Global Champions Tour: Bengtsson gewinnt vor historischer Kulisse und begeistertem Publikum

Vor historischer Kulisse im Stadio die Marmi, umrahmt von 59 Marmorstatuen, inmitten der italienischen Hauptstadt Rom, zeigte die 13. Etappe der Longines Global Champions Tour einmal mehr, wie Tradition und hochmoderner Springsport zusammenpassen können. Tausende frenetisch feiernde Zuschauer konnten die weltweit höchstdotierte Serie bei freiem Eintritt genießen. Sie sahen Springreiter der Weltklasse und erlebten im Longines Grand Prix von Rom einen Wettbewerb, der einmal mehr vom Schweden Rolf-Göran Bengtsson mit seinem Hengst Casall Ask beherrscht wurde. Mit dem zweiten Platz auf Fit for Fun sicherte sich Luciana Diniz (Portugal) eine gute Ausgangsposition für den Kampf um den Gesamtsieg der Serie. Marcus Ehning (Deutschland) wurde dritter – ein hervorragendes Ergebnis mit einem äußerst interessanten Pferd. Sein zehn Jahre alter Hengst Comme il fault hat von seinem Elternpaar beste Gene in die Wiege gelegt bekommen. Er stammt ab von Cornet Obolensky und Ratina Z, der früheren Olympiasiegerin von Ludger Beerbaum.

Fünf Reiter hatten mit ihren Pferden das Stechen erreicht. Ein interessantes Quintett. Alle wollten sie den Siegercheck in Höhe von 100 000 Euro mitnehmen. Und einige überzogen auf dem langen Weg ins Ziel: Alberto Michan Halbiger (Mexiko) begann, er hatte den Fehler am letzten Sprung; Denis Lynch (Irland) machte den Fehler am vorletzten Sprung. Dann Lucina Diniz, sie ritt klug und souverän wie immer (0/38 Sekunden) – und holte sich damit Punkte für das Ranking der Serie. Danach Altmeister Rolf-Göran Bengtsson auf seinem Weltklasse-Partner, dem bereits 16 Jahre alten Hengst Casall Ask (0/37,87). Er ging in Führung und wartete in Ruhe ab. Zwei fehlten noch, die beide ebenso schnell sein konnten. Penelope Leprevost (Frankreich), Gewinnerin der LGCT-Etappe von Cannes auf Vagabond de la Pomme (0/39.02), langsamer als Bengtsson. Und zum Schluss Marcus Ehning. Er überreizte sein Pferd nicht, ritt flüssig. Die Uhr blieb nach fehlerfreier Runde bei 38.82 Sekunden stehen.

Die Sommersonne brannte vom Himmel, als der italienische Parcourschef Ulliano Vezzani die 50 Reiter in die erste Runde schickte. 20 Paare blieben fehlerfrei, Beobachter prognostizierten bereits eine hohe Zahl an Stech-Teilnehmern im mit 300 000 Euro dotierten LGCT-Großen Preis. Doch weit gefehlt: Die langen Wege, die schwierigen Distanzen und die kurze erlaubte Zeit produzierten Fehler, sodass nur fünf Reiter mit ihren Pferden auch in Runde zwei wieder ohne Fehler blieben. Die vier deutschen Reiter waren beispielgebend für ihre Kollegen: Christian Ahlmann hatte einen ärgerlichen Zeitfehler, bei Marco Kutscher fiel die Stange an Hindernis eins, bei Ludger Beerbaum am Aussprung der Kombination. Nur Marcus Ehning zeigte, wie immer in beispiellosem Stil, eine Null-Runde.

Für den weiteren Verlauf der Serie, die noch die Etappen in Wien (17. bis 20. September) und Doha (12. bis 14. November) fasst, war es wichtig, dass Luciana Diniz, bisher zweitplatzierte im Ranking, in Abwesenheit des führenden Scott Brash (276 Punkte/Großbritannien) ihren Punkterückstand aufholen konnte. Sie enttäuschte nicht – und hat jetzt 256 Zähler. Dritter ist jetzt im Ranking Rolf-Göran Bengtsson mit 222 Punkten.

Bild: Stadio dei Marmi, Rom - Fotograf: Stefano Grasso/LGCT