FN: Themen der Jahrespressekonferenz 2015 in Warendorf

Neue Sicherheitsmaßnahmen in der Vielseitigkeit vorgestellt

Warendorf (fn-press). Die Sicherheit in der Vielseitigkeit, Europameisterschaften in Aachen und die Nationenpreise waren die Themen der Jahrespressekonferenz der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf.

Seit 2013 gibt es in der Vielseitigkeit eine „Task Force Sicherheit“, die besonders nach dem tragischen Unfalltod von Benjamin Winter im vergangenen Sommer in Luhmühlen, ihre Arbeit intensiviert hat. „Ich habe bei allen Beteiligten eine große Ehrlichkeit und die Bereitschaft erlebt, jeden Stein umzudrehen, um etwas zu verbessern“, erklärte Dr. Dennis Peiler, Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR). Er erklärte auch, dass die FN beim Thema Sicherheit gemeinsam mit dem Weltreiterverband (FEI) vorgehen wolle. „Wenn unser Weg allerdings nicht mitgegangen wird, wollen wir auch gerne eine Vorreiter-Rolle einnehmen“, so Peiler. Mit Unterstützung der Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport sollen insgesamt 250.000 Euro in den kommenden drei Jahren investiert werden.

Einige dieser Maßnahmen wurden in Warendorf vorgestellt. Dazu gehören unter anderem die Verbesserung der Notfallversorgung durch Turnierärzte, ein Schulungsvideo für Notfallvorsorgepersonal, ein Lehrgerät für Falltraining, die Weiterentwicklung der Airbagwesten, die Videoanalyse von Stürzen und Beinah-Stürzen, die generelle Obduktion von verunglückten Pferden in allen Disziplinen, das Angebot einer Geländebesichtigung für Einsteiger mit qualifizierter Beratung, Regelwerksänderungen (Strafpunkte für gefährliches Reiten) und vieles mehr. Ein wichtiger Bestandteil dieser Maßnahmen ist auch die Entwicklung von deformierbaren Hindernissen. Bereits zertifizierte Sicherheitselemente, aber auch noch zu testende Prototypen stellte Rüdiger Schwarz, Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter und internationaler Parcourschef, auf dem Vielseitigkeitsplatz des Bundesleistungszentrums vor.

Sportlicher Höhepunkt ist in diesem Jahr die Multi-EM in fünf Disziplinen vom 11. bis 23. August in Aachen. Turnierleiter Frank Kemperman berichtete von den Vorbereitungen in der Aachener Soers. 24 Millionen Euro würden in die EM investiert, acht Millionen davon alleine in bauliche Maßnahmen. Aufgrund der EM haben die Nationenpreise in Springen, Dressur, Fahren und Voltigieren in diesem Jahr mit Mannheim, Hagen, Riesenbeck und Verden neue Austragungsorte gefunden. Die Veranstalter Peter Hofmann (Nationenpreis Springen vom 16. bis 19. Juli in Mannheim) und Ullrich Kasselmann (Nationenpreis Dressur vom 8. bis 12. Juli in Hagen a.T.W.) ordneten gemeinsam mit dem Bundestrainer Springen Otto Becker und der Bundestrainerin Dressur Monica Theodorescu den Stellenwert eines Nationenpreises ein und betonten den besonderen „Länderspielcharakter“. „Der 100. Nationenpreis in Mannheim spielt für die Europameisterschaft eine wichtige Rolle, da wir kurz danach nominieren“, so Otto Becker.

Auch Ulla Ramge, Bundestrainerin Voltigieren, erklärte, dass der Nationenpreis Voltigieren vom 25. bis 28. Juni die wichtigste Station auf dem Sichtungsweg sei. „In Verden fällt die Entscheidung, wer bei der EM starten darf.“ Die Vierspänner tragen vom 30. Juli bis 2. August in Riesenbeck anstatt des bisherigen Fahrderbys einen Nationenpreis aus. „Sonst zuvor hatten wir immer parallel zum Fahrturnier auch noch die Westfälischen Meisterschaften Dressur und Springen in Riesenbeck, aber dieses Jahr werden wir uns ganz auf den Fahrsport konzentrieren, so dass wir den Fahrern das Hauptstadion zur Verfügung stellen können“, erklärte Gunda Reimers, Geschäftsführerin des ZRFV Riesenbeck.