Fahrsport: WM-Sichtung der Vierspänner mit deutlichem Sieg für Georg von Stein

Sandmann und Brauchle folgen auf den Plätzen zwei und drei

Herchenrode (fn-press). Geradezu ein Start-Ziel-Sieg gelang an diesem Wochenende Vierspännerfahrer Georg von Stein. Bei der ersten Sichtung für die Weltreiterspiele in der Normandie gewann der41-jährige Bundeskaderfahrer vor heimischer Kulisse mit Weile: Platz eins in der Dressur, Platz eins im Gelände und Platz eins im Hindernisfahren brachten ihm am Ende 121,90 Punkte und damit den deutlichen Sieg vor Christoph Sandmann (Lähden/132,53 Punkte) und Michael Brauchle (Lauchheim-Hülen/137,93 Punkte).

Der RFV Modautal im Odenwald war Gastgeber dieser ersten WM-Sichtung, bei der 13 Teilnehmer an den Start gingen. Die Dressur hatte von Stein knapp vor Christoph Sandmann gewonnen, nur 0,12 Punkte betrug die Differenz zwischen den beiden Mitgliedern des Championatskaders. Platz drei beanspruchte von Stein dann noch mit seinem zweiten Gespann, mit dem er in der Gesamtwertung auf Rang acht landete. Auf Rang vier fuhr Rainer Duen (Minden), Fünfter wurde Michael Brauchle. „Die Leistungen in der Dressur waren insgesamt sehr erfreulich“, sagte Cheftrainer Karl-Heinz Geiger (Rechtmehring), „und bei allen deutlich besser als bei den ersten Turnieren dieser Saison“. Auch mit dem Kegelfahren war der Coach zufrieden: „Der Parcours war sehr anspruchsvoll und der Sandplatz machte es nochmals schwerer. Aber es war eine gute Vorbereitung, denn auch in Frankreich wird das Hindernisfahren auf Sand ausgetragen.“ Hinter von Stein, der fehlerfrei blieb, kam Ludwig Weinmayr (Fischbachau) als Schnellster mit einem Hindernisfehler auf den zweiten Platz vor Brauchle und Sandmann, die beide ebenfalls einen Abwurf hatten. Im hügligen Gelände des Odenwalds fuhr Georg von Stein mit seinem Hauptgespann in fünf der sieben Hindernisse Bestzeiten. Da konnte Michael Brauchle nicht ganz mithalten – fast sieben Punkte betrug der Abstand zwischen Beiden. Rang drei ging an Christoph Sandmann, Weinmayr wurde Vierter, Duen Fünfter. „Die Fahrer, die zu Haus in eher hügeligem Gelände trainieren können, waren hier deutlich im Vorteil“, sagte Geiger. „Das Gelände war schwer, aber der Boden war gut abgetrocknet und alle Gespanne kamen sicher ins Ziel.“

In Herchenrode ging es – vor einer großen Zuschauerkulisse – auch für die Ein-, Zwei- und Ponyvierspännerfahrer um Siege und Platzierungen. Die Konkurrenz der Einspänner und damit auch den hessischen Meistertitel gewann Dieter Lauterbach (Dillenburg) mit Dirigent vor Ehefrau Claudia Lauterbach mit Velten und Michael Lehmbruch (Krefeld) mit Ischtar. Platz vier belegten Hans-Stefan Ceelen (Bad Arolsen) und Waluiki, die damit Bronze in der Meisterschaft holten. Neuer Hessenmeister der Pony-Vierspänner ist Wilhelm Tischer (Neu-Isenburg), der in der Kombinierten Wertung hinter Steffen Brauchle (Lauchheim-Hülen) und Thomas Bär (Mühltroff) den dritten Rang belegte. Bei den Zweispännern setze sich am Ende Stefan Schottmüller (Kraichtal) gegen Anna Sandmann (Lähden) und Arndt Lörcher (Wolfenbüttel) durch.

Parallel zur WM-Sichtung in Herchenrode fand in Windsor/GBR die traditionelle Royal Windsor Horse Show mit internationalen Zwei-, Ponyvierspänner- und Vierspännerprüfungen statt. Hier führte in der Wertung der Vierspänner kein Weg am US-Amerikaner Chester Weber vorbei. Er siegte mit 124,98 Punkten vor Boyd Exell (AUS/130,33) und Koos de Ronde (NED/136,24). Mareike Harm (Negernbötel) kam auf Platz zehn (164,42 Punkte). In der Konkurrenz der Pony-Vierspänner belegte Martin Thiemann (Saerstedt) hinter Jan de Boer (NED) und Sara Howe (GBR) Platz drei, bester deutscher Zweispännerfahrer war Sebastian Hess (Ubstadt-Weiher) auf Rang sechs. Der Sieg hier ging an den Iren Barry Capstick.