Ergebnisse Weltreiterspiele Frankreich 2014: Deutsches Reining Team auf Bronzekurs

Grischa Ludwig zur Halbzeit auf Platz vier

Caen/FRA (fn-press). Bei den Weltreiterspielen in Caen liegen die deutsche Reiner zur Halbzeit auf Medaillenkurs hinter den erwartungsgemäß führenden US-Amerikanern und der Mannschaft aus Belgien. Auch in der Einzelwertung sieht es so aus, als stünde dem direkten Einzug ins Finale nichts im Wege: Mit einem Score von 218,5 teilt sich Grischa Ludwig (Bitz) den dritten Platz mit dem Australier Martin Larcombe und dem Brasilianer Gilson Vieira Diniz Filho. Direkt dahinter rangiert Volker Schmitt (Prichsenstadt) mit 218 Punkten.

„Es war ein anständiger Ritt, aber noch kein super Ritt. Ich war fast ein bisschen erschrocken, wie sensibel er auf die Arena hier reagiert. Draußen wirkte er beinahe etwas müde, aber in der Halle war er dann plötzlich hellwach“, sagte Grischa Ludwig über sein Pferd Ruf Tuf Juice. Der sechsjährige Quarter Horse Hengst vertritt in Caen seinen Stallkollegen Custom del Cielo, der kurzfristig ausgefallen war. „Custom ist ein Pferd mit guten Bewegungen und ein großer Arena-Präsenz. Pleasing to watch, sagen wir dazu, es macht Freude, ihm zuzuschauen“, erklärt Ludwig. Ruf Tuf Juice sei dagegen „kein großer Beweger, aber mit unheimlich viel dahinter.“ Will heißen, ein Pferd, das in sauberen Manövern einer Reining-Aufgabe wie den Turns, dem Rollback oder den Sliding Stopps punktet. „In der Reining ist es wichtig, dass ein Pferd seine Aufgabe korrekt erfüllt. Also sich nicht viereinhalb Mal dreht, wenn vier Mal verlangt sind. Ein Wegspringen bedeutet bei uns ein Aus, während es in der klassischen Dressur dafür höchstens einen Punktabzug gibt“, erklärt Ludwig.

Anders als in der Dressur ist auch die Stimmung rund um die Arena. Fetzige Musik und lautstarke Anfeuerungsrufe begleiten die Auftritte der Reiner. Auch bei Ludwigs Ritt wird – nicht nur – im deutschen Lager kräftig gejubelt. „Das ist das Tolle an Weltreiterspielen, dass man hier auch einmal die anderen Disziplinen trifft“, sagt er und schwärmt von den Weltreiterspielen in Kentucky. „Da waren immer alle da, wenn ein Deutscher am Start war und haben viel zusammen unternommen.“ In der Normandie wird das Ganze nicht so einfach sein wie in Lexington oder vier Jahre zuvor in Aachen. Denn nicht nur die Stadien innerhalb Caens liegen mehr als einen kleinen Fußmarsch auseinander, die Disziplinen Vielseitigkeit und Distanzreiten wurden sogar ganz ausgelagert.