Ergebnisse Trabrennen Berlin-Mariendorf: Michael Nimczyk mit einem Dreierpack

 

Der kommende Goldhelmträger siegt zweimal für den Stall Mommert und einmal für den Stall Jauß. Thorsten Tietz gelingt ein Doppelerfolg.

Mariendorf, 17. November 2013.

Der Nachmittag auf der Derby-Bahn gehörte ganz dem kommenden bundesdeutschen Champion: Michael Nimczyk agierte in blendender Form und fuhr drei Siege und zwei Ehrenplätze heraus. Der Auftakttreffer gelang ihm mit Ulrich Mommerts Wallach Fantastic BR, der sich nach einer fünfmonatigen Pause in blendender Verfassung zurückmeldete. Nimczyk setzte den Siebenjährigen erst auf der Schlusshalben ein. Fantastic BR erhöhte mit jedem Schritt den Druck und löste sich Mitte der Zielgeraden entscheidend vom Feld. Mit fast identischer Taktik trumpfte der Bronzehelm wenig später mit Simply The Best auf. Die Jauß-Stute wirkte bereits im letzten Bogen wie die sichere Siegerin. Sein fahrerisches Meisterstück lieferte Nimczyk aber erst bei seinem dritten Tageserfolg ab – und zwar nach der Devise: Alles oder Nichts! Denn obwohl er mit Pokerface Diamant eingangs der Tribünenseite die Führung erobert hatte, beharrte der Willicher nicht auf der Pole-Position und ließ schon kurz darauf Rock of Gibraltar (Maik Esper) passieren. Und tatsächlich: Die riskante Rechnung ging auf. Denn Ende gegenüber erspähte Nimczyk die entscheidende Lücke und dirigierte seinen Schützling erneut nach außen. Während Rock of Gibraltar im Finish nichts mehr zu verkaufen hatte und letztlich nur Vierter wurde, beherrschte Pokerface Diamant das Geschehen völlig überlegen. Dieser Auftritt des Mommert-Trabers macht Geschmack auf mehr.

Eine Berliner Rennveranstaltung ohne einen Sieg von Thorsten Tietz ist derzeit kaum vorstellbar – diesmal gelang dem 36-Jährigen ein Doppelerfolg. Der Silberhelm machte seinen einhundersten Saisonerfolg mit Trible Laser perfekt. Aus der vierten Position heraus erwischte der Wallach seinen Gegner Breeze of Space (Manfred Zwiener) mit dem allerletzten Schritt und bekam prompt ein dickes Lob von seinem Fahrer erteilt: „Das war eine feine Leistung heute!“, strahlte Tietz und ergänzte: „Trible Laser profitierte allerdings auch von einem perfekten Verlauf.“ Mit einer ganz anderen Marschroute kam der Berliner Champion dann zum zweiten Tageserfolg. Tietz führte Star of Glass offensiv an die Spitze und lullte das Verfolgerfeld im Anschluss mit einem gemächlichen Tempo ein. Als Star of Glass die Pace dann Mitte der Gegenseite ruckartig verschärfte, zeigte sich die Konkurrenz völlig überrumpelt. Der Wallach war schon längst zuhause, als Pershing Shadow (Manfred Zwiener) und Rosanne Gilbak (Heinz Wewering) endlich ihren Turbo dazuschalteten und in dieser Reihenfolge auf die Plätze zwei und drei vorstießen.

Die von Michael Hamann präsentierte Trine Simoni setzte sich auf den letzten fünfhundert Metern des Meilenrennens großartig in Szene und lief im Einlauf grußlos an den Konkurrenten vorbei. Damit blieb Klaus Gatzemeiers dreijährige Stute auch beim vierten gemeinsamen Start mit dem Amateur ungeschlagen. Bei seinem Einsatz im Sulky von Elton landete Michael Hamann ebenfalls ganz weit vorne, musste aber einen Gegner vor sich dulden: Nämlich Nereide d’Esi, die von Katharina Kramer erst auf der Zielgeraden in die Schlacht geworfen wurde. In dem durch einige Turbulenzen durcheinander gewürfelten Feld hätte sicherlich auch Eckstein ernsthafte Siegchancen gehabt – der 19:10-Favorit musste aber einem Reifenschaden Tribut zollen. Während Ecksteins Fahrer Werner Schnieder diesmal also kein Glück hatte, zeigte die erst 17-jährige Saskia Krause ihren sieben Gegnerinnen beim Trabreiten erneut, wo der Hammer an der Stallwand hängt. Die Amazone führte Iveri LB trotz vierzig Meter Zulage zu einem überlegenen Monté-Sieg. Für die junge Reiterin war dies bereits der sechste Volltreffer in dieser Saison.

Eine bärenstarke Vorstellung lieferte Red As ab. Denn der Schützling von Josef Franzl ging auf die Ehrenrunde, obwohl er sich in der Startphase eine schwere Galoppade geleistet hatte. Von der Acht aus war Peter Kratzers Fuchs allzu eifrig. Doch nachdem ihn sein Trainer auspariert hatte, ging es nur noch vorwärts. Red As übernahm im Rosenhofbogen endgültig das Kommando und stand das gewaltige Pensum bis zur Linie durch. Nahezu identisch verlief das Geschehen beim Sieg von Heinz Wewering und Irrwisch. Denn auch Anja Mismahls Stallcrack kam auf den ersten Metern von den Beinen und wuchs dann im Anschluss über sich hinaus. Irrwisch fegte auf der 2.500-Meter-Distanz eine halbe Runde vor dem Ziel wie ein Tornado an den Konkurrenten vorbei und ließ erstaunte Gesichter zurück. Toll war ebenfalls die Manier, mit welcher der von Daniel Wagner trainierte und gesteuerte Apollon eine dreimonatige Pause beendete. Dem Aleo-Traber waren keinerlei Konditionsmängel anzumerken – ganz im Gegenteil: Nach einem idealen Rennverlauf als viertes Pferd außen zog Apollon im Einlauf souverän an die Spitze. Mächtig Eindruck konnte ebenso die von Maik Esper präsentierte Lady Florence schinden. Die Stute des Rennstalls Living Dream stand Start bis Ziel turmhoch über ihren Gegnern.

Die Videos des Renntages sehen Sie auf www.berlintrab.de

Gesamtumsatz: 108.549,68 Euro – Bahnumsatz: 29.495,00 Euro – Außenumsatz: 79.054,68 Euro

Die nächste Veranstaltung findet am Montag, dem 25. November statt. Beginn ist um 18.30 Uhr!