Hannoveraner Verband: Delegiertenversammlung beschließt Änderungen in der Zuchtbuchordnung

Verden. Im Rahmen der Delegiertenversammlung des Hannoveraner Verbandes wurden die geplanten Änderungen des Zuchtprogramms von Zuchtleiter Dr. Werner Schade vorgestellt und von der Versammlung beschlossen. Damit treten für die Hannoveraner Zucht drei neue Regeln in Kraft, die den Züchtern mehr Eigen-verantwortung übertragen.

Die neuen Maßnahmen gestalten sich wie folgt:

Internationale Spitzenhengste

„Der internationale Spitzensport rückt immer mehr in der Vordergrund, und weltweit erfolgreiche Hengste stehen heute nahezu problemlos im Deckeinsatz", erklärte Dr. Werner Schade. „Unsere Züchter orientieren sich an der Weltspitze, und deshalb wollen wir diesen Ausnahmehengsten den Zugang zur Hannoveraner Zucht erleichtern." Für diese Top-Athleten übernimmt der Hannoveraner Verband künftig die Körurteile anderer Verbände, wenn diese mit einer anerkannten Abstammung im Hengstbuch I einer anerkannten Reitpferdepopulation eingetragen sind und einen entsprechenden Leistungsnachweis erbracht haben. Als Eintragungskriterien werden die Ranglisten der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH) herangezogen.

Frühe Verfügbarkeit

Zukünftig können Hengste aus anderen Verbänden allein mit einem 30-Tage-Test zur Körung vorgestellt werden. Die zusätzliche Qualifikation als Dreijähriger für das Finale des Bundeschampionats ist nicht mehr erforderlich. „Auf diese Weise stehen Fremdhengste Hannoveraner Züchtern deutlich früher zur Verfügung", so Dr. Werner Schade. Wie die Hannoveraner Hengste auch müssen diese Hengste für die endgültige Eintragung in das Hengstbuch I fünf-jährig eine Bundeschampionatsqualifikation vorweisen.

Breiteres Anpaarungsspektrum

Die letzte Änderung im Zuchtprogramm des Hannoveraner Verbandes ist die Aufhebung der sogenannten 50 Pro-zent-Regel. Das bedeutet, dass alle beim Hannoveraner Verband eingetragenen Stuten an alle eingetragenen Hengste angepaart werden können und die daraus fallenden Fohlen einen Hannoveraner Brand erhalten. Neuen Züchtern werde so der Einstieg in die Hannoveraner Zucht erleichtert. „82 Prozent der beim Hannoveraner Verband eingetragenen Stuten haben einen Hannoveraner Brand, bei lediglich zwei Prozent handelt es sich um Fremdblutstuten", fasste Dr. Werner Schade zusammen. „Wir wollen, dass hannoversches Blut sich durchsetzt, denn das steht für Leistung und Qualität. Wir wollen aber auch, dass Züchter eigenverantwortlich und selbst darüber entscheiden. Wir werden unsere Selektionsstandards halten, weil die Qualität der Pferde entscheidend für die Vermarktung und den Erfolg im Sport ist."