Ergebnisse Voltigieren CVI*** Doha: Deutscher Doppelsieg auf Al Shaqab

 

Köln-Dünnwald landet vor Europameister Neuss-Grimlinghausen

Doha (fn-press). Kleine Sensation in der Wüste: Die Mannschaft VV Köln-Dünnwald hat das CVI*** in Doha gewonnen. Auf der monumentalen Anlage Al Shaqab setzte sich das Team von Trainer Bamdad Memarian auf Holiday on Ice, longiert von Alexandra Knauf, beim erstmals ausgetragenen Voltigierwettkampf in Katar überraschend im Teamwettbewerb durch.

„Wir sind unheimlich glücklich. Unsere neue Kür hat noch nie so gut funktioniert wie hier“, sagte der stolze Trainer Bamdad Memarian. Der Pas-de-Deux-Europameister von 2009, der derzeit an der Sporthochschule in Köln studiert, erlebte zwei fantastische Kürdurchgänge seiner Mannschaft, die auf dem zehnjährigen Bayern-Wallach Holiday on Ice zu Höchstform aufliefen. Überraschend gewannen die Kölner beide Kürdurchgänge, nachdem das favorisierte Team Neuss-Grimlinghausen nach der Pflicht mit dem deutlichen Abstand von über sechs Zehnteln in Führung gegangen war. Doch im ersten Kürumlauf verbuchte die Mannschaft von Trainerin Jessica Schmitz, die erstmals einen kompletten Mannschaftswettkampf mit der neunjährigen Stute Delia bestritt, zwei Stürze, was dem Team hohe Abzüge und die Führung kostete. „Wir stehen noch am Anfang der Saison. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Probleme im Laufe des Jahres in den Griff bekommen“, sagte Schmitz.

In den Einzelwettbewerben dominierte in beiden Wettbewerben die Schweiz. Bei den Damen gewann die Weltcup-Zweite Simone Jäiser, bei den Herren setzte sich der 2010er-Weltmeister Patric Looser bei seinem einmaligen Comeback durch. Auch die deutschen Teilnehmer konnten in einzelnen Teilprüfungen überzeugen. So gewann Thomas Brüsewitz (Garbsen) auf Airbus (Longe: Irina Lenkeit) den Pflicht-Wettbewerb und landete am Ende auf Platz drei. Erik Oese (Dresden) siegte auf Don de la Mar (Winnie Schlüter) im Technikprogramm und freute sich über Gesamt-Rang zwei.

Bei den Damen folgten hinter Jäiser alle vier Vertreterinnen des Bundesadlers: Kristina Boe (Hamburg) voltigierte auf Don de la Mar (Winnie Schlüter) auf Platz zwei, die deutsche Meisterin Corinna Knauf (Köln) auf Fabiola (Alexandra Knauf) auf Platz drei, gefolgt von Regina Burgmayr (Ingelsberg) auf Cappucino (Elisabeth Aichner) und Sarah Kay (Warendorf) auf Sir Bernhard RS von der Wintermühle (Nina Vorberg.

Im Doppelwettbewerb ging der Sieg an die amtierenden Welt- und Europameister sowie Weltcup-Gesamtsieger Jasmin Lindner und Lukas Wacha aus Österreich. Platz drei eroberten Pia Engelberty und Torben Jacobs (Köln), die aufgrund des Ausfalls ihres Erstpferdes Danny Boy kurzfristig auf das niederländische Pferd Triple umsteigen mussten, aber dennoch zwei souveräne Kürdurchgänge in den Zirkel der riesigen Indoor-Arena zauberten.

„Das deutsche Team hat sich zu diesem jungen Zeitpunkt der Saison sportlich in einer guten Frühform präsentiert. Ich hoffe nun auf den Lerneffekt, den die einzelnen Voltigierer aus ihren Durchgängen mit nach Hause nehmen. Viele haben noch ihr altes Programm oder Teile davon gezeigt. Nun gilt es, sich vollständig auf die neuen Choreografien einzustellen und zu stabilisieren. Da gibt es noch Hausaufgaben, aber insgesamt ist der Zwischenstand sehr erfreulich“, schätzte Bundestrainerin Ulla Ramge ein. FN/Daniel Kaiser