FN und Deutscher Bauernverband: Erster Parlamentarischer Abend in Berlin

FN und Deutscher Bauernverband:

Erster Parlamentarischer Abend in Berlin

Berlin (fn-press). Pferdehaltung und Pferdezucht sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft, sondern sichern auch Tausende von Arbeitsplätzen. Mehr als eine Million Pferde werden in Deutschland gehalten, sind Partner im Freizeit- wie im Leistungssport und wichtige Helfer beim Therapeutischen Reiten. Die Bedeutung des Pferdes in der Landwirtschaft und in der Gesellschaft wurde beim ersten gemeinsamen Parlamentarischen Abend der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) in Berlin deutlich gemacht.

Über 40 Bundestagsabgeordnete der meisten Fraktionen waren der Einladung in die Räume der Berliner Vertretung der Deutschen Kreditbank (DKB) gefolgt. Beim ersten gemeinsamen Parlamentarischen Abend betonten die beiden Verbandspräsidenten Breido Graf zu Rantzau (FN) und Gerd Sonnleitner (DBV), dass das Pferd, seine Haltung und Zucht einen unverzichtbaren Stellenwert in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum einnehme. Graf Rantzau wies zudem auf den enormen Wert des Pferdes in der Gesellschaft hin: „Das Pferd ist ein Partner im wahrsten Sinne des Wortes, es ist kein Sportgerät wie ein Ball oder ein Schläger. Das Pferd lebt, es weckt Emotionen, es gibt Aufmerksamkeit und Wärme zurück.“

Rantzau und Sonnleitner forderten die Politik auf, das beabsichtigte Verbot des Schenkelbrandes noch einmal zu überdenken. Das Brandzeichen sei ein bewährtes und fälschungssicheres Markenzeichen, das in der Pferdezucht benötigt werde. Die politische und öffentliche Diskussion werde häufig emotional geführt, mitunter fehle es an Kenntnissen über das Brennen der Fohlen, das gemäß der EU-Gesetzgebung alternativ zur Kennzeichnung mit einem Transponder (Chip) auch weiterhin als alleinige Kennzeichnungsmethode gestattet ist. Die Unbedenklichkeit des Schenkelbrandes, so führte Graf Rantzau aus, habe gerade erst ein neues Gutachten aus Schleswig-Holstein bestätigt. Unterstützung signalisierte Franz-Josef Holzenkamp, agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestragsfraktion. Er betonte, dass große Teile der CDU/CSU-Bundestagsfraktion den Schenkelbrand nicht abschaffen wollen. Dieser habe sich als „Marke“ bewährt und müsse erhalten bleiben. Thematisiert wurde auch die fehlende Bereitschaft der Bundesregierung, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Pferde, die in der Zucht oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden, beizubehalten. Graf Rantzau kritisierte, dass es nicht gelungen sei, für die Fohlen und Jungpferde in der Aufzucht eine Ausnahme zu erreichen.

In lockerer Gesprächsrunde nutzten die Vertreter der FN und des DBV die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit den Politikern und vor allem zur gezielten Information. FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach zog ein zufriedenes Fazit des ersten gemeinsamen Parlamentarischen Abends: „Für uns ist der gute Kontakt zur Politik wichtig, denn nur dann können wir unsere Interessen auch kraftvoll in Berlin vertreten. Die positive Resonanz der Bundestagsabgeordneten auf den Parlamentarischen Abend ermutigt uns und den Bauernverband, künftig einmal jährlich ein solches Treffen anzubieten.“                  DBV/hen