Fohlenverkaufstag in Münchehofe 2016: Das war nicht nur ein Traum

Hengstfohlen von Coupe Gol / Con Air / Contendro

Stutfohlen von Casalido / Monte Belini / Diskaro

Stutfohlen von Damsey / Wolkentanz / Jura

Stutfohlen von Genesis / Sandro Song / Rosenprinz

Viele Zuschauer folgten der Präsentation

„Fohlenträume“ - Unter diesem Motto veranstaltete der Pferdezuchtverein Oderbruch am 10. September seinen ersten Fohlenverkaufstag im Reitrevier Münchehofe. Eingebettet in das Reit- und Springturnier präsentierten sich sieben Fohlen vor einem großen Publikum.

Zwischen zwei Springen am Samstag war der Platz hinter der Bande gut gefüllt. Mehrere hundert Augenpaare hatten ihre Blicke auf die besten Fohlen gerichtet, die im Juli in Altranft vorgestellt worden waren. Eigentlich sollten es ja acht Exemplare sein, die sich präsentieren wollten. Aber ein Hengstfohlen von Diego de Semmily aus der Zucht von Carsten Börner schnappte sich ein Käufer kurz vor dem Auftritt aus der Kollektion weg. Schuld daran waren wahrscheinlich die jüngsten Erfolge des Diarado-Sohnes aus dem Hause Holstein.

Nach der Vorstellung auf dem Springplatz gab es eine kleine Pause. Danach ging es noch einmal in der Halle weiter. Die Fohlen wurden einzeln und in aller Ruhe gezeigt und ausführlich vorgestellt. Turniersprecher „der unglaubliche“ (Zitat Mario Schirmann) Fabian Pagenhardt hatte dafür draußen nicht viel Zeit und musste sich kurz fassen. In der Halle lief es wesentlich gemächlicher ab. Alle Fohlen konnten sich mit ihren Züchtern ohne Hektik präsentieren. Diese Vorgehensweise fand Anklang bei den Interessenten und wurde gerne angenommen. Die Halle war gut besucht.

Das erste Fohlen war dann auch gleich eine Perle aus dem Hause Falk und Joachim Zickerick. Die Gesamtsiegerin der Fohlenschau in Altranft (Casalido-Monte Belini-Diskaro) erregte mächtig Aufsehen - mehrere Interessenten wurden bei den Züchtern vorstellig. So erging es übrigens im Nachgang einigen weiteren Teilnehmern. Verkaufsverhandlungen sind im Gange, aussagekräftige Bilder und Videos werden verschickt. Die Sache ist nicht nur ein Fohlen-Traum, sondern Wirklichkeit geworden. So hatten es sich die Züchter vorgestellt.

Auf dem Platz ging es munter weiter. Es folgte ein Cappucino-Stutfohlen (MV: Atlas Bavaria) von Züchter Arno Ballermann. Auch hier hatten sich Interessenten gemeldet. Mario Schirrmann stellte die Vollschwester der im letzten Jahr zum Championat zugelassenen Caleo-Tochter (Silvio I - Galan) vor.

Die nächste Dame kam aus Altlandsberg. Torsten Zellmer von Knobelsdorf hatte eine Damsey-Tochter (Wolkentanz - Jura) im Gepäck und erntete ebenfalls viel Beifall von den Zuschauern. Der unter Helen Langehanenberg erfolgreiche Damsey gibt hier sein Dressurblut weiter.  

Bestes Springblut präsentierte erneut Falk Zickerick in Gestalt des Hengstfohlens von Colman (Levistano - Landprinz I). Der lebhafte Bursche sorgte beim Publikum für Freude und Unterhaltung. Und auch Arno Ballermann hatte noch ein zweites Eisen im Feuer. Diesmal handelte es sich um eine Genesis-Tochter (Sandro Song - Rosenprinz). Die pechschwarze Dame hatte ihrerseits recht viel Interesse am Trubel und zeigte sich unbeeindruckt von dem vielen Klatschen. Sie guckte sich aufmerksam ihre zukünftigen Besitzer an.

Den Abschluss bildete noch ein Hengstfohlen von Mario Schirrmann. Der Coupe Gold-Sohn (Con Air - Contendro I) machte seinem Vater und dem Gestüt Sprehe alle Ehre und zeigte sich von seiner besten Seite. Er hat einen neuen Besitzer.

Sieben Chancen hatten die Teilnehmer des Fohlenverkaufstages in Münchehofe. Sie haben sie genutzt. Ein erfolgreicher Anfang ist gemacht. Die Location stimmt, die Zusammenarbeit mit dem Reitrevier klappt reibungslos. Der Vorsitzende Mario Schirrmann fand aber auch kritische Worte und will die interne Vorbereitung im nächsten Jahr weiter verbessern. Dazu gehört dann ein kleiner Katalog mit Bildern sowie ungefähren Preisvorstellungen und noch ein wenig mehr Werbung als in diesem Jahr. Der Pferdezuchtverein Oderbruch hat somit einen neuen Weg beschritten, um seine Fohlen ins rechte Licht zu rücken. Und selbst wenn die Reisen aus dem Osten Brandenburgs ins Reitrevier lang waren und die Sonne drückte, hat sich der Weg dorthin mit Sicherheit gelohnt.

Fotos von Jan-Pierre Habicht ©