FN-Jahrestagungen Trier

FN-Jahrestagungen Trier

Boden für zukünftigen Kurs bereitet

Trier (fn-press). „Es ist uns gelungen, das Steuer in der Hand zu behalten und beim Thema Fairer Sport den richtigen Kurs einzuschlagen.“ Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), ging gleich zu Beginn seiner Rede vor den Delegierten des Verbandsrates bei den FN-Jahrestagungen in Trier auf das dominierende Thema des Pferdesportes der letzten beiden Jahre ein. Der FN-Präsident veranschaulichte den komplizierten Prozess der Einführung der Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln (ADMR) zum 28. April vergangenen Jahres. „Damit wurden die wichtigsten Empfehlungen der DOSB-Kommission umgesetzt und der Boden für unseren künftigen Kurs bereitet“, so Graf zu Rantzau.

 

Die Einführung des neuen Regelwerks war für den deutschen Verband zugleich mit einem weiteren, mehrmonatigen Diskussionsprozess zum Thema Verbotslisten verbunden. Ziel dieses Prozesses war, sich soweit wie möglich an die Doping- und Medikationsregeln der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) anzupassen und zum 28. April 2011 modifizierte Verbotslisten in Deutschland in Kraft treten zu lassen. „Wir halten fest, dass der Verband seine seit 20 Jahren bestehenden ethischen Grundsätze bestätigt hat. Wir halten an dem Grundsatz fest, dass das Pferd im Wettkampf frei sein muss von wirksamen Substanzen. Wir halten fest, dass es uns bei Einhaltung dieser Grundsätze gelungen ist, an einigen kritischen Stellen eine Annäherung von FN und FEI Regelwerken  zu erreichen“, zog der FN-Präsident ein positives Fazit der vergangenen Monate. „Ich bitte Sie, nein, ich fordere uns alle auf, daher nun auf die immer gleichen Diskussionen zu verzichten und das Fass nicht immer wieder aufzumachen. Denn wir haben jetzt Regeln erreicht, auf denen wir in den kommenden Jahren aufbauen und mit denen wir sehr gut arbeiten können.“

 

Mit einer umfangreichen Informationskampagne sensibilisierte die FN ihre Reiter, Fahrer und Voltigierer für das Thema Fairer Sport. Broschüren, Poster, Internet- und Lehrgangsangebote sind nur einige Maßnahmen, mit denen der Verband seine Mitglieder informierte. „Mit Erfolg! Die Zahl der positiven Medikationsproben, die aufgrund von Unwissenheit passieren, ist zurückgegangen“, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach. „Zehntausende Pferdesportler haben die Informationen im Internet heruntergeladen oder die Broschüre bestellt. Nie zuvor haben wir eine so breite Abdeckung mit Wissen erreicht“, so Lauterbach.

 

Eine wichtige Botschaft für den Verband und auch für die Gesellschaft, die den Pferdesport mit Argusaugen beobachte, sei die Unterzeichnung des Vertrages mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) Ende März gewesen. Nach langen Verhandlungen sei damit sicher gestellt worden, dass die NADA in den nächsten zwei Jahren die neu einzuführenden Trainingskontrollen von Kaderpferden der olympischen Disziplinen übernehme. „Ob NADA, DOKR oder Reiter, wir alle betreten hier Neuland. Wir alle werden uns an neue Abläufe gewöhnen müssen. Aber dem stehen große Vorteile gegenüber, was Prävention und den Nachweis einer neutralen Durchführung angeht. Ich denke, dass ist es allemal Wert“, erklärte der Generalsekretär.

 

Schenkelbrand erhalten

Darüber hinaus war und ist der Schenkelbrand bei Pferden ein zentrales Thema für die deutschen Pferdezüchter. Die FN und ihre Zuchtverbände setzen sich intensiv für den Erhalt dieser Kennzeichnungsmethode ein. „Teilerfolge sind erzielt und das macht uns Mut. Aber wir müssen uns auch im Klaren darüber sein, dass wir nur eine Chance auf langfristigen Erfolg haben, wenn wir alle aufstehen und unsere geballte Lobby einsetzen. Viel zu viele Male schon sind es Einzelinitiativen gewesen, die hier gefahren werden mussten, während viele andere sich schweigend und abwartend zurückgehalten haben. Nur gemeinsam sind wir wirklich stark“, forderte der FN-Präsident zum Zusammenhalt der deutschen Züchter auf.

 

Vereine stärken

Eine weitere Herausforderung für die Deutsche Reiterliche Vereinigung und ihre Mitgliedsverbände ist, den Mitgliederrückgang in den Vereinen zu stoppen. Mit der Initiative „Vorreiter Deutschland“ versuchen die Verbände ihre Vereine zu erreichen und für die Zukunft zu stärken. Der FN-Präsident mahnte an, dass dem Verband die bisherige Vormachtsstellung in Sachen Ausbildungs- und Haltungsfragen von Pferden abhanden zu kommen droht. Aus diesen Gründen wird eine verbandsübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit dem „Selbstverständnis“ des Verbandes und seinen Themen befasst. Diese Gruppe wird sich mit den grundsätzlichen Fragen von Zucht und Reiterei und dem Umgang mit dem Pferd beschäftigen. „Ich sehe, was wir letztes Jahr mit solchen Gruppen erreicht haben und bin überzeugt, dass wir auch mit diesem breiten Ansatz erfolgreich sein können“, so der Präsident.

 

Sexualisierte Gewalt bekämpfen

Ein anderes Thema, mit dem sich die FN intensiv auseinandersetzt ist die Bekämpfung von sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen. „Dies ist ein Thema nicht nur der Kirchen, es ist auch ein Thema des Sports“, veranschaulichte Lauterbach. „Und im Sport betrifft es nicht nur die anderen, denn wir wissen, dass es auch im Pferdesport solch verabscheuungswürdige Straftaten gibt.“ In diesem Zusammenhang erwähnte Soenke Lauterbach die bisherigen Präventionsmaßnahmen des Verbandes wie zum Beispiel das Führungszeugnis, das von angehenden Ausbildern eingefordert wird. Der Ausschuss Allgemeine Jugendarbeit der FN hat das Kindes- und Jugendwohl 2011 zu seinem Schwerpunktthema gemacht. Ann-Katrin Linsenhoff (Kronberg) hat sich als Mitglied des Präsidiums bereit erklärt, Vertrauensperson der FN zu sein und sich unterstützend einzubringen.

 

Erfolgreiche deutsche Pferdesportler


 

Hoch erfolgreich waren im Jahr 2010 die deutschen Pferdesportler, die in allen Altersklassen und disziplinübergreifend Erfolge feiern konnten. Allein im Jugendbereich der olympischen Disziplinen wurden sechs Gold- und drei Silbermedaillen gewonnen. Insgesamt kamen die deutschen Pferdesportler auf 50 Medaillen. DOKR-Geschäftsführer Reinhardt Wendt ging in seinem Vortrag intensiv auf den sportlichen Höhepunkt des vergangenen Jahres ein: Die Weltreiterspiele in Kentucky. „Organisatorisch und finanziell übertrafen diese Weltreiterspiele alles, was ich in meiner Laufbahn erlebt habe“, sagte Wendt. „Aber ich habe es auch noch nicht erlebt, dass sich eine deutsche Mannschaft disziplinübergreifend mit ihrer gegenseitigen Hilfsbereitschaft und dem Interesse an dem anderen als eine solch gute Einheit präsentiert hat.“ Dazu trug auch eine neue, achte FEI-Disziplin bei: Erstmalig waren die Reiter mit Behinderung ein fester Bestandteil der Weltreiterspiele. „Die Para-Equestrians waren ein echter Mehrwert für die deutsche Mannschaft“, erklärte Wendt.                                              dp


NennungOnline 2013: Abschaffung der Papiernennung

Die Tage, an denen via Papier für ein Turnier genannt werden kann, sind gezählt. Ab 2013 wird die herkömmliche Papiernennung vollständig durch das Internetsystem NennungOnline (NeOn) ersetzt. Die Änderung wurde bei den Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Trier mit einer überwältigenden Mehrheit verabschiedet.

Bereits jetzt werden 85 Prozent aller Nennungen über NeOn abgegeben. Spitzenreiter aller Landesverbände ist das Rheinland. Genau 95 Prozent der Turnierstarts wurden im April online genannt. Seit dem Start von NennungOnline im November 2004 wurden 2,36 Millionen Nennungen online abgegeben.

Damit die Deutsche Reiterliche Vereinigung für die vollständige Umstellung von Papier- auf Onlinenennung gerüstet ist, wird das NeOn-System überarbeitet. „Die erfreulich großen Zuwächse bei NeOn haben uns letztes Jahr im Einzelfall an Kapazitätsgrenzen gebracht. Und wenn wir 2013 die Papiernennung komplett abschaffen wollen, müssen wir vorab unsere Systeme erneuern und den Nennern noch mehr Möglichkeiten und Service bieten. Dafür stellen wir uns in diesem Jahr auf“, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.    dp


Deutsches Reiterkreuz in Gold für Breido Graf zu Rantzau

Mit dem deutschen Reiterkreuz in Gold wurde FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg) bei der Jahrestagung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) Anfang Mai in Trier ausgezeichnet. „Wir alle hier im Saal sowie Hunderttausende von Vereinsmitgliedern der FN möchten ihnen für ihr außerordentliches Engagement auf allen Ebenen des Sports und der Pferdezucht danken. Wir alle freuen uns auf die noch vor ihnen liegenden Jahre ihrer Präsidentschaft,“ sagte FN-Vizepräsident Friedrich Witte (Burscheid) in seiner Laudatio.

Breido Graf zu Rantzau ist seit 2005 FN-Präsident. Der 61-jährige Diplom-Betriebswirt und Landwirt gilt als Praktiker – sowohl in sportlicher wie auch züchterischer Hinsicht. 1967 war er Europameister der Junioren im Springen. 1985 belegte er Platz fünf beim wohl schwersten Springen der Welt, dem Hamburger Springderby. Noch bis vor wenigen Jahren war Graf zu Rantzau auf Turnieren in Springprüfungen bis zur Klasse S erfolgreich unterwegs. Bekanntes Beispiel für seine züchterischen Erfolge ist die Stute Malva von Marlon xx, mit der Rantzau vor ihrem Zuchteinsatz viele nationale und internationale S-Springen gewinnen konnte. Sie ist zudem die Mutter von Constantin von Contender, mit dem Markus Beerbaum jahrelang im internationalen Spitzensport aktiv war.

Engagiert hat sich Breido Graf zu Rantzau auf allen Ebenen des Pferdesportes. Bevor er FN-Präsident wurde, bekleidete er das Amt des Vizepräsidenten des FN-Bereichs Sport und hatte den Vorsitz im Vorstand Sport und Deutschen Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) inne. Seit 1997 ist er Mitglied im FN-Präsidium. Auch im Bereich Zucht kann Graf Rantzau auf lange Erfahrung in der ehrenamtlichen Arbeit zurückblicken. Von 1986 bis 2007 war er Vorsitzender des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes, von 1999 bis 2005 Vizepräsident der World Breeding Federation for Sport Horses (WBFSH). Darüber hinaus gehörte er der von der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (Fédération Equestre Internationale, FEI) eingesetzten Task Force zur Überarbeitung des Regelwerks der internationalen Medikationsbestimmungen an.                            T.H./Bo

 

Goldenes Reiterkreuz für Karl-Heinz Groß

Trier (fn-press). Anlässlich der Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Trier ist der langjährige FN-Finanzkurator Karl-Heinz Groß (Saarbrücken) mit dem Deutschen Reiterkreuz in Gold ausgezeichnet worden. „Es ist mir eine ganz besondere Ehre, einen Menschen auszuzeichnen, der sich mit seinem außerordentlichen Engagement für den Pferdesport seit mehr als 35 Jahren auf lokaler, regionaler und auf bundsweiter Ebene große Meriten verdient hat“, sagteFN-Präsident Breido Graf zu Rantzau (Breitenburg) in seiner Laudatio.

Bereits seit Mitte der 70er Jahre setzt sich Karl-Heinz Groß ehrenamtlich für den Pferdesport ein. Zunächst als Vorstandsmitglied des Reitvereins Schwalbach, ab Anfang der 90er Jahre als Schatzmeister und seit 1994 als Vorsitzender des Pferdesportverbandes Saar. Dabei blieben der FN seine außerordentlichen Qualitäten, speziell seine Finanzerfahrung als leitender Direktor der Dresdner Bank in Saarbrücken nicht verborgen. Graf zu Rantzau: „Seine Wahl zum Finanzkurator im Präsidium der FN im Jahre 2001 war ein großer Gewinn für den gesamten Verband.“ Obwohl Karl-Heinz Groß in seiner aktiven Zeit als Pferdesportler turniersportlich orientiert war, erkannte er schon vor vielen Jahren die wachsende Bedeutung des Breitensports und brachte speziell im Saarland zahlreiche Initiativen zur Förderung des Breitensports auf den Weg. „Mit großem Erfolg“, sagte der FN-Präsident mit ein Blick auf die Statistiken. Während im Bundesdurchschnitt die Mitgliedszahlen in den Jahren 2004 bis 2010 in den Pferdesportvereinen um rund 3,6 Prozent zurückgingen, konnte das Saarland sogar zulegen und präsentiert mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent in diesem Zeitraum das drittbeste Ergebnis aller Landesverbände       Hb/T.H.

 

Dr. Dennis Peiler wird neuer Geschäftsführer Sport

Dr. Dennis Peiler (Hamm) wird neuer Geschäftsführer des Bereiches Sport bei der Deutschen Reilerlichen Vereinigung (FN). Der bisherige Pressesprecher des Verbandes tritt die Nachfolge von Reinhard Wendt an, der ab dem 1. Mai 2012 nach 26 Jahren im Amt in den Ruhestand geht. Er übergibt dann seine Aufgabenfelder als FN-Geschäftsführer Sport, als Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und als stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der FN an seinen Nachfolger. „Ich freue mich, dass wir mit Herrn Dr. Peiler einen hochkompetenten Sportler gewinnen konnten. Mit seinen umfangreichen Erfahrungen im Sport und in der Verbandsarbeit sowie vor allem mit seiner sportwissenschaftlichen Ausbildung bringt er das Rüstzeug mit, den Bereich Sport in Zukunft gestalten zu können“, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau.

Der Entscheidung über die Nachfolge von Reinhard Wendt war ein mehrmonatiger Auswahlprozess vorausgegangen, bei dem sich das FN-Präsidium der Erfahrungen der renommierten Unternehmensberatung Kienbaum bedient hatte. Anlässlich der Jahrestagungen der FN in Trier entschied das Präsidium über die Nachfolge Wendts. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und freue mich auf die neue Herausforderung. Die nächsten Monate werde ich nutzen, um mich intensiv in die neuen Aufgabenfelder einzuarbeiten,“ so der designierte Geschäftsführer Peiler. „Ich bin in der glücklichen Situation, eine fast einjährige Einarbeitung durch Reinhard Wendt zu haben. Das erleichtert den Einstieg in diese anspruchsvolle Position.“ Der 32-Jährige wird bereits bei den Olympischen Spielen 2012 die deutschen Reiter als Chef de Mission begleiten.

Dennis Peiler kennt sich in den Verbandsstrukturen des Pferdesports aus. Als Jugendsprecher des Pferdesportverbandes Westfalen machte er sich bereits frühzeitig mit der Sportorganisation vertraut. Nach seinem Diplom als Sportwissenschaftler mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikation an der Deutschen Sporthochschule Köln folgte 2004 eine Ausbildung als Nachwuchsführungskraft bei der FN. Im Jahr 2006 wurde Peiler Redakteur in der Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und reiste bereits als Pressesprecher zu den Olympischen Spielen 2008 nach Hongkong. 2009 schloss er seine Promotion im Bereich der Sportmedizin an der Universität Bielefeld ab. Die wissenschaftliche Arbeit befasste sich im Schwerpunkt mit der Leistungsdiagnostik und -optimierung im Spitzensport.

Bis Ende 2009 war er selbst erfolgreich im Pferdesport unterwegs. Als Voltigierer gewann er insgesamt drei Medaillen bei Deutschen Meisterschaften, darunter 1999 DM-Gold in Aachen. Seinen größten internationalen Erfolg schaffte der neunmalige Landesmeister mit Platz fünf bei den Europameisterschaften 2007 in Kaposvar. Der FEI Chief Steward, Voltigierrichter und Fachbuchautor ist im elterlichen Pferdebetrieb in Hamm aufgewachsen und war parallel zum Voltigieren auch immer im Sattel unterwegs. Seine Trainerlizenz im Reiten erwarb Peiler im Rahmen seiner Ausbildung als Nachwuchsführungskraft. Seit 2004 ist er Aktivensprecher des DOKR-Disziplinbeirates Voltigieren.

 

Zuchtverbände zeigen Einigkeit für den Schenkelbrand

Bei den Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Trier haben die Vertreter der Zuchtverbände noch einmal betont, dass die deutsche Pferdezucht geschlossen für den Erhalt des Brandes weiter kämpfen wolle.

Nachdem die Anträge der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und der SPD-Fraktion zum Verbot des Schenkelbrandes abgelehnt wurden und die deutsche Pferdezucht damit erste Etappensiege errungen hat, wird zur Zeit geplant, wann und wie die mehr als 30.000 gesammelten Unterschriften für den Erhalt des Schenkelbrandes an Bundesministerin Ilse Aigner übergeben werden sollen. „Das Ziel ist noch lange nicht erreicht“, warnte Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des FN-Bereichs Zucht.

Die Vertreter der Zuchtverbände werden weiterhin versuchen, auf die Landes- und Bundespolitik Einfluss zu nehmen und setzen sich dafür ein, dass die EU-Vorgaben in Deutschland eins zu eins umgesetzt werden. Denn nach EU-Recht ist eine alternative Kennzeichnung von Pferden möglich und Pferde können somit wahlweise mittels Transponder oder Schenkelbrand gekennzeichnet werden. In Deutschland ist die Kennzeichnung mittels Transponder Pflicht und der Brand ist nur zusätzlich erlaubt.                                      Evw

Änderungen der Zuchtverbandsordnung (ZVO)

Kleinere Anpassungen bei den HLP-Richtlinien vorgenommen

Im Rahmen der Jahrestagungen der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Trier hat der Beirat Zucht Änderungen in den Richtlinien der Hengstleistungsprüfung und zu verschiedenen Bestimmungen in der Zuchtverbandsordnung (ZVO) beschlossen.

„Die erste Hengstleistungsprüfung nach der neuen Konzeption ist hervorragend gelaufen, aber in der Praxis hat sich gezeigt, dass die Vorgaben der HLP-Richtlinien an einigen Stellen noch präziser formuliert oder ergänzt werden müssen“, erklärte Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), in Trier. Bei diesen Anpassungen ging es unter anderem um die Bestimmungen zur Wiederholung einer Prüfung, um eine noch konkretere Formulierung zu den notwendigen veterinär-medizinischen Unterlagen und um den Einsatz der Fremdreiter bei den Abschlussprüfungen. So müssen die Fremdreiter jetzt nicht zwingend beide an zwei Tagen vor Ort sein, sondern es besteht auch die Möglichkeit, dass ein Reiter am ersten Tag prüft und der andere am zweiten Tag. „Das ist für Berufsreiter praktischer, wenn wir den Zeitaufwand für sie so gering wie möglich halten“, sagte Theodor Leuchten (Ratingen), Vorsitzender des FN-Bereichs Zucht. Die Anpassungen der HLP-Richtlinien wurden einstimmig angenommen.

Neben den Anpassungen der HLP-Richtlinien erfolgten weitere Änderungen in den Besonderen Bestimmungen der Zuchtprogramme für Pony- und Kleinpferderassen sowie für weitere Rassen. Es gab unter anderem Änderungen in den Bestimmungen zum Schleswiger Kaltblut, Criollo oder zum Friesenpferd. So wurde festgelegt, dass für das Friesenpferd eine Übergangsregelung für leistungsgeprüfte Hengste und deren Nachkommen besteht und ein Bestandsschutz für bereits eingetragene Hengste gilt. „Die ab 2012 geborenen Nachkommen von nicht leistungsgeprüften Hengsten sind nicht mehr Hengstbuch I- und II-eintragungsfähig. Neueintragungen von Hengsten und Stuten erfolgt ab dem Jahr 2011 gemäß Paragraph 906d Eintragungsbestimmungen in die Zuchtbücher“, so lautet der neue Absatz.

Darüber hinaus stimmte der Beirat Zucht über diverse redaktionelle und gesetzesbedingte Anpassungen der ZVO ab, die aufgrund der Rechtsbestimmungen der EU sowie der Rechtsbestimmungen des Tierzuchtgesetzes notwendig geworden sind. Nachdem die Änderungen einstimmig verabschiedet worden sind, werden sie nun innerhalb der nächsten zwölf Monate von den Zuchtverbänden in ihre eigenen Satzungen und Zuchtbuchordnungen aufgenommen.

Die ZVO dient der Förderung der Pferdezucht durch Koordination der züchterischen Arbeit der anerkannten Zuchtverbände, die Mitglieder der FN sind. In der ZVO sind als Rahmenrichtlinien einheitliche Mindestanforderungen für die Ausgestaltung der Zuchtprogramme, für die Unterteilung und Führung der Zuchtbücher, für die Ausstellung der Pferdepässe einschließlich Zuchtbescheinigungen und für die Sicherung der Identität aller in den Zuchtbüchern eingetragenen Pferde festgelegt. Ebenso wird die Durchführung von Leistungsprüfungen, Körungen, Zuchtwertschätzung und Zuchtbucheintragungen beschrieben. Hinzu kommen Informationen zu EU-Bestimmungen sowie nationalen Gesetzen und Verordnungen, die die Pferdezucht betreffen. Insgesamt werden zur Zeit für 48 Rassen die Bestimmungen in der ZVO geregelt.

Die aktualisierte ZVO kann als CD ab Anfang Juni  im Internet (www.pferd-aktuell.de/Merkblätter) oder bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Abteilung FN-Service, Petra Schaffer, E-Mail fn@fn-dokr.de angefordert werden. Die Kosten betragen 5 Euro zuzüglich 3 Euro Versandkosten. Darüber hinaus steht die ZVO auch auf der Internetseite www.pferd-aktuell.de unter Zuchtverbandsordnung zum Download bereit.