Ergebnisse von den Trabrennen in Berlin – Mariendorf: Going As geht immer weiter

Josef Franzl führt den Wallach zum Triumph beim Vierjährigen-Marathon.

Michael Nimczyk und die Stute Fairness gewinnen den Jugend-Preis-Trial.

Sonntag, 26. August 2012.  Es war ein schwer auszurechnendes Teilnehmerfeld – doch am Ende siegte der 24:10-Favorit. Nur drei Wochen nach seinem Triumph beim 117. Deutschen Traber-Derby und vier Tage nach seinem 41. Geburtstag gelang Josef Franzl der nächste große Mariendorfer Coup: Mit dem Wallach Going As gewann der bayrische Topfahrer den Vierjährigen-Marathon um 25.000 Euro Preisgeld.

Dem Erfolg lag allerdings ein hartes Stück Arbeit zugrunde. Denn nachdem Franzl seinen Schützling von der Grundmarke aus sofort vor Herman Nasad (Maik Esper) an die Spitze geführt hatte, konnte der in Sauerlach lebende Sportler die Pace auf weiten Teilen der 2.500-Meter-Strecke zwar problemlos drosseln. Aber als Daniel Wagner Jaycee auf der letzten Gegenseite zum Angriff führte, kam mächtig Schwung in die Partie. Im zwölfer Tempo stürmten Going As und Jaycee Kopf an Kopf durch den letzten Bogen und der Herausforderer hatte sich bereits einen kleinen Vorteil erobert – doch Going As gab zu keinem Zeitpunkt auf und bog den Spieß in 1:17,8 min. kurz vor der Linie wieder um.

„Ich hatte viel Vertrauen in ihn und wusste, dass er nicht so schnell klein beigibt“, strahlte Josef Franzl bei der Siegerehrung über den Fuchswallach des Rennstalls Germania, für den nun als eine der kommenden Aufgaben die Breeders Crown vorgesehen ist. Doch auch der um eine Kopflänge unterlegene Jaycee hat sich größtes Lob verdient, denn der Hengst war durch zwanzig Meter Zulage gehandicapt und musste anderthalb Runden in der Außenspur bestreiten. Schon vier Längen hinter den beiden Duellanten ging der dritte Rang an Herman Nasad, der an der Innenkante konsequent seinen Bandvorteil genutzt hatte. Auch Cao Dai und Gerd Biendl verkauften sich nur wenige Zentimeter dahinter als Vierte optimal, hatten sie doch genauso wie Impact As (Michael Schmid), der als Siebenter dagegen völlig enttäuschte, sogar eine doppelte Zulage aufzuholen.

Da nicht nur Impact As weit unter den Erwartungen blieb, sondern auch Isildur beim Eindrehen aus dem Band gar nicht erst auf Beine fand, bekam der Rennstall Jauß beim Hauptereignis keinen Stich ab. Doch dafür holte das Gestüt Neritz bei dem mit 7.000 Euro dotierten Jugendpreis-Trial zu einem grandiosen Doppelschlag aus: Fairness und Michael Nimczyk gewannen den Zweijährigen-Vergleich in 18,5/1.900m mit zweieinhalb Längen vor der von Michael Schmid gesteuerten Boxennachbarin Fräulein Wunder und Prince Flevo (Helmut Biendl). Und dies, obwohl sich Fairness aus dem Rosenhofbogen heraus eine ausgiebige Galoppade erlaubt hatte, die sie an den Rand der Disqualifikation brachte. Aber die Stute kehrte nach dem Bodenverlust mit Macht ins Rennen zurück – angesichts dieser Leistung darf man auf ihre weitere Entwicklung mächtig gespannt sein.

Im Rahmenprogramm der Veranstaltung konnte sich besonders Byron (30:10) auszeichnen. Heinz Wewering präsentierte den Hengst von seiner stärksten Seite – nämlich erst im Finish – und der Neunjährige, der weiterhin in der Form seines Lebens läuft, fing Provence (Herbert Strobl) in der Tagesbestzeit von 15,2/1.900m im Topspeed ab. Starfighter (59:10) wurde von Michael Schmid ebenfalls erst auf der Zielgeraden eingesetzt und bezwang Etinara (Thorsten Tietz) mit dem letzten Schritt. Genauso knapp setzte sich die 127:10-Außenseiterin Andersik Well (Johannes Bot) gegen den auf 12:10 herunter gewetteten Commander Columbus (Michael Nimczyk) durch. Mit den knappen und spannenden Entscheidungen ging es während der gesamten Mariendorfer Veranstaltung munter weiter: Denn auch für den von Thorsten Tietz gesteuerten Kalido (13:10) wurde es verdammt eng. Doch dank einer feinen Schlussleistung blieb der Love-You-Sohn auch bei seinem dritten Lebensstart ungeschlagen.

Ein anderer Starter ging dagegen zum ersten Mal auf die Siegerparade: Simone Bordihns Zeus Eden (40:10) schaffte beim vierten Anlauf den großen Wurf. Der Wallach, der von seinem Trainer Thomas Heinzig auf der Schlusshalben gebracht wurde, blieb diesmal auf den Beinen und wehrte auch den Schlussangriff von Rundi FR (Wladimir Gening) bravourös ab. Deutlich klarer als Zeus Eden waren Harriman (20:10) und Abraham Barendregt voraus, die Mitte der Zielgeraden alle Zeichen auf Erfolg gestellt hatten. Auch Cosmic Love (18:10) war mit Gerd Biendl im Sulky überdeutlich im Vorteil. Die offensiv gesteuerte Stute trabte über die Meile 1:15,5 min. und lief drei Längen Vorsprung auf ihre Gegner heraus. Pikus G (26:10) und Sarah Kube trumpften trotz eines Rennverlaufs in der Außenspur sogar mit fünf Längen auf und boten ebenso wie Crazy for you (31:10), die von Maik Esper einen Traumverlauf als viertes Pferd außen serviert bekam, eine bärenstarke Leistung.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 126.152,21 Euro – Bahnumsatz: 39.966,30 Euro – Außenumsatz: 86.185,91 Euro

Die nächste Mariendorfer Veranstaltung findet am Montag, dem 3. September ab 18.30 Uhr statt.