HIPPOLOGICA Berlin 2014: Start mit viel Spaß und mehr als 180 Ausstellern

 

 

Na also, es geht doch! In diesem Jahr war die Pressekonferenz anlässlich der Eröffnung der HIPPO unter dem Funkturm locker und entspannt. In geradezu ausgelassener Stimmung präsentierten sich fast alle Podiumsteilnehmer. Das Interesse der schreibenden und filmenden Zunft war wesentlich größer als im letzten Jahr. Das lag aber wahrscheinlich daran, dass sich einige Schwergewichte vor allem aus Brandenburg versammelt hatten.

 

Die Eröffnung machte der Messe-Chef höchstpersönlich. Karel Heijs sprach von über 180 Ausstellern aus sechs Ländern, die ein ordentliches Sortiment vorweisen können (Dem kann man zustimmen. Es sieht auch so aus, als wenn sich bei den einschlägigen Dealern wieder viele Sonderangebote angesammelt hätten. Muss ja auch alles raus vor Weihnachten und wer will die Lager bis zum neuen Jahr noch voll haben? Business as usual, möchte man sagen. Wer ausreichend gedrucktes Papier in der Tasche hat, muss sich also keine Sorgen machen: Man kann alles loswerden…).

Highlight der Messe bleibt der hochklassige Pferdesport, so der Messe-Chef weiter. Das kann man wahrscheinlich nicht oft genug hervorheben, denn ohne diesen wäre die HIPPO nur ein Weihnachtsmarkt mit Stallgeruch. Die sehr guten Bedingungen locken auch in diesem Jahr wieder Spitzensportler der Region in die Messehallen unter dem Funkturm. Der Überflieger aus dem Osten André Thieme schickt sich an, den Vorjahressieg zu wiederholen. Vielleicht kann dem Mecklenburger Bengel mal endlich ein Preuße Paroli bieten. Aber wir gucken ihm ja auch alle gerne beim Reiten zu…

Neu, schön, aber vor allem erfolgreich ist wohl die Idee des Horseday4Kids. Heijs vermeldete fast 200 Anmeldungen von Schülern, die sich den Pferden nähern wollen. Endlich mal eine öffentlichkeitswirksame Maßnahme, die auch bei den Kunden von morgen ankommen wird. Andere Großveranstaltungen in Sachen Pferdesport und Pferdezucht werden für die Nachwuchsgewinnung nämlich nicht oder nicht besonders wirksam genutzt. Die HIPPO darf sich hier gerne als Vorreiter bezeichnen. Da fällt das Vielseitigkeitstraining mit Olympiasieger Frank Ostholt in diesem Jahr fast ein bisschen hinten über…

 

Nächster in der Runde war Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger. Das politische Schwergewicht in Brandenburg wagte den Schritt in die Hauptstadt und machte laut und deutlich Werbung für das Pferdeland Brandenburg. Die Vermarktung erfolgt über die Gesellschaft pro agro. Der Minister wurde nicht müde, sein Bundesland in Sachen Pferdetourismus anzupreisen. Das machte er überzeugend. Vielleicht kommt ja im nächsten Jahr mal der neue Regierende. Gestern hatte er ja keine Zeit. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz war er aber auch gerade mal zwei Stunden im Amt.

 

Die Geschäftsführerin des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts Neustadt (Dosse) Frau Regine Ebert ist mit ihrem Unternehmen ebenfalls auf der Messe vertreten. Das HLG ist seit vielen Jahren besonders in der reiterlichen Ausbildung ein Vorzeigeobjekt. Das ausgesteckte Ziel des Gestüts ist die Züchtung, die Vermarktung und der Verkauf von allgemein verträglichen und leistungsbereiten Pferden. Hier war - wie bei anderen Zuchtgebieten mittlerweile auch - der Trend hin zur qualitativ hochwertigen Masse aus den Worten zu entnehmen. Auf der HIPPO jedenfalls werden die Neustädter wieder einige ihrer Perlen in den Shows zeigen. Man darf sich als Besucher auf viel Qualität freuen. Regine Ebert verkündete so ganz nebenbei einen Umsatz von einer Million Euro aus der Pferdezucht im letzten Jahr und zeigte mit Blick zu Minister Vogelsänger das wichtigste Ziel des Gestüts auf: Umsatzsteigerung, um die öffentlichen Kassen zu entlasten.

 

Letzter in der Runde war der LPBB-Präsident Peter Krause. Sichtlich gut aufgelegt bedankte er sich eingangs bei seinem Geschäftsführer Peter Fröhlich, der zusammen mit seinem Event-Team einmal mehr für den großen sportlichen Auftritt der HIPPO gesorgt hat. Auch er kann mit guten Zahlen aufwarten. Fast 500 Pferdesportvereine mit etwa 10.000 Mitgliedern machen den Landesverband in der Region zu einem sportlichen und gleichsam zu einem wirtschaftlichen Faktor. Gestern wurden im Rahmen der HIPPO traditionell die Mitglieder des Landeskaders berufen und international erfolgreiche Nachwuchssportler geehrt.

In der Fragerunde ging es um die Pferdesteuer. Minister Vogelsänger sollte sagen, wie er dazu steht. Mal abgesehen davon, dass er ja kein Finanzminister ist, riet er allen Journalisten, das Thema nicht mehr anzufassen, „damit niemand auf dumme Gedanken kommt“. Außerdem wünschte er dem Land Berlin bei der Olympiabewerbung viel Erfolg und sagte Unterstützung zu. Vogelsänger machte sich dann auf und startete einen kleinen Messerundgang. Selbstverständlich verbrachte er die meiste Zeit am pro agro-Stand, wo sich mehrere Pferdebetriebe nebeneinander vorstellten. Der Mann hat offensichtlich ein Herz für Pferde. Seine beiden Töchter reiten selbst , wie er gestern verkündete.

 

Ein paar Worte zur Messe. Der Eintrittspreis ist moderat. Es sind wieder alle vier Hallen reichlich mit Ausstellern, Reitringen und Informationsangeboten bestückt. Vom Fleck weg war das HIPPOFORUM voll besetzt. Die BB-Reiterinnen und -Reiter sind nach wie vor wissbegierig. Das ehrt sie und sollte seitens der Organisatoren im Auge behalten werden. Da scheint noch Potenzial verborgen zu sein. Auch die Tierkliniken der Region, die Hufschmiede und viele weitere Fachleute gaben ihr Wissen weiter.

 

In Sachen Shopping ist es nicht leicht, eine Aussage zu treffen. Es gibt fast alles und in allen Preislagen. Das Niedrigpreissegment ist durch zahlreiche Sonderangebote und Messerabatte gefühlt besser vertreten als die teureren Marken. Das kann aber auch täuschen, denn welcher Händler pappt sein edles Zeug schon mit neongrünen Schildern zu? Die Erfahrung der letzten Jahre war allerdings, dass man sich von der Messe oftmals Angebote an nicht alltäglichen Sachen versprochen hat. Exotische Sachen oder gar Innovationen sind ehr selten auf der HIPPO. Dafür scheint das Informationsangebot mit vielen kleineren Ständen zugenommen zu haben. Aber egal, was man dazu schreibt, man muss es am Ende selber herausfinden. Da hilft alles nix. Die HIPPO hat noch bis Sonntag geöffnet. Und Konsumterror wird noch nicht bestraft…

 

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©

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Infos zur HIPPO unter www.hippologica.de