Ergebnisse Voltigieren CVI*** Doha: Thomas Brüsewitz siegt zum Saisonauftakt

Erik Oese auf Rang drei / Corinna Knauf und Pia Engelberty/Torben Jacobs auf Platz vier

Doha (fn-press). Deutsche Spitzenergebnisse beim ersten CVI der Saison 2015: In Doha holte sich Thomas Brüsewitz aus Garbsen mit Airbus den Sieg im Herren-Wettbewerb. Erik Oese landete mit Down Under auf Rang drei. Bei den Damen sicherte sich die Kölnerin Corinna Knauf mit Fabiola Rang vier. Ihre Vereinskolleginnen Pia Engelberty und Torben Jacobs standen im Pas-de-Deux-Wettkampf ebenfalls auf Rang vier.

Der strahlende Sieger konnte sein Glück kaum in Worte fassen. „Das ist einfach genial“, gab Thomas Brüsewitz zu Protokoll. Der 19-Jährige, der in der Vorwoche beim Weltcup-Finale in Graz auf dem Rücken von Danny Boy mit Rang zwei einen hervorragenden Abschluss der Winterserie einfuhr, startete nun mit exzellenten Leistungen in die Sommersaison. In allen drei Umläufen – Pflicht, Technik und Kür – holte Brüsewitz die Teilsiege und stand am Ende mit 7,967 Punkten souverän auf Rang eins. Garant für den Erfolg war einmal mehr der bereits 24-jährige Airbus, der an der Longe von Irina Lenkeit bereits zum zweiten Mal in Katar auflief. Nach dem dritten Rang im Vorjahr, als der Schweizer Patric Looser siegte, setzte sich das Team vom Landesverband Hannover nun eindrucksvoll durch. Der Österreicher Stefan Csandl folgte mit drei Zehntel Punkten Abstand (7,661). Rang drei ging an Erik Oese. Der Sachse, der bei den Weltreiterspielen in Caen Bronze holte, startete im Wüstenstaat auf dem Pferd seines Landesverbandskollegen Daniel Kaiser, longiert von seinem Trainer Andreas Bäßler. Das Trio schloss den Wettkampf mit 7,621 Punkten ab, dicht gefolgt von Viktor Brüsewitz (Garbsen) mit Rockard auf Rang vier (7,6) und Daniel Kaiser, ebenfalls mit Down Under (7,564), auf Platz fünf. Julian Wilfling (Untermeitingen) komplettierte mit dem siebten Platz (7,354) mit Airbus das hervorragende deutsche Ergebnis. Der Franzose Nicolas Andreani betritt auf dem Kölner Pferd Fabiola, longiert von Alexandra Knauf, seinen letzten Wettkampf seiner Karriere und holte Rang sechs (7,562).

Bei den Damen führte einmal mehr kein Weg an Joanne Eccles vorbei. Die Britin, die in Doha ebenfalls zu ihrem letzten großen Wettkampf antrat, siegte mit WH Bentley mit 8,25 Zählern vor der Italienerin Anna Cavallaro (8,184) und Simone Jäiser aus der Schweiz (7,828). Platz vier ging an die Kölnerin Corinna Knauf, die mit Fabiola und ihrer Schwester Alexandra Knauf an der Longe 7,643 Punkte erturnte. Die Hamburgerin Kristina Boe landete mit Rockard, longiert von Winnie Schlüter, auf Platz sechs (7,384). Die Weltcup-Siegerin Lisa Wild aus Österreich folgte auf Rang sieben (7,211).

Pech hatte die deutsche Mannschaft unter Leitung des Equipechefs Torben Jacobs in den weiteren beiden Wettbewerben. Im Teamwettkampf musste die Mannschaft aus Köln-Dünnwald, die im Vorjahr sensationell den Sieg eingefahren hatte, noch vor dem Start die Hoffnungen auf eine Wiederholung des Triumphs begraben. Ihr Pferd Holiday on Ice hatte zwar den Vet-Check passiert, sich aber im Anschluss vertreten. Zum Wohl des Tieres musste der Start zurückgezogen werden. Echt Stark hatte hingegen mit den Reisestrapazen zu kämpfen und konnte die Verfassungsprüfung nicht passieren. Die beiden angereisten Kölner Bundeskader-Duos wechselten jedoch spontan auf Pferde ihrer niederländischen Sportkollegen und bewiesen mit beeindruckenden Leistungen ihre Körperbeherrschung und in den vergangenen Jahren erarbeitete Routine. Die Vize-Weltmeister Pia Engelberty und Torben Jacobs voltigierten mit Nolan auf Rang vier (8,213), ihre Vereinskollegen Gera Marie Grün und Justin van Gerven folgten mit Zygo auf Platz fünf (8,155). Der Sieg ging an die Österreicher WEG- und Vorjahres-Doha-Sieger Jasmin Lindner und Lukas Wacha (8,746), gefolgt von den Eccles-Schwestern Joanne und Hannah aus Schottland (8,432) und den Wienern Stefan Csandl und Theresa Thiel (8,314).

Mit Spannung erwartet wurde der Wettkampf im Wüstenstaat auch, weil die Einzelvoltigierer laut FEI-Reglement mit einer Nadel rückwärts und einem Umspringen aus dem Vorwärts-Knien in das Rückwärts-Stehen erstmals zwei neue, anspruchsvolle Elemente im Technikprogramm zeigen mussten. „Alle deutschen Teilnehmer bewiesen, dass sie den komplexen Anforderungen bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison gewachsen waren“, kommentierte Bundestrainerin Ulla Ramge.

„Bei den Herren können wir wie im Abschluss des Vorjahres bei den Weltreiterspielen weiterhin auf eine steigende Tendenz blicken, was die ständigen Podestplatzierungen in vielen wichtigen Wettkämpfen zeigen“, sagte Kai Vorberg. Nach Ansicht des Disziplintrainers Voltigieren sei dies beeindruckend. „Man muss bedenken, dass viel individuelles Leistungspotenzial bei einigen noch gar nicht ausgereizt ist“, gab der ehemalige Weltmeister zu Protokoll. In Bezug auf die Damenkonkurrenz fällt die Bilanz gemischt aus. Vorberg: „Die deutschen Damen bereiten uns weiterhin Kopfzerbrechen, da wir dort in den letzten zwei Jahren nur Zaungäste waren, wenn die ausländischen Athletinnen die vordersten Platzierungen bei den Hauptwettkämpfen unter sich ausmachen. Das muss besser werden und da gibt es nach wie vor viel zu tun. Aber wir packen es an.“