HIPPOLOGICA Berlin 2015: Eröffnung mal nicht wie immer

Nicole Puhlmann mit Ebano und Evi Wessel auf Vidigal

Man konnte es am Eingang zur Halle 25 bereits erkennen. Die HIPPOLOGICA 2015 startet in diesem Jahr unter anderen Gegebenheiten. Ein Schild weist vor den inneren Türen darauf hin, dass „aus aktuellem Anlass Taschenkontrollen durchgeführt werden“. Das ist einleuchtend und eine allgemeine Sicherheitsvorkehrung, wegen der man sich keine Sorgen machen muss. Außerdem ist der Weg vom Hippodrom in Halle 25 Richtung Shopping in den anderen Hallen auf der linken Seite von der großen Tribüne aus gesehen. Grund hierfür sind die in der Halle 26 untergebrachten Flüchtlinge. Die Pferde stehen in ihren Boxen diesmal auf der anderen Seite. Wer also durch die Halle 25 die HIPPO betritt und sich sofort ins Vergnügen stürzen will, muss sich hinter den Türen links halten. Das müsste klappen.

Der erste Tag wurde mit der Pressekonferenz eröffnet. Zum Podium gehörten Kerstin Ebel, Peter Krause, Tim Andrich und Jörg Kotenbeutel. Für die Moderation sorgte eine neues Gesicht auf der HIPPO: Daniela Gäbel. Kerstin Ebel, die Projektleiterin der Messe Berlin gab einen ersten Überblick, was auf der 2015er HIPPO so los sein wird und nahm damit ihrem folgenden Redner ein wenig die Worte vorweg. Der LPBB-Präsident Peter Krause bezeichnete die Förderung des Reitsports als sein Hauptanliegen und verriet, dass auf der HIPPO der Fahrsportler Sandro Koalick geehrt wird. Das war ihm aber nach eigenem Bekunden nur so rausgerutscht. Peter Krause bedankte sich zudem beim Schirmherren der Veranstaltung, dem Staatssekretär der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Herrn Andreas Stazkowski. Der war selbst nicht anwesend. Dass er dem Pferdesport in der Hauptstadt verbunden ist, wissen die Berliner seit vielen Jahren. Vielleicht schafft er es demnächst mal, Teil des Podiums zur Eröffnung der HIPPO zu sein.

Nächster in der Runde war ein noch recht junger Gast. Der Vize-Weltmeister im Einzelvoltigieren der Herren (U 18), Tim Andrich, ergriff das Wort. Er war noch a bisserl aufgeregt, machte seine Sache aber mit Bravour. Der Vorzeige-Volti des Landesverbandes gab einen Einblick in seine kurze, steile Karriere und blieb dabei merklich bescheiden. Das kam gut an bei den Zuhörern. Tim Andrich freut sich auf die Präsentation seiner WM-Kür, die er auf der HIPPO „ganz ohne Druck“ vorführen kann, wie er sagt.

Letzter in der Runde war Jörg Kotenbeutel, der den Schwerpunkt seines Ausblickes auf die nächsten Tage eindeutig auf den Berufsinformationstag am Sonntag legte. Die Idee dazu entwickelte er zusammen mit der Projektleiterin Kerstin Ebel. Kotenbeutel ist ja ein Mann der klaren Worte und brachte es auf den Punkt. Ziel sei es, zusammen mit den am Sonntag anwesenden Ausbildern, Trainern und Mitgliedern von Prüfungsausschüssen den Berufsinteressenten die Illusion des „Wendy-Flairs“ zu nehmen. „Berufe, die mit Pferden zu tun haben, sind meist von harter Arbeit geprägt“, betonte er. Wohin die Reise thematisch am Sonntag gehen wird, ist somit klar umrissen.

Dieser zukunftsorientierte Ansatz ist lobenswert. Wer mehr erfahren will zu einer Vielzahl von Berufen aus dem Bereich der Pferdewirtschaft sollte am Sonntag frühzeitig auf der HIPPO einchecken.

Obwohl in den letzten Tagen in der Region in aller Munde, blieb das Thema Pferdesteuer in einer Randberliner Gemeinde auf der Pressekonferenz unbeachtet. Bei den Ausstellern und Teilnehmern wurde dafür umso heftiger debattiert. Viel Zuspruch bekam der Vorschlag des Vorsitzenden des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt, Wolfgang Jung, der unlängst in der Märkischen Allgemeinen mit einem Boykott der Veranstaltungen in Paaren drohte. Auch wenn man sich zum Beispiel die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung ohne Pferde eigentlich kaum vorstellen kann - für viele scheint es durchaus eine Option, um ihrem Protest gegen die Pferdesteuer Ausdruck zu verleihen.

Die HIPPOLOGICA 2015 bleibt ansonsten ihrem Stil treu. Eine bunte Mischung aus Sport, Show, Shopping und Information. Vom Schnäppchen bis zur Luxusausführung ist alles in allen Farben vertreten. Ein echter Hingucker ist das begehbare Pferdegebiss auf dem ProSAANI-Stand. Gab es so in Berlin noch nicht und darf gerne bestaunt werden. Wer sich alles in Ruhe angucken und reinziehen möchte, wird mit einem Tag nicht ganz auskommen. Allein das HIPPOFORUM bietet Tag für Tag jeweils zehn Stunden Informationen im XXL-Format. Der Sonntag gehört wie immer dem großen Springsport. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass das CSI in Neustadt Anfang 2016 nicht stattfindet. Wer also in der warmen Halle **-Springen erleben will, dem sei die HIPPO empfohlen. Mal abgesehen davon, ist im HIPPODROM jeden Tag ordentlich was los. Bereits am Samstag wird auf S**-Level im Viereck geritten. Die Fahrsportler lassen die Räder drehen und selbst die Voltis haben einen eigenen Cup - sehr zur Freude und mit Unterstützung von Tim Andrich.

Drei Tage bleiben nun allen pferdebegeisterten Menschen, um in Berlin unter dem Funkturm zu verweilen. Danach ist Weihnachten angesagt…vorher HIPPO. Viel Spaß!

HIER geht es zu Bildern von fast allen Ständen, die auf der HIPPO zu finden sind.

Das komplette Programm zur HIPPO: HIER!

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©