Fahrsport: WM-Revanche im Schlosspark von Donaueschingen

Rainer Duen

Wenn in Donaueschingen der Startschuss für die Fahrer fällt, gehört die Weltmeisterschaft der Vierspänner im niederländischen Breda der Vergangenheit an. Das Ergebnis steht bei Redaktionsschluss noch nicht fest, aber mit Sicherheit wird sich einer der großen Favoriten aus den Niederlanden oder Australien durchsetzen und hoffentlich auch die deutsche Mannschaft eine große Rolle, insbesondere in der Nationenpreiswertung, spielen.

Einige der Hauptakteure der diesjährigen WM werden im September an der Baar ebenfalls an den Start gehen, denn das CHI Donaueschingen ist ein wichtiger Termin im Kalender der internationalen Vierspänner-Szene. Zum einen wird der Sieger in dem traditionsreichen Deutschen Fahrderby gesucht, zum anderen geht es für viele der Teilnehmer um wichtige Weltcup-Punkte. Die zehn besten Fahrer der Freilandsaison qualifizieren sich für den lukrativen Weltcup und in Donaueschingen gibt es noch einmal viele Punkte zu holen. Vielleicht steht auch dem einen oder anderen Leinenkünstler der Sinn nach einer Revanche für die WM.

Bei der Derbywertung müssen die Teilnehmer nicht nur die üblichen drei Teilprüfungen Dressur, Gelände und Hindernisfahren absolvieren, sondern bereits die Einlaufprüfung Jagd–um–Punkte, die am Freitag stattfindet, wird nach einem bestimmten (Punkte-)Schlüssel mit in die Wertung fließen.

Bei den Vierspänner–Ponys geht es am Sonntag um die begehrte Schärpe des Deutschen Meisters.  Titelverteidiger Michael Bügener wird es nicht leicht haben seinen Coup vom letzten Jahr zu wiederholen. Der Schmied aus Norddeutschland überraschte alle Top-Favoriten und holte sich zum ersten Mal in seiner Karriere den Titel des Deutschen Meisters. Mit Steffen Brauchle und Tobias Bücker, beide mehrfache Einzel- und Mannschaftsweltmeister, stehen schon hoch erfolgreiche Fahrer in den Startlöchern, um einen wiederholten Erfolg Bügeners zu erschweren. Apropos Brauchle: Michael Brauchle, Bruder von Steffen Brauchle, ist amtierender Europameister und hat im letzten Jahr in Donaueschingen den Titel des Deutschen Meisters bei den Vierspänner-Pferden gewonnen. Für ihn ist der Schlosspark ein gutes Pflaster und er wird alles geben, um in diesem Jahr wieder ganz vorne zu stehen. Ganz oben auf das Podest wollen aber auch die Schweizer um den früheren Doppelweltmeister Werner Ulrich und Jerome Voutaz sowie die Schweden. Und auch der deutsche Mannschaftskamerad Georg von Stein wird bei der Meisterschaft sein Können an den Leinen unter Beweis stellen und um den Titel des Deutschen Meisters mitfahren. Erstmals ist seit einigen Jahren mit Stephano Catelli ein Italiener wieder in Donaueschingen am Start. Er wird in die wichtigen Entscheidungen eingreifen wollen und es seinen Konkurrenten schwer machen.

Für die Gestaltung der Geländehindernisse sowie des Hindernisparcours beim Kegelfahren wird erstmals Josef Middendorf (GER) verantwortlich sein. Er ist ein international erfahrener Mann, der nach dem Tod des langjährigen CHI-Parcourschef Wilhelm Wörner dessen Aufgaben hervorragend übernehmen wird.

Foto von sportfotos-lafrentz.de: Rainer Duen