Fahrsport – Marco Freund (Dreieich, 15): Im Zweispänner der Klasse S auf Platz vier

Herford (Hans-Peter Viemann). Im nationalen- und internationalen Fahrsport zählte er zu den Besten der Besten seines Fachs: Er ist viermaliger Weltmeister (Einzel- und Mannschaft), Vizeweltmeister sowie 13-maliger German Myster. Fünf Mal triumphierte er im Indoor Worldcup und grüßte zudem zweimal er als Deutscher Meister. Außerdem ist er Fahrlehrer FN, Fahrrichter FS und Parcoursbauer. Die Rede ist von Michael Freund, der im September 1954 geboren wurde und in der Szene „Mister Fahrsport“ genannt wird. Nach all diesen Attributen wundert es nicht, dass sein Sohn Marco (15) fest entschlossen ist, in die Fußstapfen seines erfolgreichen Vaters zutreten. Am Wochenende weilten Mutter Sonja, Michael und Marco Freund auf dem Fahrturnier beim Reit- und Fahrverein „von Lützow“ in Herford.

Sein erstes Shetlandpony bekam Marco mit fünf Jahren und im Alter von sieben Jahren fuhr er bereits sein erstes Turnier mit seinen Shettys Mandy und Mäxchen. Heute fährt Marco ausschließlich zu Turnieren der Klasse S. Außerdem gelang es ihm, innerhalb von nur knapp zwei Jahren, die Vorraussetzungen für die Verleihung des goldenen Fahrabzeichens, als jüngster Fahrer aller Zeiten, zu schaffen. In Herford zeigte der 15-Jährige in der Zweispänner-Wertung mit seinen Ponys was er von seinem „großen Vorbild“, wie Marco sagt, alles gelernt hat. Nach der Dressur, angespannt hatte er Rolex und Valentino, belegte er mit 43,39 Punkten Platz zwei. In der Geländeprüfung (Cartier und Rolex) leistete er sich sieben Fehlerpunkte und fiel auf Rang vier zurück. Obwohl Vater Michael „nicht unzufrieden“ war, haderte Marco mit seiner Leistung. „Er war äußerst kritisch mit sich selbst und nicht einverstanden mit seiner Geländefahrt“, bestätigte der Papa. Nach dem abschließenden Hindernisfahren standen für Freund Junior 129,11 Punkte zubuche. Damit belegte der junge Fahrsportler, beim Gesamtsieg von Christof Weihe aus Minden (107,97), im Endklassement der kombinierten Wertung den vierten Rang.

Seit Februar 2000 ist Michael Freund zusammen mit seinem Bruder Fred auf dem Christinenhof im hessischen Dreieich zuhause. Fahrer und Pferde haben dort alles was das Herz begehrt: einen Allwetter- und einen Grasplatz, feste Geländehindernisse und ein ideales Gelände rund um den Hof. „Das sind beste Voraussetzungen für ein vielseitiges und erfolgreiches Training“, sagt Michael Freund. Davon überzeugten sich unter anderem auch die von ihm betreuten US-Fahrsportler Misdee Wrigley-Miller (Kaugummi und Süßwaren-Hersteller-Dynastie) sowie Tucker Johnsen (US-Milliardär, Geschäftsmann mit 40.000 Angestellten). Außerdem Chester Weber, der Vierspännerfahrer hat Mitte März auf der eigenen Anlage in Ocala (Florida), die Hindernisse wurden vom deutschen Parcourschef Dr. Hartmut Kaufmann (Ottersheim) entworfen, seinen neunten nationalen Titel eingefahren. Übrigens: Dr. Hartmut Kaufmann wird auch der bei der WM in Riesenbeck (15. bis 19. August) für die Parcours verantwortlich zeichnen.

 

Ergebnisse Klasse S (Platz 1-3), kombinierte Wertung:

Einspänner (Pony):

1. Daniela Menke (Dielingen/113,84), 2. Niels Grundmann (Fredenbeck/116,81), 3. Patrick Hanisch (Enniger-loh/117,00);

Zweispänner (Pony):

1. Christof Weihe (Minden/107,97), 2. Hubert Häringer (Gundelfingen/124,09), 3. Jan-Felix Pfeffer (Tangstedt/126,17);

Vierspänner (Pony):

1. Steffen Brauchle (Schloß Kapfenburg/112,32), 2. Tobias Bücker (Emsdetten/134,58), 3. Abel Unmüßig (St. Märgen/134,67);

Zweispänner (Pferd):

1. Anna Sandmann (Lähden/126,35), 2. Arndt Lörcher (Fümmelse/134,35), 3. Mario Junghanns (Grumbach/137,43);

Vierspänner (Pferd):

1. Rainer Duen (Thüle/127,07), 2. Michael Brauchle (Schloß Kapfenburg/127,31), 3. Christoph Sandmann (Lähden/128,84).

Fotos von Hans-Peter Viemann: Michael und Marco Freund, Christof Weihe