Ergebnissse Trabrennen aus Berlin-Mariendorf 2013: Steve Krüger siegt für seine Mutter Sybille

 

Der 45-jährige Profi führt Chatain auf die Ehrenrunde. Sebastian Gläser gelingt der einhunderste Karriereerfolg.

Mariendorf, 1. Dezember 2013.

Die Ersten werden die Letzten sein: Dieser Satz aus dem Neuen Testament umschreibt am besten das Geschehen in der herausragend besetzten Gewinnsummenklasse bis 25.000 Euro. Ein Rennen voller Siegertypen, bei dem die Favoriten San Siro BR (Michael Nimczyk) und New Generation (Heinz Wewering) zwar schon kurz nach dem Start den Ton angaben, letztendlich aber mit der engeren Entscheidung nichts zu tun hatten und nur die Plätze vier und fünf belegten.

Nach der Zieldurchfahrt drehte stattdessen ein anderer Teilnehmer ein: Nämlich Chatain, der von Steve Krüger vom Startplatz acht aus konsequent auf Warten vorgetragen wurde. Auf der Gegenseite orientierte sich der in den Farben von Krügers Mutter Sybille laufende Wallach zwar in die zweite Spur, aber sein Fahrer machte erst im Schlussbogen wirklich Ernst. Chatain wurde schnell wie ein Pfeil und hatte innerhalb von Sekunden alles in trockenen Tüchern. Angesichts der unbestreitbaren Klasse des DAM-Triumphators war das Ergebnis kaum verwunderlich – überraschen konnten lediglich Chatains übertrieben hohe Odds von 140:10 auf Sieg und 64:10 auf Place. Mit Edina (Maik Esper) und Pershing Shadow (Manfred Zwiener) auf den Plätzen summierte sich die eigentlich gar nicht schwer zu treffende Dreierwette auf stolze 6.435:10.

Noch einen Zacken schärfer ging es am Wettmarkt in der siebenten Tagesprüfung zu, denn hier war das Dreierwetten-Resultat mit 15.635:10 gar fünfstellig. Den maßgeblichen Anteil an dieser Quoten-Explosion trug Marcel Gaedicke. Ein Berufsfahrer, der zwar nicht allzu oft an Rennen teilnimmt und obendrein fast immer wenig chancenreiche Pferde steuern muss, der dennoch aber schon häufig sein feines Händchen und ein cleveres taktisches Gespür bewiesen hat. Diesmal machte der 33-Jährige sein Meisterstück perfekt. Mit dem im letzten Bogen eingesetzten 107:10-Außenseiter Antonius schenkte der Berufsfahrer den Favoriten kräftig einen ein. Das Glück stand ihm dabei ebenfalls zur Seite. Denn die zweitplatzierte Okidoki (Heiner Christiansen) wäre ohne die Galoppade, die sie auf der Tribünenseite eingestreut hatte, diesmal wohl kaum zu schlagen gewesen und auch für die innen eingebaute Becky Dragon (Maik Esper) wäre bei einer freien Passage viel mehr drin gewesen als nur Rang vier.

Das spannendste Finish des Tages machten der von Heinz Wewering für die Farben von Heinz Tell präsentierte Il Lamborghini (34:10) und der als 161:10-Außenseiter eingestufte Rower You (Michael Nimczyk) unter sich aus. Als Rower You kurz vor dem Erreichen des Einlaufs aus dem Windschatten des Gegners heraustrat, bahnte sich die Sensation an. Der Arkenau-Traber hatte die Nüstern bereits nach vorne gestreckt – doch als sich Il Lamborghini innen noch einmal verzweifelt aufbäumte, konnte Nimczyk mit dem auf dem Sprung liegenden Rower You nicht alles riskieren. So ging der Sieg also doch an Wewerings Schützling und im Anschluss leuchteten mit 49:10 (Il Lamborghini) und 392:10 (Rower You) nahezu unfassbare Place-Quoten an der Anzeigetafel auf.

Dreimal waren an diesem Nachmittag die Amateure gefordert und auch hier gab es durchweg lohnende Odds. Die Siegausschüttung von 174:10 nach dem Erfolg von Hollandia und Sebastian Gläser darf man sogar als Quote des Jahres bezeichnen. Aufgrund ihrer blendenden aktuellen Form hatte das Rennprogramm Trabaktuell der Föllmer-Stute eine „1/2“ verpasst und lag damit goldrichtig – ganz im Gegensatz zu der Einschätzung am Toto. Jeder Wetter, der im Vorfeld über die Achtjährige nachgedacht und sie dann doch nicht angekreuzt hatte, wird regelrecht erschüttert gewesen sein. Hollandias Sieg, der für Sebastian Gläser zugleich der einhundertste Treffer seiner Amateurfahrerkarriere war, fiel mit dreieinhalb Längen Vorsprung sogar überlegen aus, obwohl die Stute die gesamte Schlussrunde in der Außenspur bestritten hatte.

Die beiden anderen AF-Sieger waren ebenfalls imponierend. „Sie ist ein wirklich feines Pferd! Es ist toll, wie sich die Stute in dieser Saison gemausert hat“, strahlte Uwe Stamer nach dem Erfolg seines Sohnes Franz-Josef mit Imperia. Der Filius hatte aber ein ganzes Stück Arbeit zu leisten, denn obwohl Imperia im Schlussbogen ein wahres Fässchen aufmachte, hielt der Pilot Preussenstern (Michael Hamann) bis weit in die Zielgerade hinein kräftig dagegen. Am Ende setzte sich die Stute dann aber doch sehr sicher durch. Einen recht ähnlichen Rennverlauf trafen später auch Werner Schnieder und Faustus an, denn dort ging es ebenfalls erst auf der Schlusshalben richtig zur Sache. Schnieder, der mit diesem Treffer seine Führung in der Bahnwertung weiter ausbaute und nun beste Aussichten hat, am Ende der Saison Mariendorfer Amateur-Champion zu werden, setzte Heide Abels Stallcrack in der letzten Kurve ein.      

Poison Spin, der zuvor bei seinem zweiten Platz in Karlshorst als heißer 12:10-Topfavorit gegen mäßige Gegner eher enttäuscht hatte, zeigte sich diesmal blendend aufgelegt. Offenbar scheinen im Speed entschiedene Rennen dem Wallach deutlich mehr zu liegen als ein durchgängiges Tempo – Daniel Wagner wartete mit dem entscheidenden Angriff jedenfalls bis zum Erreichen der Zielgeraden ab. Poison Spin streckte sich willig und wies auch den gefährlich herangekommenen Goldman (Heinz Wewering) ab. Gleich beim zweiten Lebensstart kam Julius Southwind sehr zur Freude seines Besitzers und Züchters Hans-Joachim Ganschow zum ersten Erfolg. Ein Schaulaufen war es allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Sein Trainer und Fahrer Maik Esper, der den Hengst rasch an die Spitze geführt hatte, musste alle Register ziehen, um den hartnäckig attackierenden Super Trader (Kay Werner) abzuwehren. Weitaus deutlicher fiel der Sieg von Rayman und Thorsten Tietz aus. Der Silberhelm hatte den in Italien gezüchteten und für die Farben von Dirk Grusdas laufenden Hengst im ersten Bogen an die Spitze geführt und im Anschluss folgte eine One-Horse-Show. Rayman führte stets mit einigem Vorsprung und löste sich in der letzten Kurve endgültig um Längen von den überforderten Gegnern.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 77.452,14 Euro – Bahnumsatz: 24.087,00 Euro – Außenumsatz: 53.365,14 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Montag, dem 9. Dezember statt. Beginn ist um 18.30 Uhr!