Fahrsport-News: Neues Trainerkonzept Fahren - Alle Bundestrainer im Porträt

Warendorf (fn-press). Im Fahrsport endet eine Ära: Altersbedingt geben Ewald Meier (Meißenheim) und Eckardt Meyer (Hermannsburg) ihre Tätigkeit als Bundestrainer auf. Ewald Meier (65) übergibt sein Amt nach mehr als 30 Jahren im März an Karl-Heinz Geiger aus Rechtmehring in Oberbayern. Die Aufgaben von Eckardt Meyer (68), der seit 1995 Bundestrainer der Ein- und Zweispänner war, werden mit dem neuen Trainerkonzept künftig auf mehrere Personen verteilt. Cheftrainer ist Karl-Heinz Geiger, ihm zur Seite stehen als Disziplintrainer Wolfgang Lohrer (Meißenheim), Peter Tischer (Neu-Isenburg) und Dieter Lauterbach (Dillenburg).

Cheftrainer Karl-Heinz Geiger

(Vierspänner)

Als Cheftrainer kümmert sich Karl-Heinz Geiger vorrangig um die Vierspänner. Außerdem koordiniert er das Trainerteam und übernimmt eine Vielzahl an organisatorischen Aufgaben. Der 48-Jährige begann 2009 als Disziplintrainer Fahren und betreute zuerst vor allem den Jugend-Fahrsport. Bei den Weltmeisterschaften der Ponyfahrer in Greven unterstützte er als Assistenztrainer Ewald Meier bei seiner Arbeit. 2013 löst er jetzt Ewald Meier als Cheftrainer Fahren ab. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Weg auch nach ganz oben auf das Treppchen schaffen können, da das Durchschnittsalter beispielsweise unserer Vierspännerfahrer deutlich unter dem in den Nachbarländern liegt und wir sehr engagierte Fahrer haben“, sagt er über die Erfolgsaussichten. Geiger war mehrfacher bayrischer Landesmeister der Vierspänner und startete erfolgreich bei Deutschen Meisterschaften und bei internationalen Turnieren. Er ist FN-Fahrlehrer, Pferdewirtschaftsmeister mit dem Schwerpunkt Zucht und Haltung und Inhaber des Goldenen Fahrabzeichens. Außerdem ist er als Richter und Ausbilder auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Er wohnt mit seiner Familie in Rechtmehring in der Nähe von München. Seine Tochter Anika fährt bereits ebenfalls erfolgreich und wurde schon Deutsche Jugendmeisterin der Einspänner. Karl-Heinz Geiger arbeitet auch weiterhin als Pferdezuchtberater bei der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft.

Disziplintrainer Wolfgang Lohrer

(Ein- und Zweispänner, Pony-Einspänner)

Auch der Bundestrainer der Ein- und Zweispännerfahrer, Eckardt Meyer, hat Ende 2012  sein Amt abgegeben. Die Einspänner (Pferde und Ponys) und Zweispänner (Pferde) betreut ab 2013 der Meißenheimer Wolfgang Lohrer (51). Der baden-württembergische Landestrainer Fahren war bis 1989 Beifahrer im Vierspänner von Ewald Meier und startete dann seine eigene Karriere im Zweispännersport, die er mit Team-Silber bei der Weltmeisterschaft 1999 krönte. Er war Badischer Meister und mehrfach erfolgreich bei Deutschen Meisterschaften und ist Inhaber des Goldenen Fahrabzeichens. Wolfgang Lohrer betreibt einen Fahrstall für Pferde und Fahrer in Meißenheim. 2008 erschien seine vereinfachte Fahrlehre als Buch „Abzeichen im Fahrsport“ im FNverlag. „Für mich ist es eine Ehre und eine Herausforderung mit den besten Fahrern Deutschlands arbeiten zu dürfen“, so Wolfgang Lohrer. „Wir haben gute Fahrer und gute Pferde, da ist der Erfolgsdruck natürlich da.“

Disziplintrainer Peter Tischer

(Pony-Vierspänner, Pony-Zweispänner)

Das Amt des Disziplintrainers der Pony-Zwei- und Vierspänner übernimmt Peter Tischer. In der Fahrsport-Hochburg Neu-Isenburg begann er 1980 mit dem Pony-Zweispänner, kam über den Pony-Vierspänner und den Zweispänner mit Großpferden schließlich zur „Königsklasse“ – den Vierspännern. Er war im internationalen Vierspännersport und bei Deutschen Meisterschaften über viele Jahre erfolgreich bis hin zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften der Vierspänner und war über mehr als zehn Jahre Mitglied im A- oder B-Kader. Seit Mitte der Neunziger Jahre betreibt der 46-jährige gelernte Schlosser einen Ausbildungs- und Fahrstall in Neu-Isenburg. Er ist Inhaber des Goldenen Fahrabzeichens, Fahrlehrer FN, Richter und Parcourschef. 2006 beendete er seine aktive Karriere. Tischer war acht Jahre lang Nationaltrainer in Luxemburg und bereitete ab 2009 gemeinsam mit Michael Freund die Viererzüge der US-Amerikaner auf die Weltreiterspiele 2010 in Kentucky vor. Bis Anfang dieses Jahres war er außerdem zehn Jahre lang gemeinsam mit seinem zukünftigen Trainerkollegen Dieter Lauterbach Landestrainer in Hessen. „Ich stelle mich gerne der Aufgabe, im eigenen Land als Trainer tätig zu sein. Dabei favorisiere ich keine Anspannungsart, sondern kümmere mich vorrangig um die Basisarbeit und möchte die Fahrer bestmöglich begleiten, um sie nach vorne zu bringen“, erklärt Tischer.

 

Disziplintrainer Dieter Lauterbach

(Jugend-Fahrsport)

Um die Jugend an den Leinen kümmert sich künftig Dieter Lauterbach (Dillenburg). Bereits seit 20 Jahren ist er im Fahrsport aktiv – zunächst zweispännig, dann ein- und vierspännig hat er insgesamt mehr als 120 Siege in der schweren Klasse zusammengefahren. Der 48-Jährige ist seit Jahren Mitglied im Championatskader der Einspännerfahrer, war mehrfach Deutscher Meister und nahm sechsmal an Weltmeisterschaften teil. Nach Team-Bronze bei der WM 2006 und Team-Silber 2008 feierte er im Sommer 2012 bei der WM in Portugal mit der Mannschafts-Goldmedaille seinen größten Erfolg. Dieter Lauterbach betreut zukünftig den Jugend-Fahrsport und kann somit auch seine aktive Karriere als Einspännerfahrer weiter fortsetzen. „Daher hat sich der Jugendbereich angeboten, denn das kollidiert nicht mit meinen eigenen sportlichen Ambitionen“, erklärt Lauterbach. Der gelernte Pferdewirtschaftsmeister und Hauptsattelmeister am hessischen Landgestüt Dillenburg leitet dort die hessische Landesreit- und Fahrschule und ist für die Trainerausbildung Fahren zuständig. Außerdem ist er als Referent für die Persönlichen Mitglieder deutschlandweit tätig. Für den hessischen Pferdesportverband arbeitet er seit vielen Jahren als Landestrainer und wird dieses Amt auch weiterhin ausüben. Darüber hinaus ist er Trainer A Fahren, sowie Richter und Parcourschef bis zur Klasse M und Inhaber des Goldenen Fahrabzeichens. „Mein Ziel ist es, die engagierten und motivierten Jugendlichen, in allen Anspannungsarten, bis in den Spitzensport zu fördern, aber genauso wichtig ist mir auch der Teamgeist und der faire Umgang mit dem Pferd und den Sportkollegen“, so Lauterbach.       evb