Ergreifende Trauerfeier für Holger Schmezer

Letzte Ehre für den Dressurbundestrainer in Verden

Verden (fn-press). In der Niedersachsenhalle in Verden haben am 1. Mai Angehörige, Freunde, Reiter- und Trainerkollegen Abschied von Holger Schmezer genommen. Erschütterung, Trauer und Fassungslosigkeit über den überraschenden Tod des Dressurbundestrainers war den über 800 Trauergästen noch immer anzumerken.

Holger Schmezer war am 19. April mit 65 Jahren im niederländischen s’Hertogenbosch gestorben, wohin er als Trainer die deutschen Reiter begleitet hatte. Sein blumengeschmückter Sarg war in der Niedersachsenhalle aufgebahrt. Auf ihm legten zu Beginn der Trauerfeier die Mutter des Verstorbenen, Eleonore Schmezer, seine Ehefrau Martha und seine erste Frau Inge Schmezer einzelne Rosen nieder. Flankiert wurde der Sarg von einer Ehrengarde aus seinen ehemaligen Auszubildenden, vor ihm lag ein herzförmiges Bukett aus roten Rosen von seiner sechsjährigen Tochter Olenka.

Den Rückblick auf Holger Schmezers Lebensweg gab Trauermoderator Klaus Martin: „Er war mit Leib und Seele Sportler“, sagte er über den verstorbenen Bundestrainer, der über die Leichtathletik und den Modernen Fünfkampf zum Pferdesport kam und diesen schon bald zu seinem Beruf machte. Nach einer Lehre bei Gustav Eggert in Aumühle und seiner Zeit bei Willi Schultheis kam Holger Schmezer in den 70er Jahren nach Verden, wo er zunächst mit seiner ersten Frau Inge Hannoveraner Auktionspferde in der Niedersachsenhalle vorstellte und sich später mit einem eigenen Ausbildungsstall selbständig machte. 1996 wurde er zum Bundestrainer der Junioren und Jungen Reiter berufen, Anfang 2001 übernahm er das Amt des Leitenden Bundestrainers. Klaus Martin schilderte Holger Schmezer als „Gentleman, der immer beherrscht und äußerlich ruhig war, dem Stil und Ordnung wichtig waren und der für seine Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft bekannt war.“

An den Ausbilder Holger Schmezer erinnerte seine langjährige Schülerin, die zweimalige Mannschaftsolympiasiegerin Heike Kemmer. „Er legte immer großen Wert auf korrektes Aufgabenreiten und einen aufrechten Sitz – so wie er selbst durchs Leben ging. Für uns Reiter war er immer ein ‚Fels in der Brandung’.“

Mit Tränen in den Augen würdigte der internationale Dressurrichter und langjährige Freund des Verstorbenen, Dr. Dietrich Plewa, die Verdienste Holger Schmezers. Er betonte die großartige menschliche Seite des Verstorbenen und dessen ausgleichendes Wirken. Gleichzeitig habe Holger Schmezer aber immer klar Position bezogen. „Ihm kam es immer auf die Leistung, nicht auf persönliche Vorlieben an.“

Sichtlich ergriffen sprach auch der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Breido Graf zu Rantzau, zu den Trauergästen. Er lobte Holger Schmezers umsichtige Führung bei Championaten, sein Urteil, seine Planungsarbeit und sein Auftreten und verwies noch einmal auf seine großen Erfolge als Trainer. „Du hast Deine Freude über Erfolge nie überschwänglich gezeigt, aber herzlich, ja, zu Herzen gehend“, sagte der FN-Präsident und mit Blick auf die beiden neben dem Sarg aufgestellten Porträts Holger Schmezers: „So wie Du uns hier ansiehst, wollen wir Dich in Erinnerung behalten. Wir sind dankbar, Dich gehabt zu haben.“

Zu den mehr als 800 Trauergästen, die Holger Schmezer in der Niedersachsenhalle die letzte Ehre erwiesen, gehörten neben seiner Familie auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, wie der Verstorbene früher selbst Auktionsreiterin in Verden, sowie nahezu das gesamte Präsidium der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), weitere hochrangige Vertreter aus Zucht und Sport und zahlreiche Kaderreiter.

Am Ende der Trauerfeier verließ eine Kutsche mit Holger Schmezers Sarg, untermalt von Melodien seiner Lieblingsgruppe „Abba“, die Niedersachsenhalle. Die Beisetzung wird zu einem späteren Zeitpunkt und nur im engsten Kreis stattfinden.                Hb