Ergebnisse WM junge Vielseitigkeitspferde Frankreich 2015: Jung wiederholt Vorjahreserfolg

Holsteiner Zuchtverband stellt mit fischerIncantas und Mr. Brass beide Weltmeister

Le Lion-d’Angers/FRA (fn-press). Gerade erst verteidigte er erfolgreich seinen Europameistertitel in der Vielseitigkeit, nun wiederholte der deutsche Multi-Champion Michael Jung (Horb) auch seinen Vorjahressieg bei den Weltmeisterschaften der Jungen Vielseitigkeitspferde in Le Lion-d’Angers in Frankreich. Mit dem Holsteiner fischerIncantas stellte er erneut den Sieger im Klassement der sechsjährigen Pferde. Neuer Weltmeister der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde ist ebenfalls ein Holsteiner: Mr. Brass, vorgestellt von der Britin Laura Collet.

Ein Topergebnis in der Dressur, ein fehlerfreier Geländeritt und nur ein Abwurf im Springen bedeuteten für fischerIncantas , am Ende mit nur 43,1 Minuspunkten als Sieger dazustehen und die Nachfolge von Star Connection anzutreten, mit dem Jung im vergangenen Jahr das CCI1* und damit die WM der sechsjährigen Vielseitigkeitspferde gewinnen konnte. Die größte Konkurrenz für Jung und seinen Holsteiner v. Ibisco xx – Coriano aus der Zucht von Kirsten Roll (Struvenhütten) kam nach der Dressur aus den eigenen Reihen: Teamkollegin Ingrid Klimke (Münster), die in Frankreich mit der Holsteiner Schimmelstute Weiße Düne v. Clarimo antrat und mit nur 38,6 Minuspunkten die Dressur für sich entscheiden konnte. Im Gelände sorgte ein Vorbeiläufer am Wasserhindernis allerdings für 20 zusätzliche Strafpunkte, dazu kamen Zeitfehler. Mit 63,8 Minuspunkten belegte das Paar Platz 21. Damit schloss Kai-Steffen Meier (Gesves/BEL) die Prüfung als zweitbester Deutscher ab. Er belegte mit der Oldenburger Stute Cascaria V v. Casiro Platz zwölf.

Wie schon so oft, sah es zunächst sogar nach einem Doppelerfolg für Jung aus. Denn bis zum Springen lag er auch im CIC2*, der Weltmeisterschaften der siebenjährigen Vielseitigkeitspferde, mit seinem Hannoveraner Lennox v. Sunlight xx in Führung. Drei Fehler im Parcours bedeuteten am Ende jedoch 50,0 Minuspunkten und warfen ihn im Gesamtklassement auf Platz acht zurück. Lennox war nicht der Einzige, der im Abschlussparcours Fehler kassierte, so dass sich am Ende die bis dahin viertplatzierte Britin Laura Collet mit Mr. Brass v. Carrico – Exorbitant aus der Zucht von Heinz Henning (Tremsbüttel) mit einer Nullrunde an der Spitze wiederfand (Endstand 45,2) und den Holsteiner Züchtern den zweiten Weltmeister an diesem Wochenende bescherte.

Trotz dieses Doppelerfolgs mussten die Holsteiner in der Zuchtverbandswertung den Iren den Vortritt lassen, die nur 151,0 Punkte sammelten. Gewertet werden jeweils drei besten Ergebnisse, wobei das Resultat bei den Sechsjährigen mit einem Malus verrechnet wird. Für Holstein punktete neben Jung und Collett auch der Schwede Ludwig Svennerstal mit der siebenjährigen Aspe v. Singulord Joter. Insgesamt sammelte das Trio 153,0 Minuspunkte. Für den Erfolg des irischen Zuchtverbands sorgten insbesondere der Vizeweltmeister der siebenjährigen Pferde, Cooley Lands, geritten vom zweimaligen Aachen-Sieger Christopher Burton, sowie der drittplatzierte Fernhill Tabasco unter dem Sattel von Emma Dougal, ebenfalls aus Australien.

Bronze ging an das niederländische Pferdestammbuch (KWPN) mit insgesamt 153,2 Minuspunkten. Trotz guter Ausgangslage reichte es für den Hannoveraner Verband nur für Platz sechs. Dieser war nicht nur mit Michael Jung und Lennox, sondern auch mit Perspektivgruppenmitglied Julia Krajewski (Warendorf) und dem Vorjahresbundeschampion Chipmunk FRH v. Contendro I am Start. Das Paar war von Platz zwei nach Dressur ins Gelände gestartet, hatte dort aber nach einem Rumpler und dem daraus resultierenden Vorbeilaufer im Wasserhindernis seine Medaillenchancen verspielt.

Während Krajewski die Prüfung noch in Wertung beenden konnte (67,9/Platz 29), endete für einige andere Teilnehmer die Weltmeisterschaft vorzeitig. Zu ihnen zählte auch der britische Topreiter William Fox-Pitt. Nachdem er den Kurs bereits mit seinem ersten Pferd beendet hatte, stürzte er bei seinem zweiten Ritt so schwer, dass er zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Ersten Aussagen zufolge hat er sich Kopfverletzungen zugezogen, sein Zustand sei allerdings stabil. Sein Pferd Reinstated blieb unverletzt.