HIPPOLOGICA Berlin 2012: Der Samstag mit vielen guten Nachrichten

Nachdem der Donnerstag und auch der Freitag ja immer die beiden „Müden“ Tage der HIPPO sind, geht es am Wochenende richtig zur Sache. So waren denn die Highlights am Freitag die LM der Dressurreiter mit Handicap, sowie das M-Fahren und ebenso das Eröffnungsspringen. Da machten Maxe Wricke und All right alles richtig und holten sich Gold vor Pink Panther mit? – natürlich ebenfalls Maximilian Wricke – ein schöner Erfolg, den man gerne sieht und den Dreien auch gönnt.

Im Hindernisfahren der Zweispänner auf M-Niveau gab es am Freitag nach zwei Umläufen einen relativ klaren Sieger: Steffen Engelhardt holte sich Gold mit den beiden Zugmaschinen Ronja und Ramira. Bettina Winkler belegte hinter den Antriebsaggregaten von Amazone und Interflug Rang zwei vor dem Trio Tino Bode/Fouche/Mondial’s As.

Am Samstag nun hellten sich die Gesichter der Anwesenden merklich auf. Die Besucherzahlen stiegen (gefühlt höher als am Samstag im letzten Jahr). Umsatz und Gewinn waren für den Großteil der Aussteller, die etwas zu verkaufen hatten, gut bis sehr gut. In der Sport- und Show-Halle 25 war man am Ende zwar nicht rechtzeitig fertig, bot dafür aber jede Menge für Augen und Ohren. Schon zu früher Stunde um zehn mussten die Dressurreiterinnen für den HIPPOLOGICA  Team Cup 2012 antreten. Steffi Behrendt vom 1.FC Lübars und Dark Dafina holten sich 40,00 Euro Siegprämie ab (6,7).

In der Grade I-Kür zeigte Nora Kristina Harmann auf Harun mit der Wertnote 71.00 eine gute Leistung. In der Grade II-Variante waren es Hanna-Louisa Schmidt und Alisan, die mit einer 75.00 aufwarteten.

Um 11.45 Uhr stand die S*-Dressur St. Georges Special/Berlin-Brandenburg-Masters  auf dem Zeitplan. Aus einem übersichtlichen Teilnehmerfeld ging Pia-Katharina Voigtländer mit Womanizer als Siegerin hervor. Für 67,398% gab es 200 Futtertaler und ein bezauberndes, glückliches Lächeln obendrein. So viele Zuschauer und so ein Podium hat man in Brandenburg bei einem Dressurwettbewerb selten. Schade, dass nur so wenige Starter dabei waren. Für Miss Voigtländer war es natürlich etwas leichter. Die Halle 25 ist ja quasi ihr Nebengelass für das Training.

Im Kombinierten Hindernisfahren für Zweispänner Kl.M Finale mit 2 Umläufen zeigte Steffen Engelhardt wieder seine Klasse. Seine treuen Aggregate Ronja und Ramira zogen ihn mit aller Kraft zum Sieg.

Im Showteil gab es reichlich Barock-Reiterei, umwerfenden Tölt-Spaß mit den Isländern und vor allem die Berufung des BB-Jugendkaders. Diese staubtrockenen Zeremonie war wohl nichts für den LPBB-Präsidenten Krause – er glänzte mal wieder durch Abwesenheit. Dafür freute sich der Nachwuchs überschwenglich; bekam er doch die Informationsbroschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit dem Titel „Alkohol? Kenn dein Limit.“ überreicht. Ja, der Landesverband weiß, worauf es ankommt.

Das Highlight des Tages war an den voll besetzten Tribünen und Banden gut zu erkennen. Es ist nun wirklich an der Zeit, dem Berliner Publikum nicht nur schönen Sport und eine großartige Show zu liefern, sondern auch noch mehr Sitzplätze – und eine ordentliche Anzeigentafel!

Davon ließ sich der Überflieger aus dem Osten André Thieme aber nicht abhalten. Er ritt als erster auf Ramona de Flobecq ein und legte den Albtraum für jeden Springreiter hin: Null Fehler und eine unschlagbare Zeit. Erste Gratulanten war Steffen Krehl und Queen P, die mit einem lächerlichen Abstand von einer knappen halben Sekunde Rang zwei belegten vor Allrounder Tino Bode und Crystal.

Danach leerten sich die Tribünen, denn die meisten Besucher wollten sich noch dem ultimativen Konsumrausch hingeben. Das S*-Springen endete nicht wirklich pünktlich. Die Besucher brauchten aber definitiv noch Zeit, um in den Tempelanlagen des Reitsportzubehörs  vom Konsumrausch ausnüchtern zu können. In der 25er Halle hielt sich das Interesse deshalb in Grenzen. Es gab noch die Springausgabe des HIPPOLOGICA-Team Cups und das Mannschaftsspringen. Im Team-Cup siegten die drei Damen und der eine Herr vom RV Stolzenhagen – als da wären Sonja Schmidt/Palikeo S, Marei Schmidt/Quilombo, Franziska Küster/Laredo con Viento  sowie Thomas Köpke und Curley Sue.

Im Mannschaftsspringen siegte das Team Thüringen mit Natalie Blanke, Julia Henning, Gordon Schultz und Ricardo Tabaczek. In der Einzelwertung stellten sich Jessica Freye und Skatman gegen die Angreifer aus Thüringen und verteidigten die preußische Ehre mit einer Sekunde Vorsprung auf Gordon Schultz (RC Wollersleben) und Lydie. Ein spannender, aber leider etwas verspäteter Abschluss. So gegen halb neun war dann wirklich Feierabend unter dem Funkturm.

Die Erfahrung sagt, dass die HIPPO am Samstag mehr Spaß macht, als am Sonntag. Denn da sind die Hallen meist brechend voll, weil alle auf der Suche nach dem ultimativen Messe-Sonderangebot sind oder sich Sport und Show bis zum Abwinken reinziehen wollen. So ist die HIPPO eben. Irgendwie der Wahnsinn…

Alle Ergebnisse der HIPPO unter www.equi-score.de/index.php