Ergebnisse Vierkampf in Münchehofe 2013: Vielseitigkeit mal anders

 

Es ist nicht jedermanns Sache, so ein Vierkampf. Selbst wenn man gerne auf dem Pferd sitzt. In den Kategorien D und S mag man ja auch noch recht vielseitig unterwegs sein. Aber dann noch Schwimmen und Laufen? Das geht vielen Reiterinnen und Reitern dann doch zu weit. Da müsste man ja absteigen und die Sporen quasi ins eigene Fleisch… - nein, lieber doch nicht.

So oder so ähnlich kann man es oft hören von den Abreiteplätzen im Märkischen. Aber es stimmt nicht so ganz, dieses Vorurteil. Denn die Schar derer, die sich zusätzlich noch mit Badekappe und Laufschuhen bewaffnet zum Turnier aufmachen, ist so klein nicht. An die 40 Starter wurden im Schwimmbad Neuenhagen, auf der Laufstrecke neben dem Reitrevier und den Reitplätzen gezählt. Und selbst wenn man die siebenköpfige Namibia-Mannschaft abzieht, sind es noch immer über 30 verwegene Sportler, die da angetreten sind. Dass das Team aus dem Südwesten Afrikas mitgemacht hat, war der Wunsch der mitgereisten Trainer, die es durchaus als sinnvoll erachteten, den Körper nicht nur im Sattel zu stählen. Ob es um die ganzheitliche Erfahrung ging oder um reine sportliche Neugier - die namibischen Damen haben sich auch noch recht wacker geschlagen. Die Stars allerdings waren andere. Das kann man unumwunden feststellen. Schließlich war das gesamte sportliche Oberhaus des märkischen Vierkampfes vertreten.

 

Alles begann für alle am Samstag mit dem Schwimmen. Im Freibad Neuenhagen war es früh um neun recht frisch und jedermann wartete auf die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Aber es half nichts. Der ganze Haufen musste in die unbarmherzigen Fluten. Kirsten Urban und ihr Team waren mit Stoppuhren bewaffnet. Sie mussten erst einmal ein wenig Ordnung in den hoch motivierten Vierkampf-Laden bringen. Aber nicht nur die Kinder waren im Wettkampffieber. Auch die Eltern hatten den Puls auf Dauerhöchststufe gebracht; liefen am Beckenrand neben den Kindern her, die mit ganz großer Sicherheit von den schreienden Angehörigen nur sehr wenig mitbekamen. Aber in diesem Irrglauben leben auch alle Fußballtrainer, die da denken, dass sich im Gehirn des Supersportlers noch genug Sauerstoff befindet, um gleichzeitig sportliche Höchstleistungen zu vollbringen und – nun ja, zu verstehen bzw. umzusetzen, was der Coach da draußen so will…

Aber Ehrgeiz ist im Sport keine schlechte Eigenschaft und irgendwie der dazugehörige Leistungswille beim mitgereisten Personal unterschiedlich stark ausgeprägt. Parallelen zum Fußball seien also gestattet…wenn sie auch nicht ganz ernst gemeint sind.

Im Schwimmen jedenfalls siegte bei den Minis Malin Hellwig vom RFV HLG Neustadt vor Carlotta Fettchenhauer vom PferdeSV Pausin. In der Kategorie Nachwuchs holte sich Moritz Gutsche vom RV Onkel-Toms-Hütte die meisten Punkte vor Lea Dörr vom RFV Illtal. Bei den Junioren holte sich Gina Nest vom RFV HLG Neustadt die Führung. Auf den zweiten Rang kam Anne-Marlen Jonas von der RSG Pritzwalk.

 

Danach trennten sich die Gruppen ein wenig. Trotzdem mussten alle im schnellen Schritt durch das Reitrevier Münchehofe düsen. Am schnellsten unterwegs war Maxime Flieger vom RV Möncheberg, die auch die Führung übernahm und sie bis zum Ende nicht mehr hergab. Ihr folgte im Laufen Leony Janssen vom LRV Münchehofe, die auch im Gesamtranking die Position zwei einnahm. Bei den Nachwuchs-Vierkämpfern schlug Saskia „Sassi“ Hagewiesche vom RV Elisenau zu. Die Erschöpfung war ihr im Ziel anzusehen, aber die junge Dame hatte sich erfolgreich durch die Strecke gekämpft. Sie übernahm ebenfalls die Führung in der Gesamtwertung und verteidigte diese bis zum Schluss. Auf Rang zwei kam Johanna Zander-Keil von der TSG Ponyfarm Kladow.

Die Junioren mussten erst zur Dressur. Das Laufen war Programmpunkt Nummer drei. Hier startete Kira Mier voll durch und setzte sich an die Spitze der Gesamtwertung, wo sie auch bis zum Schluss blieb. Den Achtungserfolg schlechthin hatte Kira Rohloff aus Namibia, die in der Dressur Zweite wurde und eine ganze Menge Punkte einsammelte. In der Gesamtwertung lief aber Ronja Richter von der RSG Pritzwalk auf die erste Verfolgerposition.

 

Bei den Minis ging es mit der Dressur weiter. Maxime Flieger baute ihre Führung mit einem Sieg weiter aus. Lea Duhnsen vom RV 1994 kämpfte sich mit einer sehenswerten Leistung und einem zweiten Platz auch auf Rang zwei der Gesamtwertung vor.

Der Nachwuchs musste weiterhin mit Sieg und Führung von Saskia Hagewiesche leben. Svenja Späth aus Namibia wurde beachtliche Zweite. In der Gesamtwertung lag nach der Dressur Lea Dörr auf Silberkurs.

Das Junioren-Geschäft hatte endlich das geliebte Laufen auf dem Plan. Am Sonntag ließen sich die Temperaturen dafür aber eher an als am Samstag. Quirin Stegmann vom PferdeSV Pausin machte von Anfang an Druck und ließ das Feld hinter sich. Da gab es kein Rankommen. Zweite wurde Gina Nest und Dritte die Gesamtführende Kira Mier, die ihren Vorsprung wieder ein klein wenig vergrößern konnte.

Den Abschluss für die Minis und alle anderen Altersklassen bildete das Springen. Carlotta Fettchenhauer machte mit einem Sieg ihren zweiten Platz für die Gesamtwertung fest. Maxime Flieger reichte ein vierter Platz für das oberste Treppchen und die Goldene Schleife.

Der Nachwuchs hatte sich nochmal kräftig in den Sattel gelegt. Johanna Zander-Keil lieferte eine souverän-routinierte Leistung im Kladow-Style ab und siegte. Am Ende war es für sie der vierte Rang. Maxine Mathias aus Namibia wurde im Springen Zweite vor Lea Dörr, die mit Silber aus dem Vierkampf kam. Saskia Hagewiesche reichte ein vierter Platz für Gold.

Die Junioren hatten mit ihrem Springen die letzte Vierkampf-Prüfung des Turniers zu absolvieren. Kira Mier machte den Sack unmissverständlich zu und ließ der Konkurrenz irgendwie so gar keine Chance. Quirin Stegmann wurde im Springen Zweiter und Gesamtvierter. Mit dem dritten Platz im Springen gelangte Ronja Richter auf Silber in der Gesamtwertung.

Die Kiddies haben sich ordentlich den Hintern aufgerissen bei nicht immer leichten Bedingungen. Trotzdem merkte man den meisten an, dass sie Spaß am Vierkampf haben. Das Ganze muss jetzt natürlich noch etwas mehr in den Blickwinkel der Öffentlichkeit gerückt werden. Immerhin sind es echte Sportsleute, die mehr können müssen, als „nur“ Reiten. Und auf nationaler Ebene stehen die Chancen gar nicht mal so schlecht, in naher Zukunft ganz vorne mitzumischen.

Es folgen die Endstände der Altersklassen im Vierkampf Münchehofe 2013:

 

 

 

 

 

 

Fotos von Jan-Pierre Habicht (C)