Ergebnisse Trabrennen Berlin-Mariendorf vom 18.03.2014: Der Tag des Daniel Wagner

 

Der „Lange“ geht mit Medusa, Pretty Lover und Vulkan auf die Ehrenrunde. Nintendo SAS trabt in der Hand seines Trainers Georg Frick zur Tagesbestzeit

Mariendorf, 18. März 2014.

Es war die große Stunde des Daniel Wagner: Der PMU-Renntag auf der Derby-Bahn entwickelte sich für den Trainer, der am 31. März seinen 40. Geburtstag feiern wird und sein Handwerk beim legendären Gottlieb Jauß gelernt hat, zu einer Erfolgsgala. Drei Siege sprangen für den Profi mit dem Spitznamen „der Lange“ heraus und bereits der Auftakt glich einem Paukenschlag, denn Wagner setzte sich überraschend mit der 226:10-Außenseiterin Medusa durch. Die Aleo-Stute hatte sich vor den Tribünen an die vierte Stelle außen verbessert und machte auf der Schlussrunde in der Angriffsspur zügig Boden auf die Pilotin Miss Dior (Heinz Wewering) gut. Im letzten Bogen schien sich die Gegnerin zwar etwas zu lösen, doch Medusa ließ sich einfach nicht abschütteln und zog am Ende sogar deutlich mit anderthalb Längen Vorsprung vorbei. „Ich war schon im Vorfeld recht optimistisch - die zweimonatige Ruhephase vor dem Rennen war überhaupt kein Nachteil für Medusa, sondern hatte ihr sehr gut getan“, erklärte Daniel Wagner im Anschluss bei der Siegerehrung.

Seinen zweiten Treffer machte der Profi mit Pretty Lover perfekt. Wagner hielt sich auf dem ersten Kilometer aus allem heraus und setzte damit auf die goldrichtige Taktik: „Die Pace war anfangs sehr flott und ich war mir sicher, dass Pretty Lover auch im Speed zuschlagen kann.“ In der Tat: Als ihm sein Trainer eingangs der Zielgeraden den Kopf freigab, zog der Hengst unter Rekordverbesserung auf 16,5/1.900m mühelos an den Kontrahenten vorbei. Nach seinem dritten Tagessieg, diesmal im Sulky von Vulkan, zollte der zweimalige Berliner Champion dann aber vor allem seinem Team ein großes Lob. „Es ist einfach toll, wie meine Leute mitziehen. Vulkans Triumph gehört im Grunde genommen Oliver Müller. Denn Oliver legt nicht nur selber Hand an und beschlägt den Wallach optimal, sondern er ist auch maßgeblich für die gesamte positive Entwicklung des Pferdes verantwortlich.“ Im Rennen wurde Oliver Müller ebenfalls zum Wegbereiter des Erfolges. Denn als der Berufsfahrer Mitte der Gegenseite seinen eigenen Schützling Janus R.A. zu einem fulminanten Vorstoß trieb, heftete sich sein Chef mit Vulkan sofort an die Fersen. Auf der Zielgeraden zog der Seriensieger souverän nach vorne, doch auch Janus R.A. kämpfte tapfer weiter und behielt das zweite Geld – ein toller Doppelerfolg also für Daniel Wagners Mannschaft.

Mit dem in den eigenen Familienfarben laufenden Zuccero blieb dem dreimaligen Tagessieger allerdings nur der sechste Platz. Die Aufgabe in der internationalen Klasse war aber auch überaus schwer. Das Rennen wurde zur Beute von Heinz Wewering und Abano Boy. Der Hengst aus dem Stall von Branislav Jurisic rückte seinen kürzlichen Ausfall sofort wieder gerade und genoss bei einer Quote von 13:10 das fast uneingeschränkte Vertrauen des Publikums. Abano Boy zeigte sich dieser Herausforderung vollauf gewachsen. Der Dunkelbraune hatte seine Zulage bereits vor den Tribünen wettgemacht und bestritt die letzte Runde in der Angreiferspur. Hundert Meter vor der Linie steckte der Bruder der Derby-Siegerin Lobell Countess die Nüstern endgültig nach vorne und gewann – obwohl es für das Auge gegen den heranfliegenden Admiral As (Gerd Biendl) eher knapp aussah – doch sehr sicher. Heinz Wewering: „Trotz dieses Sieges ist der Hengst derzeit noch nicht ganz bei Hundert. Aber in drei, vier Wochen wird es soweit sein.“            

Wesentlich deutlicher – nämlich anderthalb Längen – fiel der Vorsprung von Amiral de Retz bei seinem Erfolg mit Jochen Holzschuh aus. Der Hengst hatte eine Runde vor dem Ziel die Führung übernommen. „Aber auch wenn es nach außen hin alles sehr leicht und locker aussah – ich war heilfroh, als der Hengst glatt über die Linie trabte“, atmete Jochen Holzschuh nach dem Sieg erleichtert auf und erklärte: „Vom Läuferischen her war der Braune einmal mehr hochüberlegen – aber seine Bewegungsabläufe sind immer noch kompliziert und er ist obendrein sehr sensibel. Beim Aufwärmen vor dem Rennen hatte ich das Gefühl, dass ihm irgendetwas gegen den Strich ging. Aber ich kann zugleich auch sagen: Wenn Amiral de Retz eines Tages komplett ausgereift ist, dann wird dieses Pferd zu großartigen Leistungen fähig sein! Ich erwarte unheimlich viel von ihm.“

Auch Nintendo SAS bleibt nach Meinung seines Trainers und Fahrers Georg Frick weiterhin ein recht komplizierter Bursche. Aber der Sohn des Amérique-Siegers Abano As ist vor einem eines: ein absolutes Klassepferd! Bei seinem 40. Start gelang dem Wallach in der Tagesbestzeit von 15,5/1.900m bereits der 18. Erfolg seiner Rennkarriere und die Manier war zukunftsweisend. Georg Frick gab die schon im ersten Bogen eroberte Spitze zwar vor den Tribünen freiwillig ab, weil er Nintendo SAS einen allzu offensiven Rennverlauf ersparen wollte. Aber auch als er sich dann kurz darauf in der zweiten Spur wiederfand und den restlichen Weg außen herum absolvieren musste, offenbarte Nintendo SAS keinerlei Schwächen und es steht außer Frage: Georg Frick hat seinen Schützling zu einem echten Spitzentraber geformt. Nintendo SAS kann sein Potential schon bald erneut unter Beweis stellen, denn er ist als Starter für das renommierte Mariendorfer Fritz-Brandt-Rennen vorgesehen.

Vom Nervenkostüm her wesentlich gelassener als die vorgenannten Pferde scheint Trap Max zu sein – jedenfalls sieht es sein Fahrer und Trainer Edelbert Ohmer so. „Obwohl französisches Blut in seinen Adern fließt, ist der Wallach insgesamt ein recht ruhiger Typ.“ Und auch die Taktik, die zum Sieg Nummer 3.836 in der Karriere des Routiniers führte, war alles andere als hektisch und stattdessen von viel Übersicht geprägt. Ohmer ließ sich aus der vierten Position heraus lange Zeit und machte seinen Schützling erst auf den letzten 300 Metern flott. Thorsten Tietz ging dagegen mit Anthony Boko wesentlich schneller zur Sache: Der für die Farben seiner Lebensgefährtin Sarah Kube laufende Traber übernahm im ersten Bogen die Spitze und wirkte selbst nach der Zieldurchfahrt noch äußerst gehfreudig. Absolut sensationell waren die Quoten in seinem Rennen, denn der auf Sieg bei 45:10 gehandelte Fuchswallach zahlte auf Place stolze 60:10 und der dahinter zweitplatzierte Außenseiter Peanut Bes (Bernd Schrödl) sogar unglaubliche 470:10. Der beste Beweis also für die enorme Attraktivität dieser Wette.  

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 81.145,39 Euro – Bahnumsatz: 23.656,00 Euro – Außenumsatz: 57.489,39 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Freitag, dem 28. März statt. Beginn ist um 18.30 Uhr!

Foto von Jan-Pierre Habicht (Archiv) ©