Fritz-Brandt-Rennen 2013: Jörg Hafer siegt mit Pretty Ripped in Berlin-Mariendorf

 

Der Deutsche Amateur-Champion lässt den Gegnern keine Chance

Mariendorf, 29. März 2013. Pretty ripped: Dieser Begriff steht in der englischen Umgangssprache für die Bezeichnung „ziemlich gerissen“. Und er beschreibt zugleich perfekt die ausgeschlafene Taktik, mit der Jörg Hafer den von Daniel Wagner trainierten US-Hengst Pretty Ripped zum Erfolg im Fritz-Brandt-Rennen 2013 geführt hat. Denn in dem mit 10.000 Euro dotierten Finale des Amateur-Klassikers setzte Hafer von der 2.000-Meter-Grundmarke aus gleich in der Startphase alles auf eine Karte und erklärte im Anschluss: „Daniel Wagner hatte mir gesagt, dass der Hengst aus dem Band sehr gut eintritt. Ich wollte daher unbedingt unseren Vorteil gegenüber den mit Zulage bedachten Pferden nutzen.“

Hafers Plan ging hundertprozentig auf. Pretty Ripped drückte der Partie Start bis Ziel seinen Stempel auf. Die Gegner kamen nie entscheidend an den jederzeit souveränen Hengst heran. Erst auf den letzten Metern des Rennens verkürzte der 372:10-Außenseiter Garfield, der von seiner Besitzerin Sina Baruffolo vorbildlich vorgetragen wurde und von einem Verlauf als zweites Pferd innen profitierte, den Rückstand auf den Sieger noch auf eine Länge. Weitere anderthalb Längen dahinter belegte Othello Jaycee mit Hans-Jürgen von Holdt Rang drei. Der Wallach wechselte Mitte der Gegenseite in die Angreiferspur und zog im Schlussbogen einen Moment lang nicht voll durch, kam aber im Einlauf noch einmal fein wieder.

Die von Pretty Ripped erzielte Kilometerzeit von 1:19,0/2.000m spielte eine völlig untergeordnete Rolle und wird der Leistung des Siegers, den Jörg Hafer mit den Worten „Er ist ein absolutes Klassepferd!“ lobte, in keiner Weise gerecht. Denn die äußeren Bedingungen waren wirklich garstig. Pausenloser Schneefall begleitete den gesamten Renntag. Um so mehr ist die großartige Arbeit hervorzuheben, die das Bahninspektorenteam um Wolfgang Sandeck und Mustafa Halatci abgeliefert hat. Beide Männer waren mit ihren Helfern und dem gesamten Fuhrpark unermüdlich im Einsatz, um die Piste trotz des widrigen Wetters pferdegerecht zu präsentieren.

Beim Veranstalter gab es ohnehin nur zufriedene Gesichter. Denn obwohl sich wohl jeder Besucher sehnlichst das endgültige Ende des Winterelends herbeigewünscht hätte, herrschte auf den Tribünen eine tolle Stimmung. Das Resultat war eine deutliche Steigerung des Wettumsatzes gegenüber dem Vorjahr. Über 155.000 Euro flossen auf der Bahn und in den Annahmestellen durch die Totokassen. Der Rennverein durfte außerdem wichtige Medienvertreter begrüßen. Der ARD-Chefredakteur Thomas Baumann nahm die Siegerehrung des Fritz-Brandt-Finales persönlich vor und der RBB-Sportreporter Jörg Klawitter war mit seinem Drehteam sogar schon morgens um acht Uhr vor Ort. Dies aus gutem Grund: Der Redakteur arbeitet an einer 45-minütigen Dokumentation über die hundertjährige Geschichte der Mariendorfer Rennbahn. Der Sendetermin auf RBB – nämlich der 14. Mai um 21 Uhr – steht bereits fest und ist ein Muss für alle Rennsportfans.

Doch zurück zum sportlichen Geschehen. Das Finale B des Fritz-Brandt-Rennens ging hochverdient an Scoop und Frank Eickmann, die nach einem Blitzstart trotz Zulage sofort an zweiter Stelle zu sehen waren und bereits beim Einbiegen auf die Zielgerade unverlierbar waren. Den Einzug in das Finale hatte das Gespann als Vorlaufs-Vierter höchst unglücklich verpasst, denn Scoop saß auf den entscheidenden Metern hoffnungslos an der Innenkante fest. „Ich habe bestimmt zweihundertmal ein ähnliches Rennen gefahren und kam mit den Pferden hundertachtzigmal rechtzeitig frei – aber heute hat es eben nicht geklappt“, resümierte Frank Eickmann den verpatzten Vorlauf und zeigte sich gleichzeitig über die Entschädigung durch den B-Finale-Sieg mehr als zufrieden.

Nicht nur die Fritz-Brandt-Finalläufe boten tollen Sport – sämtliche vier Vorlaufssieger agierten ebenfalls überzeugend. Der natürlich auch in der Qualifikation von Jörg Hafer präsentierte Pretty Ripped entfachte im Einlauf einen Speedwirbel. Bogey Boko trumpfe mit einem genauso großartigen Schlussakkord auf. Sein Fahrer Werner Schnieder: „Auf dem ersten Kilometer gefiel er mir gar nicht – um so stärker war dann aber Bogey Bokos Finish!“ Der von Christoph Pellander vorgestellte Fantastic BR siegte nach ähnlichem Muster und spurtete auf der Zielgeraden an allen Kontrahenten vorbei. Ganz anders verlief es dagegen beim Vorlaufserfolg von Othello Jaycee und Hans-Jürgen von Holdt, denn die Fritz-Brandt-Sieger 2012 hatten schon ausgangs des ersten Bogens das Kommando übernommen.

Der Mariendorfer Nachmittag gehörte natürlich Deutschlands besten Amateuren – aber die Profirennen sollen ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Gaius R.A. und Daniel Wagner beherrschten die internationale Klasse in der angesichts der Witterung schier unglaublichen Tagesbestzeit von 14,6/1.609m Start bis Ziel. Mit Apollon ließ sich Daniel Wagner dagegen bis zur Tribünengeraden Zeit. Der Hengst stand ebenfalls über dem Feld. Auch Thorsten Tietz gelang ein Doppeltreffer. Der Silberhelm siegte mit den Holländern Dries Buitenzorg und Arran Stardust, die sich beide erstmalig in der Hauptstadt vorgestellt hatten. Gerd Biendl münzte seine einzige Fahrt in einen Sieg mit Cosmic Love um, die vom Fleck weg überlegen war. Beim Trabreiten war Giggi (Cathrin Nimczyk) ebenfalls erste Wahl. Bei ihrem dritten Sieg en suite steckte die Stute einen Rennverlauf in der Außenspur mühelos weg.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 155.745,61 Euro – Bahnumsatz: 47.784,00 Euro – Außenumsatz: 107.961,61 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, dem 7. April statt. Beginn ist um 13.30 Uhr!