Herbstderby Altbarnim 2014: Erik mit dem Triple und Sonja freut sich über Rappi

 

Der Himmel war bedeckt, aber es hatte fast nicht geregnet. Am Morgen noch verhüllte dichter Nebel die Weiten Ostbrandenburgs im Oderbruch. Die Menschen kamen trotzdem zu hunderten und haben auch geklatscht. Aber das ist beim Kronprinzen ja nix Neues. Die sportlichen Leistungen waren aller Ehren wert und erhielten den verdienten Beifall. Aber das alles konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Herbst vor der Tür steht. Vor mehr als vier Monaten feierte man an gleicher Stelle beim Reit- und Springturnier noch den Einstieg in die grüne Saison, den Frühling, den Start in das Frischluftvergnügen und nun ist die schöne Zeit wieder vorbei.

 

Schmerzlich in Erinnerung gerufen wird einem das in Altbarnim seit vielen (13) Jahren, wenn das Herbstderby mit Kutschentreffen ins Haus steht. Gerhard Mielenz vom Reitverein „Kronprinz Wilhelm“ Altbarnim sieht in der Veranstaltung eine schöne Möglichkeit, um die Saison ausklingen zu lassen. Prüfungen in Dressur und Springen gehen bis L, gefahren wird auch noch und ein wenig Spaß ist immer dabei – plus ein wenig Wehmut. In drei Monaten ist Weihnachten. Dafür darf man sich schon mal den 1. bis 3. Mai 2015 vormerken, denn dann startet in Altbarnim bereits wieder das Reit- und Springturnier – und wir sind alle wieder ein Jahr älter. Seufz…

Aber genug der Trauer! Es gab schließlich als Abwehr gegen die Herbstdepression feinen Sport auf Hufen und Rädern. Das Herbstderby ist in Altbarnim, dem gesamten Oderbruch und sogar darüber hinaus ein pferdesportlicher Leckerbissen. Die Starterzahlen sind in jedem Jahr hoch. Man freut sich auf den großen Spaß und macht kräftig mit. So soll es ein.

 

Im Viereck waren es fünf Wettbewerbe, die gerichtet wurden. In der Führzügelklasse ging die Goldene an Jette Strunk, die sich auf Baghiera vor den Richtern präsentierte. Die Silberne Schleife erhielt Malin Sy auf Nicky.

Der Reiterwettbewerb STG hatte acht Starter auf der Liste. Chiara Heinemann siegte mit Susi vor Tara Löffler und Lancelot. Emily Strunk und Baghiera ritten zu Weiß.

Im Dressurwettbewerb waren es schon 17 Paare, die ganz nach vorne wollten. Mandy Bäuerle und Remus machten das Rennen mit einer 7,2. Silber gab es für eine 7,0. Diese Wertnote hatte sich Isabelle Anni Engel auf Contina verdient. Sarah Hellwig vom Gastgeber und Levina erhielten die Weiße Schleife (6,8).

 

Dann wurde es so langsam spannend im Viereck. Zweithöchste Prüfung des Tages war eine A*-Dressur. Marian Iven und Finko Sorren nahmen voller Stolz und Freude die Goldene Schleife entgegen. Die Richter vergaben eine 7,0 für den Hauptgewinn. Auf den Plätzen folgten Sylke Koch/Mister Girovanni (6,7) sowie Michele Romana Bullemer/Rüpel (6,5).

 

Dressur-Highlight des Tages beim Altbarnimer Herbstderby war eine L*-Dressur auf Trense. Die Siegerin Sonja Schmidt hatte mit ihrem schicken Don Ronaldo der Konkurrenz keine Chance gelassen. Sonja war mehr als erfreut, denn es war der erste L-Sieg von „Rappi“. Glückwunsch von pferdefreunde.co zu diesem Erfolg! Jeannine Schubert und Lifestyle P rückten als zweites Paar zur Siegerehrung vor; gefolgt von Stefanie Klaar und Chicago’s Candlelight.

 

Die Springreiter konnten sich in drei Prüfungen austoben. Es ging los auf A**- Level. Erik Schubert und Cathy Cash sind morgens mit den richtigen Hufen aufgestanden und hatten keine Probleme, das Ding nach Hause zu schaukeln. Zweieinhalb fehlerfreie Sekunden länger brauchten Lea Tamme und Miss Marpel. Andreas Groth und Con Carla wurden Dritte vor Danila Nippe/Kordial. Zwanzig Paare hatten für das A** eingecheckt.

 

Kurze Umbaupause im Parcours von Ralph Bieneck und es ging weiter mit dem Stilspringen. Auf den Thron hoben die Richter Jadie Wehner vom RFV Schorfheide mit Nayeli (7,0). Lara Sophie Winter vom LRV Münchehofe erhielt von der Grand Jury eine 6,6 und zusammen mit Tullycleave Rua die Silberne Schleife. Der RFV Alt Zeschdorf ging ebenfalls nicht leer aus. Amely Schapals und der bemerkenswert springende Schimmel Silver Sunset brachten die Weiße Schleife heim.

 

Das letzte Springen der Saison in Altbarnim wurde in L gebaut. Und da schoss doch tatsächlich einer den Vogel ab und brachte alle drei Pferde ganz vorne in die Platzierung. Erik Schubert gönnte dem Rest des 36-köpfigen Starterfeldes aber auch nicht den Sand unter dem Huf und sah in der Siegerehrung aus wie ein Weihnachtsbaum. In der Reihenfolge Georgia, Canada und Cathy Cash war die Siegerehrung dann auch irgendwie langweilig – außer vielleicht für Erik. Das Publikum jedenfalls quittierte die Leistung unüberhörbar. Wenigstens rettete Sarah Hellwig mit ihrem Poquito die Ehre des Gastgebers und wurde Vierte. Andreas Groth vom RFV Altranft und Accra sprangen zur Fünf.

 

Aber so endete das Herbstderby natürlich nicht, denn wenn das Holz vom Platz geräumt ist, geht es dort erst richtig los. Der Rasen hatte bis dahin gehalten. Nun aber kam der Grund, warum nach dem Herbstderby erstmal Pause auf dem Grün angesagt ist. Die Fahrsportler haben ja so gar keine Probleme damit, die Grasnarbe um die 20cm aufzuschlitzen. Ein wenig Spaß muss schon sein, wenn man sich Richtung Grenze aufmacht, um die Goldene Peitsche zu erringen.

 

Zwei Umläufe standen an. Gewertet wurde für Ein- und Zweispänner. Da musste man mit Großpferd schon was auf der Pfanne haben, um gegen die Ponys bestehen zu können. In der Kategorie One-In-Hand standen die Quoten für Kerstin DalliDalli Dahlmann schlecht. Sie kam als Favoritin und zeigte mit dem feurigen Antriebsaggregat „Birdie“ Firebird und Groom Dirk Belo, wie man zur Goldenen Schleife fliegt.

 

Den härtesten Job hatte allerdings Pony Blacky, das von Juliane Glöck gesteuert und motiviert wurde. Der kleine Kerl machte sich ganz groß und blieb am Ende nur etwas mehr als eine Sekunde hinter den Siegern zurück.

 

Bei den Zweispännern hatten es die Ponys dann doch geschafft. Der Sieg ging mit fast dreizehn Sekunden Vorsprung an die beiden Mini-Shettys Bonita v. d. Buske und Zadeck. Die glückliche und vor allem sehr, sehr stolze Pilotin war Franziska Wüstenhagen. Etwas verloren wirkte das Gespann aber schon vor den zweitplatzierten Großpferden Norbert und Nordstern, die Jürgen Jonas angespannt hatte.

Erwähnenswert ist dann noch das Siegerteam aus dem Jump & Drive. Randy Hollstein saß auf dem Pferd und? …Kerstin Dahlmann auf dem Bock…

 

So konnten am Ende des Tages Kerstin Dahlmann und Franziska Wüstenhagen jeweils die Goldene Peitsche aus der Hand von Werner Mielenz entgegennehmen. Hatten sie sich redlich verdient. Glückwunsch!

 

Nach der letzten Ehrenrunde als große Abschlussparade fand das Altbarnimer Herbstderby ein viel zu schnelles Ende. Man wäre gerne noch länger geblieben, hätte sich Pferde anschauen können. Aber der Herbst verlangt seine Opfer und im Osten Brandenburgs ist nun erst einmal Ruhe. Der Rasen muss sich ja schließlich auch erholen…

Fotos von Jan-Pierre Habicht und privat ©