Freispringchampionat, Pferdeverkaufstag und Reiterfest im Reitrevier Münchehofe

Punkt 11.00 Uhr war es im Reitrevier Münchehofe soweit: Das Triple aus Freispringchampionat, Pferdeverkaufstag und Reiterfest des LRV Münchehofe nahm zum ersten Mal in dieser Konstellation Anlauf. In diesem Jahr wurde das Freispringchampionat des Zuchtbezirks Berlin-Brandenburg erstmalig in Münchehofe durchgeführt. Der Pferdezuchtverband Brandenburg-Anhalt hatte sich starke Partner an die Seite geholt. Das waren für die Durchführung des Championats der Pferdezuchtverein Oderbruch, der die große Reithalle in Münchehofe quasi schon als Wohnzimmer nutzt. Für das gesamte Drumherum einschließlich Bewirtung und Unterhaltung der Gäste sowie Unterbringung der Pferde war das Reitrevier Münchehofe zuständig. Das kann sich ja bekanntlich auf eine Armee an Helfern vom dort ansässigen LRV verlassen.

In Münchehofe gibt es eigentlich sowieso keine Reitsport- oder Pferdezuchtveranstaltung, die schlecht besucht ist. So war es nicht weiter verwunderlich, dass auch am 1.Mai die Tribüne bis auf den letzten Platz besetzt war. So ein Freispringchampionat lockt selbst an einem Feiertag am Vormittag mehrere hundert Interessierte aus ihren Höhlen. Kombiniert mit dem Verkaufstag und dem Reiterfest waren es am Ende mindestens drei gute Gründe, um sich mit der Pferdezucht und später mit dem Pferdesport zu beschäftigen. Auf die Zuschauer wartete ein mehr als siebenstündiges Programm mit anschließendem Lagerfeuer.

Der Vormittag gehörte zuerst einmal den Nachwuchspferden, die sich im Freispringen auf Championats-Level beweisen mussten. Bei den Deutschen Reitponys siegte der 4jährige Hengst Monty Mac Fly (v. Maverick) aus der Zucht von Edda Borchert (Aussteller: Andrea Hanning). Bei den 3jährigen Deutschen Sportpferden durfte sich der Bliesdorfer Gabor Hanke vom Pferdezuchtverein Oderbruch freuen. Seine Stute Balenea (Balou du Rouet x Caido I) war das Maß aller Dinge (42,5) und darf sich nun Freispring - Championess nennen. Der Sieg bei den 4jährigen Springpferden ging ins polnische Nachbarland. Der  DSP-Wallach Cyrano (Levistano x Correro) vom schönen Gestüt Bielin nicht weit hinter der Grenze war in den Augen der Richter ganz vorne (42,0).

Aber das war erst der Anfang. Es ging mit der Schau der Verkaufspferde weiter. Einige Teilnehmer am Freispringchampionat gehörten ebenfalls zur Kollektion von mehr als zwanzig Pferden. Das Interesse war groß. Wer sich mit wem zu welchen Konditionen handelseinig werden könnte, war nur schwer abzuschätzen. So ein Verkauf braucht schließlich seine Zeit. Das Interesse war in der Halle bis zur Vorstellung des letzten Pferdes ungebrochen. Es sieht so aus, als wenn sich dieser Teil des Programms zukünftig durchsetzen kann.

Das alles dauerte seine Zeit und draußen auf dem großen Springplatz scharrten nicht nur die Pferde mit den Hufen. Schließlich sollte das Reiterfest erst beginnen, wenn die Vorstellung der Verkaufspferde beendet sein würde. So gegen 15.00 Uhr war es dann endlich an der Zeit. Die Mitglieder des Reitreviers und des LRV Münchehofe hatten unter der organisatorischen Leitung von Irina Grosch-Sigrist wieder an ihren Aufführungen gefeilt.

Gleich zu Beginn gab es den ersten Paukenschlag. Die große LRV-Dressurquadrille sorgte für viel Aufmerksamkeit. Alle großen und kleinen Pferdchen waren verkleidet als Zebras. Vielleicht hatten die Gäste aus Namibia im Jahre 2013 einen bleibenden Eindruck hinterlassen. In diesem Jahr werden wieder Jugendliche aus dem südwestafrikanischen Staat zum Reitturnier in Münchehofe erwartet. Afrika bleibt also aktuell. Und an der Bande wurde gestaunt. Schließlich waren alle nahen und fernen Verwandten herbeigeeilt, um ihre Sprösslinge im Sattel sehen zu können. Und als dann alles vorbei war, gab es den verdienten, langen Beifall vom Platzrand. Das wiegt manchmal mehr als eine Schleife und motiviert bis in die Haarspitzen.

Aber im Reitrevier ist mehr als nur die Dressur zu Hause. Anna-Maria Kehrer zeigte auf ihrem Ismoli zusammen mit Vanille, wie man ein Handpferd mit entsprechender Ausbildung sicher führen kann. Danach ging es mit einer Dressur weiter. Vier Damen zeigten mit ihren wunderschönen Pferden verschiedene Lektionen und gaben somit einen Einblick in die tägliche Arbeit im Viereck. Alles wurde fachkundig moderiert von Fabian Pagenhardt, der für die Besucher an der Bande verständlich und interessant erläuterte.

Der Nachwuchs durfte sich ebenso präsentieren wie die Voltis, die allerdings ihre Übungen in der Halle vorführten. Vorher zeigte nochmals Anna-Maria Kehrer, welche Fortschritte sie mit Ismoli in Sachen Horsemanship gemacht hat. Wer die beiden bereits im letzten Jahr gesehen hatte, konnte sehen, wie es sich in nur zwölf Monaten entwickelt hat.

Der Nachmittag endete auf dem Springplatz, wie er angefangen hatte – mit ordentlich Spaß und viel Applaus. Im Jump & Run mussten die Teams den Parcours zuerst per Huf und danach zu Fuß durchqueren. Die Läufer trugen jeweils das aktuelle rot-weiße Trikot der Parcoursmannschaft und legten sich mächtig ins Zeug. Wenn es um Spaß geht, darf Carsten Börner nicht fehlen. Er legte die Strecke auf Socken zurück. Und selbst Sprecher Fabian Pagenhardt heizte über den Rasen, bis die Luft knapp wurde. Es war mal wieder reichlich Stimmung im Reitrevier, die am Abend mit Lagerfeueratmosphäre ausklang. Bleibt zu hoffen, dass der 1.Mai in Sachen Zucht und Sport ein fester Termin in Brandenburg wird. Alle Beteiligten jedenfalls arbeiteten auch in diesem Jahr hart daran.

Bilder von Loony Images / Daniela Roth / Jan-Pierre Habicht (C)

Weitere Bilder von diesem Tage gibt es via Facebook bei Loony Images.

HIER geht es zur Bildergalerie.