Gelungener Auftakt: Oldenburger Dressur-Symposium in Bad Homburg

Das 1. Oldenburger Dressur-Symposium im hessischen Bad Homburg erlebte viele glückliche Teilnehmer. Zu Gast auf dem herrlichen Kronenhof der Familie Wagner referierten fachkundige Dressur-Koryphäen wie Helen Langehanenberg, Jürgen Koschel, Jürgen Uthoff und Thomas Wagner. Darüber hinaus begeisterte ein Praxisteil in der Reithalle. 140 Gäste waren angereist. Sie kamen aus Finnland, aus der Schweiz, ebenso wie aus der Nachbarschaft.

Jürgen Uthoff, langjähriger Richter der Reitpferdeprüfungen beim Bundeschampionat, eröffnete das Dressur-Symposium mit seinem Vortrag zum Thema: Das Nachwuchsdressurpferd aus der Sicht des Richters. Anhand von Video-Studien erklärte Uthoff seine Betrachtungsweise eines Rittes. Der erfahrene Richter schärfte den Blick des Publikums für Details der Pferdebeurteilung.

Im praktischen Teil beurteilte Uthoff den Auftritt zweier Auktionspferde der kommenden Summer Mixed Sales am 6. Juni in Vechta. Der erst vierjährige Don Futuro v. Don Schufro-Rubinsteinstein-Futuro, vorgestellt von Marcus Busch, sowie der fünfjährige Laureus v. Laureano-Weltmeyer-Rubinstein, unter dem Sattel von Heiko Klausing, präsentierten sich souverän vor großem Publikum.

Erfolgsreiter, Meistertrainer und Oldenburger Körkommissar Jürgen Koschel schloss an mit seinem Thema: „Der Blick des Oldenburger Körkommissars auf das künftige Dressurpferd mit besonderem Talent – was verlangt der anspruchsvolle Dressursport? Im Hinblick auf die Körung stellte Koschel das System der Sattelkörung als unabdingbar heraus, um in Zukunft zielgerichtet und erfolgreich selektieren zu können. Das Freispringen der Dressurhengste auf der Körung dagegen lehne er gänzlich ab. „Wenn ich ein Pferd auswähle, dann muss der Funke überspringen. Neben drei sehr guten Grundgangarten, besonders einem exzellenten Galopp, und einem korrekten Exterieur muss das Pferd vor allem einen besonderen Charakter mitbringen. Um die vielen schwierigen Lektionen zu erlernen, brauchen wir ein intelligentes Pferd, das mitarbeiten will“, beschrieb Koschel das perfekte Dressurpferd.        

In einer praktischen Demonstration präsentierte Hausherr Thomas Wagner sein aktuelles Erfolgspferd Amoricello v. Abanos-Lord Sinclair-Leander in Grand Prix-Lektionen. Jürgen Koschel kommentierte den Ritt für die Zuschauer.

Weltcup- und Mannschaftsweltmeisterschafts-Siegerin Helen Langehanenberg demonstrierte mit ihrem Filaro v. Fidertanz-Landsieger-Argentinus die Ausbildungsstufe auf Intermediaire I-Niveau. Ziel für den harmonischen Fuchs ist eine künftige Grand Prix Karriere. In einem anschließenden Vortrag verriet Langehanenberg ihre Ausbildungsphilosophie von der Remonte bis zum Grand Prix Pferd. „Man darf die Basisarbeit nie aus den Augen verlieren. Reiten heißt, ein Pferd reagieren zu lassen. Ich versuche immer meine Pferde nicht starr zu halten, sondern immer eine gewisse Flexibilität zu erhalten. Wichtig ist es, seiner Linie in der Ausbildungsarbeit treu zu bleiben. Wenn mal etwas nicht klappt, muss ich daraus lernen und weiter geht’s“, so die Weltklassereiterin.

In der abschließenden Diskussion unterstrich Jürgen Koschel seine Sicht des Dressursports: „Die Zucht hat einen riesigen Sprung nach vorn gemacht. Züchterisch sollten wir versuchen den jetzigen hohen Standard zu halten. Was wir weiter entwickeln müssen ist unsere Reitkunst!“ Eine Ansicht, der alle Referenten beipflichteten.

Wer die jungen Oldenburger Don Futuro und Laureus sowie ihre Auktions-Kollegen im Training erleben will, hat ab dem 27. Mai im Oldenburger Pferde Zentrum Vechta die Chance dazu. In dieser Zeit werden die Auktionskandidaten auf die Summer Mixed Sales Auktion am 6. Juni in Vechta vorbereitet. Wer sich züchterisch weiterbilden möchte, hat mit dem internationalen Züchterkurs Summer Meeting vom 3. bis 6. Juni eine interessante Möglichkeit um sein Wissen zu vertiefen und viele Zucht-Persönlichkeiten und Hengste direkt kennen zu lernen.

Fotos:

Helen Langehanenberg referierte auf dem 1. Oldenburger Dressur-Symposium über den Ausbildungsweg von der Remonte bis zum Grand Prix Pferd.

In einem Praxisteil präsentierte sie den 140 Zuschauern ihren auf Intermediaire I-geförderten Nachwuchs-Star Filaro v. Fidertanz-Landsieger-Argentinus. (Fotograf: Reumann)