HIPPOLOGICA Freikarten-Foto-Wettbewerb 2012: Nummer 10 mit Götterdämmerung

Es war nun für den letzten Tag des Freikarten-Foto-Wettbewerbs das Fazit aus allem, was uns zur Pferdesteuer bewegt. Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf und darunter stehen die Pferde und ihre Besitzer im Regen. Viele Reden in großen, lauten Tönen über die rechtliche Angreifbarkeit der Pferdesteuer, sogar der DOSB erhebt endlich seine Stimme und noch immer denken FN und Landesverbände, dass sie irgendetwas ausrichten können. Konnten sie in der Vergangenheit nicht und werden sie auch in Zukunft nicht können. Es ist anmaßend und mittlerweile auch unglaubwürdig, wenn die Funktionäre noch immer behaupten, dass sie über diese Macht verfügen. Die traurige Realität sieht anders aus und müsste denkende Pferdebesitzer zu völlig anders gearteten Sichtweisen bringen. Vor allem dort, wo, wie zum Beispiel in Berlin und Brandenburg, die PS noch schlafend im hartgefrorenen Boden schlummert.

Es mangelt den Funktionären aber leider an Kreativität, an sozialer Kompetenz und sozialem Bewusstsein, was die Wahrnehmung des Pferdesports und der Pferdezucht in Deutschland angeht. Die gewählten Vertreter der Pferdeleute verstecken sich hinter Gutachten und Professoren, hinter Gesetzen und scheinheiligen Argumenten. Präsident Krause vom LPBB äußerte letzte Woche in einer Pressekonferenz, dass er und Breido Graf zu Rantzau zu jeder Schandtat bereit wären, was die Vermeidung der PS angeht. Konkreter konnte er leider nicht werden. Aber es war abzusehen.

Das Image-Problem des Pferdesports lösen nämlich offensichtlich nicht hoch und trocken sitzende Funktionäre mit schlauen und markigen Sprüchen, die Reitturniere ihres Verbandes so oft besuchen, wie ein VW die Opel-Werkstatt, sondern die Pferde- und Reiterhofbesitzer vor Ort in den Kommunen. Da wird die Steuer beschlossen und da müssen die Kräfte gebündelt werden. Und zwar nicht, um gegen die PS-Einführung zu protestieren, sondern um schon im Vorfeld klarzumachen, dass Pferdesport und Pferdezucht ein wichtiger und vor allem unverzichtbarer Bestandteil der ländlichen Kultur sind. Dazu gehört die Präsenz des Pferdesports in der Fläche auf öffentlichen Veranstaltungen ebenso wie das Entfernen der Pferdeäppel von der Straße nach dem Ausritt. Aktuelle und informative Medien mit Berichten über die Vereinsarbeit und sonstigem Nutzen für das Gemeinwohl sind mindestens ebenso wichtig wie die Teilnahme am jährlichen Dorfputz und die Kommunikation mit allen anderen Nutzern der Wege in Wald und Flur; um nur einige Beispiele zu nennen.

Und auch wenn sich der LPBB nicht gegen andere Sportarten ausspielen lassen will. Aber ein mittelmäßiger Fußballer beim FC Bayern München verdient mit großer Sicherheit mehr als der  beste deutsche Reiter. Die wirtschaftliche Wertschöpfung von König Fußball (im Gegensatz zum Pferdesport und der Pferdezucht) mit seinen Stadien, die schon in den vielen kleinen Kommunen ein Vermögen gekostet haben, ist auf Kreis- und Landesebene fast gleich null. Aber für diese Infrastruktur wurden nun einmal exorbitant hohe Kredite aufgenommen, welche die Kommunen heute nicht mehr bedienen können. Die gewählten Volksvertreter lassen sich auch hier von vollen Stadien blenden, wo potenzielle Wähler sitzen und ihren Verein anfeuern. Und am Ende zahlen (nicht nur) die Pferdebesitzer die Zeche. Sie müssen aber nicht traurig sein, denn sie sind ja nicht allein. Mit den Einnahmen aus der Hundesteuer kann man auch mehr anfangen, als die Haufen von Waldi & Co. wegzumachen.

Die Zukunft sieht trübe aus und es macht den Eindruck, als wenn die Funktionäre die Chance verspielt haben, etwas gegen die PS zu tun. Auf jeden Fall macht es den Eindruck, dass die Funktionäre bisher nicht das Richtige oder das Richtige in ausreichendem Maße getan haben. Dafür gibt es eine glatte SECHS – setzen!

Der Beitrag von NINA befasst sich kurz und prägnant mit genau dieser düsteren Aussicht. Der Untergang steht bevor und das langsame Sterben hat bereits eingesetzt. Erst kommt die Pferdesteuer, dann sterben die Pferde, die Höfe, die Reitkultur und ganz zum Schluß stirbt das ländliche Leben und die Natur. Aber ein Deutsches Sportpferd im Zoo ist doch auch ganz schön, oder?

Dies war der zehnte und letzte Beitrag zum HIPPOLOGICA-Freikarten-Foto-Wettbewerb 2012. Glückwunsch allen Gewinnern und an den Rest: Bitte nicht traurig sein, im nächsten Jahr ist die HIPPOLOGICA vielleicht wieder so großzügig und schenkt www.pferdefreunde.co Freikarten zur Verlosung. Dann gibt es einen neuen Wettbewerb mit einem hoffentlich angenehmeren Thema.

Vielen Dank an alle Teilnehmer! jph

Infos zur HIPPOLOGICA unter www.hippologica.de