Germany meets Canada: Ein Mitglied der Zesche-Gang in Nordamerika mit Pferden unterwegs

Auf dem Turnier in Angelstone

Die Stallzelte in Angelstone

Ausritt in Pallgrave

...auch über die Strassen...

Auf der Endless Journey Farm

Der Grand Prix Platz in Pallgrave

Mein Name ist Viktor Wisniewski, bin gerade 19 Jahre alt geworden und war für 3 Monate in Kanada. Da ich 2015 mein Abitur gemacht habe und nicht sofort anfangen will zu studieren, hat mich das Fernweh gepackt. Ich wollte Auslandserfahrungen sammeln, neue Leute kennen lernen und das ganze wenn möglich mit dem Reitsport verbinden, da ich mich auch darin weiterentwickeln wollte. Nach 2 missglückten Versuchen, war ich sehr glücklich über Olaf Hille, Ralf Buchinski, Franziska Ehrich und Udo Verworner den Kontakt zu John Jamieson, einem kanadischen Profireiter und Coach zu bekommen. Nachdem alles geklärt war, bin ich dann am 6. August in Toronto eingeflogen.

Direkt vom Flughafen ging es für mich zur ersten Show, einem kanadischen Turnier. Mein erster Eindruck von Angelstone, so der Name der Show, war sehr positiv. Es erschien mir riesig: Fünf verschiedene Plätze, jeweils mit dazugehörigem Abreiteplatz, ein riesiger Hänger- und Camperplatz und hunderte Pferde, wohin man nur sah. Alles war sehr edel hergerichtet: Jede Farm hat eigene Farben, mit denen die Stallzelte hergerichtet waren und die Sprünge der Parcours, insbesondere die der Hunterklassen und des Grand-Prix-Platzes, waren sehr schön anzusehen.

Das Niveau der Pferde und der Reiter erschien mir sehr hoch, demnach überraschte es mich auch nicht, dass es jede Woche einen 50.000 Dollar und einen 80.000 Dollar Grand Prix gab. Außerdem neu für mich war, dass die Turniere über mehrere Wochen gingen. So also verbrachte ich meine erste Woche in Kanada in Angelstone. Meine Aufgaben bestanden darin Pferde zu reiten, Ställe zu misten und Pferde für Johns Einsteller für die Prüfungen fertig zu machen.

Nach dieser ersten Woche in Angelstone ging es zur Endless Journey Farm; Johns Farm in Omemee bei Peterborough, Ontario. Dort sahen meine Aufgaben ähnlich aus, nur dass ich mehr reiten konnte. John gab mir regelmäßig Springunterricht. Anschließend ging es dann wieder für zwei weitere Wochen nach Angelstone. Besonders gefiel mir dort, vielen guten Reitern zu sehen zu können, auf verschiedenen Pferden zu sitzen und immer wieder neue Leute kennenzulernen. Nach Angelstone fuhr ich mit John und seiner Lebensgefährtin zu einer Show in New York in Amerika. Ich freute mich sehr über die Gelegenheit, auch ein wenig von Amerika zu sehen. Im Vergleich zum amerikanischen Turnier, in Saugerties/New York, war Angelstone noh eher klein. Hier waren die Wege ohne Golfcar gefühlt unendlich lang, was vielleicht auch daran lag dass es noch sehr heiß war.

Insgesamt kam mir die Show weniger edel und sauber, eher wie eine Massenveranstaltung vor, was nicht heißt, dass es nicht interessant war. Dort habe ich sogar André Thieme zusehen können, worüber ich mich als Deutscher sehr gefreut habe. Aber auch andere international erfolgreiche Springreiter wie Ian Millar oder Beezie Madden gingen dort im 1 Million Dollar Grand Prix an den Start. Insgesamt hat mir die Zeit in Amerika sehr gut gefallen, da ich mit neu gefunden Freunden viele tolle Erlebnisse wie Klippenspringen oder Mountainbiking Tours machte. Mein Highlight allerdings war der Besuch New York Citys, da es schon immer einer meiner großen Träume gewesen ist vom Empire State Building hinunter auf den Central Park zu blicken.

Nach New York ging es dann wieder für zwei Wochen zurück zur Endless Journey Farm. Anschließend stand schon die letzte Show meines Aufenthalts an: Pallgrave. Groß und wunderschön. Hier hatte man im Juli dieses Jahres die Pan-Amerikanischen Spiele ausgerichtet, was der Grund für den perfekten, neuen Zustand der Anlage war. Insgesamt war dieses Turnier dem in Angelstone sehr ähnlich, nur dass es größer war und die Zeiten der Prüfungen besser geplant waren. Hier blieben wir 3 Wochen.

Da Toronto nicht weit war, fuhren wir abends sehr oft in die Metropole zum Essen und Trinken, shoppen gehen, und was sich sonst noch so ergab. Nach Pallgrave blieben mir dann noch 4 Wochen auf der Farm. Mein Tagesablauf war nun nicht mehr so aufregend und abenteuerreich, jedoch empfand ich es auch nicht als unangenehm, wieder geregeltere Arbeitszeiten zu haben. Außerdem bekam ich nun auch mehr Unterricht und konnte noch mehr reiten, was mich ebenfalls freute. Diese letzten Wochen vergingen dann ebenfalls wie im Flug. Mein letztes Highlight war dann noch Canadas Wonderland zu Halloween.

Nun, da ich wieder in Deutschland bin, kann ich auf eine sehr schöne, erfahrungs- und erlebnisreiche, und sicherlich auch prägende Zeit in Kanada zurückblicken, an die ich mich mein ganzes Leben lang gerne zurückerinnern werde.

Fotos: privat