Everswinkel: Zantop und Knüppel gewinnen Preis der Besten Vielseitigkeit 2016

Klimke, Meise und Schapmann werden Westfalenmeister

Everswinkel (fn-press). Die Siegerinnen im Preis der Besten Vielseitigkeit 2016 heißen Johanna Zantop bei den Junioren und Hanna Knüppel bei den Jungen Reitern. Im Rahmen des internationalen Vielseitigkeitsturniers auf Ponyhof Georgenbruch konnten sie ich in der jeweiligen Prüfung und Altersklasse durchsetzen. Der Sieg in der Zwei-Sterne-Hauptprüfung (CIC2*) ging an Ingrid Klimke (Münster) mit Weisse Düne, die damit auch zur Westfälischen Meisterin 2016 gekürt wurde.

Für Johanna Zantop und ihren elfjährigen Württemberger Wallach FBW Santana’s Boy war es ein glatter Start-Ziel-Sieg – sowohl in der Wertung der internationalen Ein-Stern-Prüfung für Junioren und Junge Reiter (CICJY1*), als auch der Preis-der-Besten-Sonderwertung. „Damit habe ich eigentlich gar nicht gerechnet“, sagte die 17-Jährige aus Weilheim/Teck. Zwar waren die beiden im vergangenen Jahr Doppeleuropameister der Junioren, doch dann musste zuerst das Pferd pausieren, danach stand das Abitur im Vordergrund. „Ich bin nur ein Springen gegangen vorher, daher wusste ich überhaupt, wie es hier laufen würde“, erklärte sie. Es lief gut. In der Dressur verließen sie mit 38,0 Minuspunkten das Viereck, im Gelände benötigten sie nur drei Sekunden als erlaubt und schlossen die Gesamtprüfung mit einer souveränen Nullrunde im Springen ab. Ruhig blieb sie dabei aber nur äußerlich. "So zwei Stunden vorher werde ich richtig nervös. Vor allem, wenn man als Letzte dran ist, ist der Druck schon groß", erzählte sie lachend. Insbesondere dann, wenn einem die Verfolger dicht auf den Fersen sind. So trennten Johanna Zantop nach Dressur und Gelände nur 1,2 Punkte von der Vorjahres- und EM-Dritten Lara Schapmann (Ostbevern) mit Quinzi Royal, die im Springen mit einer fehlerfreien Runde in Vorleistung getreten war und die Prüfung mit 40,4 Minuspunkten beendete. Das bedeutete nicht nur Platz zwei im Preis der Besten, sondern auch den Titel der westfälischen Juniorenmeisterin.

Auf dem dritten Platz landete Liam Böckmann (Lastrup) mit Flip R, der die Prüfung ebenfalls mit seinem Dressurergebnis von 43,3 Minuspunkten beendete. Er rangierte damit vor Linda Förster (Ahlen) mit Quando, die punktgleich mit ihm abschloss, allerdings das etwas schlechtere Geländeergebnis hatte. Beide profitierten vom Pech der Deutschen Juniorenmeisterin Anais Neumann (Nürmbrecht), die mit Pumuckel E noch bis zum Springen auf Bronzekurs lag, wegen eines Abwurfs aber auf Platz acht im CICJY1* durchgereicht wurde. „Mein Pferd hat sich an den flatternden Fahnen gestört, das war im letzten Jahr schon so. Da bin ich sogar runtergefallen, dieses Mal habe ich die Prüfung wenigstens beendet“, nahm sie das Ergebnis, wenn auch enttäuscht, mit Humor.

Mit einer Enttäuschung endete der Preis der Besten auch für Tina Krüger aus dem bayerischen Fahrenzhausen. Die 19-Jährige nahm im CIC2* nach Dressur und Springen noch die Führung innerhalb der Jungen Reiter ein. Im Springen reihten sich jedoch gleich mehrere Fehler aneinander. Damit machte sie den Weg frei für Hanna Knüppel (Kisdorf), die sich mit Carismo bereits im Vorjahr den Titel der Besten gesichert hatte – allerdings bei den Junioren. Jetzt knüpfte das Paar auf Zwei-Sterne-Niveau nahtlos an die Leistungen an. „Im letzten Jahr bin ich schon eine zweite Vielseitigkeitsprüfung Klasse M gerittenf und habe gemerkt, dass das klappt“, sagte sie. Dank fehlerfreier Runden in Gelände und Springen blieb es für Knüppel, die im Sommer eine Ausbildung am DOKR-Bundesleistungszentrum in Warendorf beginnt, beim Dressurergebnis von 44,9 Minuspunkten. Dies bedeutete nicht nur den Sieg im Preis der Besten, sondern auch Platz zwei im CIC2* hinter Ingrid Klimke mit Weisse Düne (38,2) und vor Dr. Martina Reemtsma (Groß-Walmstorf) mit Henry (48,1/Platz drei).

Die Silbermedaille im Preis der Besten ging wie im Vorjahr an Rebecca-Juana Gerken (Rümpel), allerdings nicht mit Scipio S – mit ihm wurde sie 14te im CIC2* -, sondern Curley Boy. Mit dem erst achtjährigen Holsteiner Fuchswallach legte sowohl die bessere Dressur vor, als auch den schnelleren Geländeritt. Lediglich im Springen unterlief dem Paar ein Fehler, so dass das Endergebnis 51,9 Minuspunkte lautete. Einen Platz dahinter, Platz acht im CIC2* belegte mit Jerome Robiné (Darmstadt) mit Quaddeldou R ein weiterer Nachwuchsreiter, der als Junior jedoch nicht für den Preis den Besten der Jungen Reiter gewertet wurde. Die Bronzemedaille im Preis der Besten erhielt damit damit Hella Meise (Steinhagen) mit First Flight‘s Beauty, die sich mit dem Titel der westfälischen Meisterin einen glänzenden Start in ihr erstes Jahr als Junge Reiterin sichern konnte.

„Ein schönes Turnier mit einem fairen Gelände, heimeliger Atmosphäre, kurzen Wegen und einer wunderschönen Anlage“ fasste Preis Johanna Zantop ihre Eindrücke vom Preis der Besten zusammen. Zum achten Mal richtete der Ponyhof Georgenbruch in Everswinkel ein internationales Vielseitigkeitsturnier aus, das sich nicht zuletzt wegen der familiären Atmosphäre und der Familie Schulze Zurmussen als herzliche Gastgeber großer Beliebtheit erfreut. Insgesamt gingen in diesem Jahr 65 Paare im CIC2*, 61 im CICJY1* sowie 59 im offen ausgeschriebenen CIC1* an der Start. Hier machte sich die Finnin Sanna Siltakorpi mit Bofey Bridge selbst das schönste Geburtstagsgeschenk. Mit 40,4 Minuspunkten siegte sie vor Frank Ostholt (Warendorf) mit Fräcke Findus (45,9) und der achtjährigen Westfalenstute Quinta Essentia aus dem Stall von Hella Meise, die in Everswinkel von Vanessa Bölting vorgestellt wurde (46,0).