Finale Deutsches Stuten-Derby 2013: Fräulein Wunder vollbringt das Wunder

 

Im Arthur-Knauer-Stutenderby fallen mit Mustang’s Sally und Red Riding Hood beide Top-Favoritinnen schon am Start aus. Der 618:10-Außenseiter Dabano As siegt souverän im Auktionsrennen.

Berlin-Mariendorf, 3. August

Großer Jubel im Hause Jauß: Zum vierten Mal in den letzten sechs Jahren kommt die Arthur-Knauer-Siegerin aus dem Neritzer Gestüt der ehemaligen Berlinerin. Nach Ini Lou 2008, Kataja 2009 und sowie What a Feeling 2011 schlug nun die Stunde für Fräulein Wunder und Roland Hülskath. Auch wenn vorab zwei andere Pferdeladys das größere Vertrauen der Fans an den Totokassen genossen, kam dieser Sieg ganz so überraschend dann doch nicht daher, denn immerhin war die Love-You-Tochter vor einer Woche mit 1:16,1 die schnellste aller Vorlaufsiegerinnen. Exakt die gleiche Zeit reichte ihr nun, um im frühzeitig ausgedünnten Feld mit einer feinen Schlussattacke den Stutenthron der Generation 2010 zu erklimmen.

Das Finale des deutschen Stuten-Derbys 2013 begann mit einem doppelten Paukenschlag, denn zeitig waren die beiden Favoritinnen des Rennens schon nicht mehr dabei. Kaum hatte sich das Startauto vom Zehnerfeld gelöst, war Conrad Lugauers Red Riding Hood in der Luft, weil der Sulky des Gespanns über die Innenkante holperte. Nur wenige Schritte später schallte es aus dem Rennleitungswagen: „Die Nummer 4 disqualifiziert rot“: Mustang’s Sally (Robin Bakker) tat es der Co-Favoritin gleich und galoppierte sich ins schnelle Aus aller Derbyträume. Lugauer hatte bei der Startplatzwahl das Recht des Ersten gehabt, die „1“ gewählt und sich damit offenbar vertan. Robin Bakker hat im Derby am Sonntag mit Tiger Woods As eine weitere dicke Chance. Bleibt abzuwarten, ob er dort wie heute Nerven zeigt.

Nach den Galoppaden der beiden Gemeinten war der Weg frei für Fräulein Wunder. Die steuerte Roland Hülskath sofort freiwillig in die Außenspur, störte sich vorerst überhaupt nicht am vorderen Streit um die Spitze, den Abasi und Grande Dame ausfochten, wartete bis zur Zielgeraden mit dem Angriff, war hier sofort auf der Siegerstraße und um Längen vor der Konkurrenz am Zielschild. Abasi (Gerhard Mayr), die im ersten Bogen ins Kommando gezogen war, wehrte sich bis Mitte des Einlaufs nach Kräften gegen die Siegerin, hatte gegen deren Endspurt aber nicht den leisesten Hauch einer Chance - im Gegenteil. Sie musste noch höllisch auf der Hut sein, um gegen die von weit hinten heranrauschende Fairness (Michael Nimczyk) den Doppelerfolg der Neritzer Farben zu verhindern.

Für Robin Bakker hatte der Tag noch nach Maß begonnen, als er im B-Finale mit Lady Ellen permanent durch die Außenspur Druck machte und den Sieg holte. Dabei war dieses Gespann mit 1:16,3 nur unwesentlich langsamer als die Hauptlaufsiegerin. Für die stark spurtende Charlotte W (Dion Tesselaar) sprang der Ehrenplatz vor der lange führenden Joyful Angel (Peter Strooper) heraus.

Das zweite Großereignis des Samstags, das mit 50.000 Euro dotierte Auktionsrennen der Zweijährigen, endete gleichfalls mit dem nicht unbedingt erwarteten Sieg des am Toto sträflich vernachlässigten 618:10-Außenseiters Dabano As (Rob de Vlieger). Der raufte sich nach einem Start aus der zweiten Reihe gegenüber durch die zweite Spur, zog durch den Schlussbogen groß auf und dann sehr leicht zum überlegenen Sieg. Conrad Lugauer hatte seinen Juppi dagegen schnell in vordere Positionen gebracht, war anfangs Zweiter, dann Dritter innen, bekam im Endkampf die erhoffte Lücke und nutzte diese konsequent, um die Voraus-Favoritin Lady Good Wood (Michael Nimczyk), die noch als Führende auf die Zielgerade einbog, deutlich abzufangen.

Gesamtumsatz: 424.448,83 - Bahnumsatz: 239.122,40 - Außenumsatz: 185.326,43

Nächster Renntag der Derby-Woche 2013 ist Sonntag, 4. August 2013 mit der Entscheidung im 118. Deutschen Derby. Start des 1. Rennens um 13:00 Uhr