Ergebnisse WM Ponyfahrer in Frankreich: Silber für deutsches Team

Silber für Marco Freund, Bronze für Tobias Bücker

Pau/FRA (fn-press). Mit Mannschafts-Silber sind die Weltmeisterschaften der Ponyfahrer in Südfrankreich für das deutsche Team geendet. Außerdem wurde Marco Freund (Dreieich) bei den Pony-Zweispännern noch Vize-Weltmeister und Pony-Vierspännerfahrer Tobias Bücker (Emsdetten) holte sich die Bronzemedaille. „Insgesamt können wir mit dieser Bilanz doch sehr zufrieden sein“, sagte Peter Tischer (Neu-Isenburg), der erst seit Anfang des Jahres Bundestrainer der Pony-Vierspänner und Pony-Zweispänner ist.

Pony-Vierspänner: Von Rang vier zur Bronzemedaille

Passend zur Weltmeisterschaft hatte Routinier Tobias Bücker sein Pony-Vierspännergespann top fit. Schon im Dressurviereck zeigte er seine beste Vorstellung der gesamten Saison (Platz drei) und dann fuhr er auch noch seinen besten Marathon des Jahres (Platz sechs). So lag der mehrfache Mannschafts-Weltmeister und Einzel-Weltmeister von 2009 vor dem abschließenden Hindernisfahren knapp hinter den Medaillenrängen. Mit einer sauberen Runde durch den Kegelparcours, die er mit lediglich 2,09 Zeitstrafpunkten (Platz vier) beendete, setzte er die nach ihm folgenden Fahrer auf den Medaillenrängen unter Druck. „Ich war nicht der Gejagte, sondern konnte frei drauf losfahren, das war schon ein Vorteil“, so Bücker. Der Niederländer Jan de Boer rutschte dann mit 8,95 Punkten auf Rang fünf ab und Tobias Bücker gewann Bronze. Der Titelverteidiger Bram Chardon aus den Niederlanden, Sohn des international erfolgreichen Vierspännerfahrers Ysbrand Chardon, sicherte sich überlegen wieder die Goldmedaille. Nach seinen Siegen in der Dressur und im Gelände gewann er auch noch das Hindernisfahren. "Der fährt in einer anderen Liga", so Bücker. Chardon gewann mit 106,71 Punkten vor dem Ungarn Joszef Dobrovitz junior mit 121,47 Punkte. Tobias Bücker kam insgesamt auf 125,81 Punkte und gewann ganz knapp Bronze vor der Belgierin Tinne Bax mit 125,86 Punkte, der 1,10 Zeitstrafpunkte im Kegelparcours zum Verhängnis wurden. „Alle drei Teildisziplinen waren super, besser hätte es nicht laufen können“, sagte Bücker. „Im Vorfeld hatte ich mir als Ziel eine Mannschafts-Medaille und in der Einzelwertung im besten Fall Platz vier ausgerechnet, da die Konkurrenz im Moment einfach sehr stark ist, aber dass es jetzt sogar Bronze geworden ist, ist natürlich super.“ Der zweite deutsche Vierspännerfahrer Steffen Brauchle (Lauchheim), ebenfalls mehrfacher Mannschafts-Weltmeister und 2009 Vize-Weltmeister, war nicht optimal in die WM gestartet. Mit Platz sieben in der Dressur war er hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im Gelände startete er dann seine Aufholjagd und kam auf Platz zwei. Auch im Kegelparcours riskierte er noch einmal alles. Die vorgegebene Zeit schaffte er fast, aber einige Bälle fielen und mit 14,77 Punkten belegte er nur Rang zwölf im Hindernisfahren. Die WM beendete er dann auf Rang sieben (146,51).

Pony-Zweispänner: Vize-Titel für Marco Freund

Bei seiner ersten WM in Lipica verpasste der damals 15-jährige Marco Freund, Sohn von Fahrsport-Legende Michael Freund, mit Platz vier noch knapp eine Medaille. Zwei Jahre später wurde er nun Vize-Weltmeister. In allen drei Teilprüfungen zeigte er konstant gute Leistungen. Den Grundstein für seinen Erfolg legte er mit Platz drei in der Dressur. Im Gelände war nur der spätere Weltmeister Ewoud Boom aus den Niederlanden schneller unterwegs. Im Hindernisfahren behielt der 17-Jährige dann auch die Nerven, obwohl er unter besonderem Druck stand. Denn sein Pony Cartier hatte sich am Maul leicht verletzt, so dass er es nicht im Hindernisfahren einsetzen konnte und mit seinem Dressurgespann starten musste. Schon im Galopp durchfuhr er die Startlinie, musste seine rasanten Ponys aber einige Male zurücknehmen und blieb so zwar fehlerfrei, bekam aber 4,09 Zeitfehler angerechnet. Das war in dem zeitlich sehr knapp bemessenen Hindernisfahren aber immer noch das zweitbeste Ergebnis. „Marco ist noch mal wieder eine tolle Runde im Kegelparcours gefahren“, so Bundestrainer Peter Tischer. Fehlerfrei blieb nur Ewoud Boom, der sich mit einem Gesamtergebnis von 107,18 Punkten überlegen den Weltmeistertitel vor Marco Freund mit 116,59 Punkten sicherte. Bronze ging an die Britin Anna Grayston mit 130,72 Punkten. Titelverteidiger Dieter Baackmann (Emsdetten) hatte zwar mit Platz zwei in der Dressur einen super Auftakt erwischt, hatte dann aber im Gelände Pech. Mit 20 Strafpunkten für korrigiertes Verfahren im siebten Hindernis (Platz 20) rutschte er auf Platz fünf der Kombinierten Wertung ab. „Ich wusste, dass Ewoud Boom im Gelände immer schnell ist und habe alles riskiert, dann passiert so was halt mal“, erklärte Dieter Baackmann. Im Kegelfahren griff er dann noch einmal an. Mit dem viertbesten Ergebnis im Kegelfahren mit 7,38 Punkten konnte er am Ende noch einen Platz gut machen und beendete die WM auf Rang vier (136,49). „Mit 20 Strafpunkten am Ende noch Vierter zu werden, ist auch nicht schlecht. Meine Ponys waren super drauf, wir haben Team-Silber - insgesamt bin ich zufrieden“, sagte Baackmann. „Der Weltmeister Boom ist ganz stark gefahren und hat zu Recht gewonnen, das muss man neidlos anerkennen.“

Pony-Einspänner: Walter und Hanisch auf Platz sechs und acht

Zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft startete die 21-jährige Jaqueline Walter (Petershagen). Mit ihrem „Zweitpony“ Cathy’s Tabor hatte sie schon in der Dressur mit Platz drei die Erwartungen übertroffen. Jaqueline Walter, die eigentlich auf ihr erfahrenes Championatspony Maverick setzen wollte, hatte sich kurzfristig doch für den Wallach Cathy’s Tabor entschieden, der zuletzt sicherer im Kegelfahren war. Im Gelände zeigte sie dann auch keine Nerven und beendete die Prüfung auf Rang 13, so dass sie in der Einzelwertung vor dem Hindernisfahren Rang vier belegte. Im Kegelparcours blieb keiner der 28 Einspännerfahrer fehlerfrei. Jaqueline Walter kam am Ende auf 7,86 Punkte und fiel von Rang vier auf Rang sechs zurück (123,52). „Für ihre erste WM hat sie das alles sehr ordentlich gemacht“, sagte Bundestrainer Tischer zufrieden. Der zweite Pony-Einspännerfahrer Patrick Hanisch lag mit seinem Haflingerwallach Moses nach Dressur (Platz sechs) und Gelände (Platz zehn) auf Rang sieben der Kombinierten Wertung. Mit 5,71 Punkten verließ er den Kegelparcours und beendet die WM auf Rang acht (126,23). Weltmeister wurde der Ungar Martin Hölle, der in allen drei Teildisziplinen Platz zwei belegte und mit diesen konstanten Ergebnissen auf 110,73 Punkte kam. Silber gewann die Britin Rosann Walters-Symons mit 118,15 Punkten vor der Niederländerin Els Broekman mit 118,43 Punkten.

In die Teamwertung wurde bei dieser Weltmeisterschaft erstmalig immer das beste Kombinierte Ergebnis pro Anspannungsart eingerechnet. So kam das niederländische Team am Ende auf 332,3 Punkte und siegte vor der deutschen Mannschaft mit 365,9 Punkten. „Das war in diesem Jahr ein silbernes Championatsjahr“, so das Fazit von Equipechef Fritz Otto-Erley, der bereits mit den deutschen Fahrern bei der WM der Zweispänner und bei der EM der Vierspänner Team-Silber geholt hatte. „Alle Ponyfahrer haben hier super gekämpft und Gold stand realistisch auch nicht zur Debatte“, erklärte er. „Zwar hatten wir in den vergangenen Jahren immer Mannschafts-Gold, aber die Niederländer waren in diesem Jahr einfach extrem stark“, erklärte auch Tobias Bücker. Bronze ging mit 388,3 Punkten an das Team aus Ungarn. Insgesamt starteten bei den sechsten Weltmeisterschaften der Ponyfahrer in Pau am Fuß der französischen Pyrenäen 28 Pony-Einspänner, 21 Pony-Zweispänner und 18 Pony-Vierspänner aus insgesamt 16 Nationen. Zwölf Länder stellten eine Mannschaft.