Heu- und Strohdiebstähle häufen sich

Heu- und Strohdiebstähle häufen sich

 

(jph) Wie erst jetzt bekannt wurde, kam es in den Landkreisen Barnim und MOL zu mehreren Eigentumsdelikten, bei denen Heu und Stroh entwendet wurde. In einigen Gegenden Deutschlands ist die Heuernte mäßig bis schlecht ausgefallen. Das gilt auch für die Herstellung von Stroh. Die Folgen sind regional anziehende Preise für beide Produkte mit Preissteigerungen bis zu 100%, die vor allem Hofbetreiber ohne eigene Futterherstellung nur schwer kompensieren können. Die ohnehin dünne Kapitaldecke einiger Pferdewirtschaftsbetriebe vor allem im Osten Deutschlands fängt solche Preissteigerungen nicht auf. Dazu kommen falsch oder unzureichend gestaltete Pensionsverträge für Einsteller, die für den Fall des plötzlichen Preisanstiegs für Futtermittel oder Einstreu keine Preisgleitklausel enthalten.

In den vorliegenden Fällen handelt es sich um Vorfälle aus dem Monat September dieses Jahres. In einem Fall wurde einem Hofbesitzer mit eigener Stroh- und Heuherstellung im Raum Bernau fast einhundert Rundballen Heu und Stroh gestohlen. Der Verlust liegt im vierstelligen Euro-Bereich. Strafanzeige hat er nicht erstattet. Das Vertrauen der betroffenen Hofbesitzer in die Polizei, die in den ländlichen Bereichen Brandenburgs ohnehin nur auf kleinster Sparflamme im Einsatz ist, geht gegen null. Die Pressestelle des Schutzbereichs Barnim bestätigt den Sachverhalt so nicht. Strafanzeigen wegen Stroh- und Heudiebstählen wurden nicht gestellt. Aber nur so können die Strafverfolgungsbehörden tätig werden.

Den Hofbesitzern bleibt also nur, die Ernte so schnell wie möglich einzulagern, wenn es denn geht oder wenigstens so dicht wie möglich in der Nähe des eigenen Hofes unterzubringen. Heu- und Strohballen können leider nicht gekennzeichnet werden wie Fahrräder oder Autos. Auch wenn man für das Verladen von vielen Ballen mittelschwere Technik benötigt, scheint es in dünner besiedelten Gebieten und auf entlegenen Acker- und Grünflächen gute Möglichkeiten für Stroh- und Heudiebstahl zu geben. In diesem Jahr ist die Wahrscheinlichkeit dafür stark gestiegen.