Ergebnisse Vielseitigkeit EM Montelibretti 2016: Deutscher Nachwuchs dominiert weiter

Junioren- und Junge-Reiter-Team auf Platz eins / Robiné und Arnold führen in der Einzelwertung

Montelibretti/ITA (fn-press). Bei den Europameisterschaften der Nachwuchsvielseitigkeitsreiter in Montelibretti dominieren die deutschen Teilnehmer auch weiterhin die Veranstaltung. In beiden Altersklassen liegen die deutschen Teams in Führung, ebenso in der Einzelwertung.

Junioren

Am Morgen des Geländetages trat Emma Brüssau (Schriesheim) als erste deutsche Teamreiterin der Junioren den Beweis an, dass sich der Kurs wie vorab mit den Trainern besprochen bewältigen ließ. Lediglich am zweiten Wasserhindernis zeigte sich ihre Stute Donnerstag etwas zögerlich. „Sie hat sich da wahrscheinlich an der Wasserfontäne im Teich gestört“, vermutete die deutsche Vizemeisterin. Der Nullrunde von Brüssau folgte Titelverteidigerin Johanna Zantop (Kirchheim/Teck) als zweite deutsche Teamreiterin. „Ich habe mir vorher unheimlich viel Gedanken gemacht, vor allem über die Hinderniskombination 4A und B“, sagte sie. „Aber er hat nach dem erstes Sprung ganz gerade weitergezogen“, lobte sie ihren Württemberger FBW Santana’s Boy. Während keines der deutschen Paare hier Probleme hatte, erwies sich die Hinderniskombination im Verlauf der Prüfung als eine der Klippen des Kurses. 14 der insgesamt 83 Teilnehmer hatte hier Probleme, schieden zu diesem frühen Zeitpunkt sogar aus. Insgesamt beendeten 65 Paare den Kurs. „Nach den ersten Ritten hätte man nicht vermutet, dass es so viele Fehler gibt. Das macht mich umso stolzer auf mein Pferd und mich“, sagte der deutsche Schlussreiter Jerome Robiné (Darmstadt). Er lag nach Dressur in der Einzelwertung in Führung und festigte diese Position mit seiner Nullrunde. Generell sei es allerdings nicht „ihre schönste Runde gewesen“, sagte der 18-Jährige. „Aber Guccimo ist erst acht und es war erst unser zweites CCI1*. Ich musste ihm am Sprung immer etwas Zeit geben“, berichtete er. Am Ende kam er aber auch er zwei Sekunden vor der erlaubten Zeit von 7:40 Minuten ins Ziel. „Alle vier Reiter ohne Fehler in der Zeit: Ich bin ganz glücklich, freue mich vor allem auch fürsTeam“, fasste die Deutsche Juniorenmeisterin Anais Neumann ihren Geländetag zusammen. Auch sie beendete mit Pumuckel E die 3.980 Meter lange Strecke mit ihren 25 Hindernissen ohne Probleme. „Der Kurs ließ sich gut reiten, auch wenn es natürlich einige Guckeffekte und komische Lichtverhältnisse gab“, sagte sie.

Nach Dressur und Gelände führt Robiné mit 33,4 Minuspunkten vor Anais Neumann mit 38,5 Minuspunkten. Pech hatte der Franzose Romain Sans mit Enzo van’t Vennehof, der nach Dressur noch Rang drei belegt hatte. Er konnte erst im dritten Anlauf das Hindernis zwölf („Olympic Corner“) überwinden und wurde damit fast ans Ende des Feldes durchgereicht. An seiner Stelle rückte sein Landsmann Victor Levecque mit Phunambule des Auges mit 40,8 Minuspunkten auf den Bronzerang vor. Da auch die übrigen französischen Teamreiter fehlerfrei ins Ziel kamen, konnte die Equipe Tricolore trotz des Ausfalls ihrer Dressurspitze ihren zweiten Platz erhalten (Zwischenstand 131,3). In dem Maße, in dem sich ihr Abstand zu Deutschland (113,8) vergrößerte, verringerte er sich zu den drittplatzierten Briten (134,5). Denn das britische Team war neben dem deutschen und irischen Team das einzige, das sich dank vierer Nullrunden das Dressurergebnis erhalten konnte.

Einige Plätze gutmachen konnte Einzelreiterin Lara Schapmann (Ostbevern), die mit ihrer Quinzy Royal förmlich durchs Gelände flog. Während die Zuschauer angesichts eines gewaltigen Satzes der Stute an Hindernis 9 die Luft anhielten, sagte die Reiterin. „Ich habe das gemerkt und musste lachen. Sie will einfach springen, es hat so viel Spaß gemacht“. Sie verbesserte sich damit vor dem Springen auf Platz zwölf. Lediglich Caecilia Reemtsma (Groß Walmstorf) unterlief mit River of Joy gegen Ende der Strecke ein Fehler, der sie 20 Strafpunkte kostete, denn auch sie kam ansonsten nur zwei Sekunden über der erlaubten Zeit ins Ziel.

Junge Reiter

In der zweiten Geländeprüfung des Tages konnten die deutschen Jungen Reiter weitgehend an die Erfolge ihrer jüngeren Kollegen anknüpfen. Am Ende des Tages fanden sich gleich drei deutsche Paare auf dem Treppchen wieder: Ganz oben Marie-Sophie Arnold mit Remember Me, die fehlerfrei blieb und damit den Platz von Titelverteidiger Will Furlong einnahm. Der Brite hatte nach Dressur noch geführt, gab jedoch nach einer Verweigerung im Gelände auf. Arnold war als erste Reserve kurzfristig ins Team gerutscht. „Ich habe eigentlich nicht mehr damit gerechnet, hier zu reiten“, sagte die Sportsoldatin. Nachdem die Dressur so gut gelaufen sei, habe sie aber schon auch Chancen im Gelände ausgerechnet, sagte sie angesichts ihrer Spitzenposition. Mit 42,4 Minuspunkten rangiert sie vor Einzelreiterin Rebecca Juana Gerken (Rümpel), die trotz Erkältung mit Scipio S ebenfalls ohne Hindernisfehler ins Ziel kam (43,5). „Es lief alles gut, bis auf dass ich mit meiner Kraft am Ende war. Mein Pferd fühlte sich gut an und ließ sich gut reiten“, sagte Gerken. Nur eine Sekunde fehlte ihr zur Nullrunde, ebenso wie Schlussreiterin Hanna Knüppel (Kisdorf) mit Carismo (47,4). Statt auf Platz 13 fand sie sich damit am Abend des Geländetages auf dem Bronzerang wieder. „Ich habe versucht, nicht so sehr auf die Position zu achten, sondern darauf, mich zu konzentrieren und ordentlich zu reiten“, sagte sie. Sie räumte aber auch ein, dass der Druck als Schlussreiterin groß gewesen sei.

Eine Nullrunde brachte auch die zweite Einzelreiterin Hella Meise (Gütersloh) mit First Flight Beauty zwölf Plätze nach vorne. Mit 49,7 Minuspunkten rangiert sie vor dem Springen auf Platz sechs der Einzelwertung. Etwas enttäuscht war dagegen die zweimalige Deutsche Meisterin Flora Reemtsma mit Iskarosz. Sie hatte die Dressur punktgleich mit Gerken abgeschlossen, kassierte allerdings elf Strafpunkte für einen abgebrochenen Pin an einem Birkenoxer (58,1 Minuspunkte). Auch die erste Teamreiterin Tina Krüger war nach ihrem Ritt nicht ganz zufrieden. "An den Hauptschwierigkeiten lief alles gut“, berichtete sie, „allerdings hatte beim Einsprung ins zweiten Wasser einen richtig schlechten Sprung, bin fast auf dem Hals meines Pferdes gelandet.“ Trotz des kleinen Malheurs kam aber auch sie mit minimalen Zeitstrafpunkten ins Ziel und rangiert mit 52,1 Minuspunkten auf Platz elf. Ihr Ergebnis trug dazu bei, dem deutschen Team weiterhin die Führung zu erhalten. Mit 141,9 Minuspunkten ist der Vorsprung auf Frankreich (152,3) jedoch nicht ganz so groß wie bei den Junioren. Auf dem Bronzerang rangiert nach Dressur und Gelände die Mannschaft aus Italien mit 168,7 Minuspunkten.