Fahrsport: Vierte Plätze für Duen und Fallak beim CAI in Horst

Etappensiege für Lauterbach, von Stein und Brauchle

Horst/NED (fn-press). Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die deutschen Fahrsportler beim Internationalen Turnier (CAI3*) im niederländischen Horst. Nach Siegen in einzelnen Teilprüfungen (Dieter Lauterbach im Marathon, Georg von Stein im Hindernisfahren, Michael Brauchle im Marathon) fehlte am Ende doch die Konstanz, um sich in den Kombinierten Wertungen ganz vorn behaupten zu können. Bester deutscher Vierspännerfahrer auf Platz vier war Rainer Duen (Minden), beste deutsche Einspännerfahrerin – ebenfalls auf Platz vier – war Marlen Fallak (Nägelstedt).

Sowohl für die Vier- als auch für die Einspännerfahrer war das Turnier in Horst nahe Venlo ein erstes Aufeinandertreffen im Jahr der Weltmeisterschaften. Die Vierspännerfahrer ermitteln Anfang September in Breda/NED ihren neuen Welt-Champion, die Einspännerfahrer reisen im August zur WM nach Piber/AUT.

Die Dressurprüfung der Vierspännerkonkurrenz dominierte – man mag schon fast sagen, wie gewohnt – Boyd Exell. 36,22 Strafpunkte brachten dem gebürtigen Australier den ungefährdeten obersten Podestplatz. Bester Deutscher auf Rang vier war Christoph Sandmann (Lähden). Mit 47,49 Punkten musste der 48-jährige den beiden Niederländern Ijsbrand Chardon und Theo Timmermann den Vortritt lassen. Nach Rang 17 in der Dressur zeigte Georg von Stein (Modautal) im Kegelfahren eine absolute Spitzenleistung: Als einzigem im 30-köpfigen Teilnehmerfeld gelang dem Hessen in dem anspruchsvollen Parcours eine blitzsaubere Nullrunde. Platz zwei eroberte sich mit 0,57 Zeitfehlern Rainer Duen (Minden), auch Sandmann hatte nur Zeitfehler (0,61) – Platz drei. Boyd Exell hingegen patzte mit einem Abwurf und Zeitfehlern und verlor die Führung in der Kombinierten Wertung; im Marathon kam dann für den Multichampion gar das „Aus“. Diese Teilprüfung, die bei den Vierspännern erste als letzte Prüfung ausgetragen wurde, gewann Michael Brauchle. Der amtierende Europa- und Deutsche Meister machte seine bis dahin in Horst gezeigten eher mäßigen Leistungen (Rang 11 in der Dressur, Rang 17 im Kegelfahren) allemal wett und trumpfte nach einem misslungenen Start (Rang 18 in Hindernis 1) mit vier Bestzeiten und zwei zweiten Plätzen in den weiteren Hindernissen auf. 90,57 Strafpunkte bedeuteten den deutlichen Sieg vor den beiden Niederländern Koos der Ronde und Peter de Ronde, Fünfter wurde Rainer Duen, Neunter Georg von Stein. Christoph Sandmann hingegen verlor mit Rang 21 eine vordere Platzierung in der Kombinierten Wertung. Diese gewann am Ende Ijsbrand Chardon vor seinen beiden Landsleuten Koos de Ronde und Theo Timmermann, Rainer Duen wurde Vierter (allerdings schon mit elf Punkten Rückstand auf den Sieger), Michael Brauchle Fünfter, Georg von Stein Achter.

Licht und Schatten gab es auch im Lager der Einspännerfahrer. Während Marlen Fallak, 2014 WM-Bronze in der Einzelwertung und Gold mit der Mannschaft, sich mit der Schweren Warmblutstute Tessa FST (von Valerius) in der Dressur hinter dem niederländischen Trio Wilbrord van den Broek, Rudolf Pestmann und Saskia Siebers auf Platz vier behaupten konnte (50,83 Strafpunkte), schlug die Stunde des Dillenburgers Dieter Lauterbach erst im Marathon. Nach Rang 16 in der Dressur (65,2 Strafpunkte) fuhr der 51-jährige Disziplin-Trainer der deutschen Nachwuchsfahrer mit seinem erfahrenen Pferd Dirigent (Hesse von Dartagnan) im Marathon auf Platz eins. Nur einen Wimpernschlag (0,07 Punkte) später kamen der erst 21-jährige Jens Chladek (Viernheim) und seine Stute Cheyenn (Hesse von Corelli) ins Ziel. Neunte wurden Claudia Lauterbach (Dillenburg) und FST Velten und Zehnte das amtierende Deutsche Meister-Gespann, Marlen Fallak und Tessa FST. Im Hindernisfahren leisteten sich sowohl Marlen Fallak als auch Dieter Lauterbach lediglich Zeitfehler (Fallak 0,31; Lauterbach 1,57), für Fallak bedeutete das in der Kombinierten Wertung Platz vier, Lauterbach wurde Sechster. Der Sieg ging in die Niederlande an Saskia Siebers, Zweiter wurde der amtierende Weltmeister Wilbrord van den Broek.