Galopprennbahn Berlin-Hoppegarten 2012: Ergebnisse vom BBAG-Auktionsrennen

Nach endlosem Aufenthalt am Start - Pferde durchbrachen mehrfach die Boxentür, ein Pferd verlor das Zaumzeug - ging das Riesenfeld von achtzehn Pferden endlich im BBAG-Auktionsrennen über 1400 m der Geraden Bahn ab. Der dunkelbraune Hengst FLAVIO FORTE erwischte den besten Start und behauptete unter „Altmeister“ Viktor Schulepov seinen Vorteil bis zum Zielpfosten. FLAVIO war der dritte Favorit, aufgrund des großen Feldes gab es sehr lohnende 100:10 in der Siegwette. Große Freude gab es bei der Dortmunder Besitzergemeinschaft Stall Mandarin und Trainer Uwe Stoltefuß. Er traut FLAVIO FORTE „perspektivisch durchaus Gruppe-Format zu“. Mit CHAPMAN, ZARRAS und LIPS DANCER waren ebenfalls Formpferde auf den nächsten Plätzen, die zweite Favoritin SURVEY (Eventualquote 38:10) fand nie richtig ins Rennen und landete auf Platz fünf.

Den fünften Wertungslauf des FEGENTRI World Cup of Nations gewann die vierjährige Stute MALACHI als letzte Außenseiterin zur Siegquote von 589:10. Im Sattel war die 27jährige Britin Jacqueline Coward - als Assistenztrainerin mit über 120 Siegen im Rennsattel, davon 110 in Amateur-Hindernisrennen, eine richtige „Pferdefrau“. Beim Spielen der Britischen Nationalhyme auf dem Siegerpodest war sie sichtlich gerührt. „Das fühlt sich an wie bei den Olympischen Spielen“. Trainer Rudolf Storp, Landwirt in Beelen/Westfalen, hatte drei Starter in das Rennen geschickt und ist seit der Wende ein großer Hoppegarten-Fan und absolviert die 450 km-Reise mit seinen Pferden an fast jedem Renntag. Deutschlands Amateurstar Dennis Schiergen (18) auf der 20:10 Favoritin SHAKI hatte gleich am Start Pech - die Stute stieg beim Absprung aus der Startbox und beförderte ihren Reiter ins Gras, Schiergen blieb zum Glück unverletzt.

Mehrere versprechende Zweijährige waren im „Preis der Raab Karcher Baustoffe“ am Start. Das Rennen wurde zu einer hoch beindruckenden Vorstellung von WAKE FOREST unter Eddie Pedroza, der die Konkurrenz überlegen mit sechs Längen abfertigte. Für Mitbesitzer Klaus Allofs war das Debüt seines versprechenden Hengstes auf dem Hoppegartener Rasen sicher ein Trost angesichts der Auswärtsniederlage von Werder Bremen in Hannover.

Der „Grand Prix White Turf“ war der letzte von zehn Vorläufen vor dem großen Finale der Sparkassen-Sprintserie am 3. Oktober. Hier siegte INDIAN LOVESONG unter Wladimir Panov für das Gestüt Elsetal und den Dresdner Jungtrainer Stefan Richter zur Siegquote von 200:10, auch der Zweite KEPLER war mit einer Eventualquote von 192:10 ein Außenseiter. Dies hatte zur Folge, dass die Viererwette nicht getroffen wurde, ein Jackpot von EUR 7.200 kommt am nächsten Renntag zu Ausschüttung. Für White Turf-Chef Silvio Staub und seine Delegation war der Renntag der Höhepunkt einer viertägigen Reise in die Hauptstadt. Nach der Pressekonferenz am Donnerstag, gefolgt von einem Lunch-Buffet mit 120 geladenen Gästen in der Schweizer Botschaft hatte Staub auch schöne Mitbringsel für die Rennbahn: Acht Gemälde des St. Moritzer Künstlers Dusan Sekela, die „Emotional Moments“ der Welten von White Turf St. Moritz und der Rennbahn Berlin-Hoppegarten, sowie 24 „Startnummern“ wurden in den Tribünen ausgestellt. Zusammen mit der Schweizer Gesandten Frau Dr. Stoffel überreichte Staub edle White-Turf Cashmere-Pferdedecken an das Siegerteam.

Mit nur 14 Startern war die Hoppegartener Trainingszentrale diesmal nur gering vertreten, es konnten jedoch zwei heimische Siege verbucht werden: ORDENSTREUER, neu in Training bei Uwe Stech, konnte den „Sport gegen Gewalt-Preis“ gegen schwache Gegner als heißer 16:10 Kandidat überlegen mit fünf Längen gewinnen, im letzten Rennen landete der talentierte Auszubildende Bayarsaikhan Ganbat auf COOLFIGHTER eine leichten Start-Ziel Sieg für seinen Lehrherrn Roland Dzubasz.

In zwei Rennen waren die Traber aus Mariendorf und Karlshorst auf dem Hoppegartener Grasgeläuf zu Gast, zwei Mal gab es überlegene Favoritensiege durch ACER BEUCKENSWYK (Fahrer: Nicole Fink, Trainer Manfred Zwiener, Siegquote 39:10) bzw. ARTOS W (Fahrer und Trainer war der Trainerchampion des Jahres 2011 Roman Matzky, Siegquote 24:10).

Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, steht mit dem Westminster 22. Preis der Deutschen Einheit und dem Finallauf der Sparkassen-Sprintserie der nächste Renntag an, zu dem Hoppegarten traditionell Massenbesuch verzeichnen kann.

Fotos von Frank Sorge, galoppfoto.de