Euro-Pony-Club-Treffen in Deutschland - Kinder aufs Pony - eine europäische Bewegung

Dillenburg (fn-press). Reiten ist ein tolles Hobby für Kinder. Dass möglichst viele Kinder von dem Umgang mit den Vierbeinern profitieren können, ist erklärtes Ziel des 1989 gegründeten Euro-Pony-Clubs. Ende März war das Landgestüt Dillenburg Gastgeber für den intensiven jährlichen Erfahrungsaustausch, zu dem sich rund 20 Vertreter aus acht Nationen in Deutschland einfanden.

„Wir wollen voneinander lernen“, sagte Maria Schierhölter-Otte, Leiterin der Abteilung Jugend der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Vize-Präsidentin des Euro-Pony-Clubs. Auf großes Interesse stieß bei den internationalen Gästen die FN-Studie über den positiven Einfluss des Reitens auf die soziale und charakterliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, da solche Studienergebnisse auch den anderen europäischen Clubs und Verbänden wichtige Argumente für ihre Arbeit liefern. Beeindruckt zeigten sie sich auch von den zahlreichen Maßnahmen, die die FN in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat, um Kinder und Ponys zusammenzubringen. Seien es die Unterrichtsmaterialien für Kindergärten und Grundschulen, mit denen das Pferd bzw. Pony auch jenen nahe gebracht wird, die vielleicht noch nicht reiten. Oder sei es die neue Ergänzungsqualifikation Kinderreitunterricht, mit der seit 2014 Trainer für die besonderen Anforderungen in der spielerischen Reitausbildung von kleinen Kindern qualifiziert werden. „Die Nachfrage nach Reitunterricht, wenn man es überhaupt so nennen kann, bei Kindern im Vorschulalter, aber auch im Grundschulalter ist größer als das Angebot. Wir haben nicht genug Ponyreitschulen. Das beweisen die langen Wartelisten bei den Reitschulen, die entsprechende Angebote für kleine Kinder machen“, stellte Maria Schierhölter-Otte fest. Aus diesem Grunde startete die FN die Initiative „PM-Ponyspaß“, die Angebote für Kinder zwischen drei und acht Jahren verbessern will. Die von den Persönlichen Mitgliedern der FN unterstützte Arbeitsgruppe ist besetzt mit Vertretern der Abteilungen Jugend und Ausbildung sowie Praktikern florierender Ponyreitschulen.

Dass es sich lohnt, Ponys anzuschaffen und sich dieser jungen Zielgruppe zuzuwenden, bestätigen immer wieder jene Reitschulen, die es machen. So auch Sandra Göb von der Reitschule Bad Soden. 2007 übernahmen sie, ihr Mann Erich Göb und Christoph Geier eine veraltete und renovierungsbedürftige Reitanlage. Nicht nur die Anlage wurde auf Vordermann gebracht. Auch ein neues Unterrichtskonzept und neue Ausbilder – verbunden mit verschiedenen Werbeaktionen - sorgten dafür, dass der auf der Anlage ansässige Reit- und Fahrverein Bad Soden, der 2007 nur noch über kümmerliche 40 Mitglieder verfügte, im Sommer 2009 sein 300stes Mitglied begrüßen konnte. „Wir bieten alles an. Bei uns gibt es Schulpferdereiter und Privatpferdereiter. Und bei uns gibt es alle Altersgruppen. Besonders am Herzen liegen mir aber die Kleinsten und die Shettyschule“, erzählte Sandra Göb. Eingeteilt in vier Alters- und Leistungsgruppen werden Kinder von zwei bis sieben Jahren spielerisch ans Pony und Reiten herangeführt. Die Zehnerkarte kostet 150 Euro und kann in einem Zeitraum von 13 Wochen eingelöst werden. „Es kann ja immer mal vorkommen, dass ein Kind krank ist oder zum Kindergeburtstag muss. Auf diese Art sind die Eltern flexibel und es verfällt keine Karte.“ Wer noch flexibler sein will, der kann die geführten Ausritte für kleine Kinder nutzen. Jeden Sonntagvormittag, ganzjährig außer bei Regen oder Schnee, können Kinder von ihren Eltern unterstützt vom Personal einen Spaziergang mit Pony unternehmen. 30 Minuten kosten 20 Euro. Das Ganze funktioniert ohne Anmeldung „und erfreut sich reger Nachfrage“. Hinzu kommen Ferienwochen und Kindergeburtstage.

Nach diesem theoretischen Teil ging es später in der Reithalle des Landgestüts um die praktischen Fragen in der Ausbildung von Kindern. Wie man beispielsweise Bodenarbeit in der Ausbildung von kleinen Ponys einsetzen kann, demonstrierte Gestütsleiterin Monika Schröter mit Mitarbeitern des Landgestüts. Einen Einblick in spielerischen Reitunterricht gab Ulrike Mohr, Inhaberin des Kinderreitsportzentrums in Bensheim. Sie zeigte auch einen vielseitig einsetzbaren kleinen Parcours, um bei den Kindern das rhythmische Reiten und den ausbalancierten Sitz zu schulen. Dass und wie das Fahren durchaus für Kinder geeignet ist, bewies Einspänner-Kader-Mitglied Claudia Lauterbach, Trainerin B Fahren und Reiten, die mit zwei Kindern die Schritte vom Anspannen zweier Shettys bis zu einfachen Fahrübungen zeigte.

Der Euro-Pony-Club wurde 1989 gegründet. 17 europäische Länder sind Mitglied. Die Ziele des Euro-Pony-Clubs sind Förderung des Reitsports und aller Sport- und Freizeitaktivitäten mit Ponys in Europa, Förderung, Koordinierung und Promotion aller zweitrangigen, erzieherischen und pädagogischen Aktivitäten und deren weitest mögliche Verbindung als Beitrag zum Training der Jugendlichen in Europa, Durchführung und Förderung von Untersuchungen auf diesem Gebiet zur Information und Ausbildung und einen Beitrag zu leisten zum sprachlichen und kulturellen Austausch innerhalb Europas.