FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau: „Widersprüche zwischen Spitzen- und Breitensport abbauen“

 

Münster (fn-press). „Die abgelaufene Legislaturperiode war wohl eine der beschwerlichsten, die der Verband, der Pferdesport und die Pferdezucht meistern mussten.“ Diese Worte stellte Breido Graf zu Rantzau seinem Rück- und Ausblick bei der Mitgliederversammlung der FN in Münster voran.

Gerade die erste Hälfte der Legislaturperiode von 2009 bis 2013 war geprägt von Diskussion um Doping und sauberen Sport. „Nach Hongkong standen wir alle unter enormer Anspannung und vor einer Zerreißproben“, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau. Mittlerweile habe man viele Anstrengungen unternommen. „Wir können heute sagen, dass unsere Maßnahmen pro sauberer Sport greifen.“

Auf internationalem Parkett seien in dieser Zeit „die europäischen Interessen vom Weltverband FEI klein geredet worden“, erläuterte der Präsident. Zwar sei die weltweite Entwicklung für den Pferdesport überlebenswichtig, aber zugleich müsse das funktionierende System im Herzen des Sports, nämlich in Europa, gewährleistet sein. Deshalb sei die Gründung der European Equestrian Federation (EEF) wichtig und richtig gewesen. Graf Rantzau: „EEF und FEI kooperieren gut, wir werden wieder ernst genommen.“

Dass die deutschen Aktiven im Spitzensport mithalten können, steht für den FN-Präsidenten außer Frage. „Natürlich wird es schwieriger, Medaillen zu gewinnen. Die Globalisierung bringt das mit sich – aber diese Globalisierung ist für unseren Sport als Ganzes auch essentiell. Und doch reiten, fahren und voltigieren wir nach wie vor an der Spitze mit.“

Erfolg ist untrennbar verknüpft mit finanziellem Engagement. Der Aufwand nimmt zu. Immer mehr Championate in neuen Altersklassen und teilweise neuen Disziplinen sorgen für Kostensteigerungen. Umso zufriedener äußerte sich der Präsident über die Partnerschaften und Sponsorenengagements. Besonders hob er die Firma Fendt hervor, die als Sponsor der Nationalmannschaften ihren Vertrag sogar vorzeitig bis 2016 verlängerte.

Wie schon in der Vergangenheit wies Graf Rantzau erneut darauf hin, dass die Öffentlichkeit und die Medien mehr und mehr das Handeln im Sport und den Umgang mit dem Pferd kritisch begleiten. „Die Neiddiskussion, aus der die Pferdesteuer erwachsen ist, ist die eine Seite. Die zunehmenden Angriffe von Tierschützern oder solchen, die sich dafür halten, ist eine andere. Gerade an dieser Stelle hilft es uns nicht, dass immer weniger Menschen auf dem Land aufwachsen, wo sie einen direkten und gesunden Kontakt zu Tieren, vor allem auch Nutztieren haben.“ Deshalb müsse es der Verband deutlicher hervorheben, dass die FN für das Pferd stehe, nicht nur für Sport und Zucht. „Haltung, Zucht, Ausbildung, Sport sind allesamt unsere Kompetenzen. Hier sind wir die Experten und haben in den letzten 20 Jahren eine ganze Reihe von Grundsätzen zum korrekten Umgang mit dem Pferd und auch zu Ausbildungsmethoden formuliert“, argumentierte Graf Rantzau.

Bezogen auf seine zu erwartende Wiederwahl versprach der Präsident: „Ich werde dafür einstehen, dass wir unser Recht verteidigen, Pferdesport und -zucht auszuüben. Dass wir Pferde fach- und sachgerecht halten. Ich werde hart daran arbeiten, dass wir finanzielle Mittel erwirtschaften, die wir in die Förderung von Spitzensport und Ausbildung investieren. Aber ich stehe auch dafür, dass die vermeintlichen Widersprüche zwischen Spitzensport und Breiten- oder Freizeitsport weiter abgebaut werden. Wir stehen für jedwede Beschäftigung mit dem Pferd, solange sie auf der Basis unserer fachlichen Grundsätze erfolgt. Ganz egal, ob Sie auf der Suche nach reiner Erholung oder auch nach sportlichem und züchterischem Erfolg sind.“        hen

Foto von Jan-PIerre Habicht (Archiv): Breido Graf zu Rantzau