendorf waren es sogar nur 0,09 Prozent der hessischen Einwohner (5.209). Die FN und der hessische Verband konnten nicht einmal die Reiter des betroffenen Bundeslandes in ausreichender Zahl mobilisieren… Nachhaltiger und nachvollziehbarer Protest sieht anders aus...

...nun ja, draußen ist es kalt und die Herzen sollen noch ein wenig erwärmt werden vor der HIPPOLOGICA und den Feiertagen. Freuen wir uns also über das Statement von Carole zum Thema. Sie zeigt eine weitere Variante des Protests:

 

Die HIPPOLOGICA startet am 13. Dezember in den Messehallen unter dem Funkturm und geht bis zum 16. Dezember – Infos unter www.hippologica.de